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Klimawandel Zu jeder Warnung eine Beschwichtigung

02.02.2007 ·  Der vierte Klimabericht der Vereinten Nationen fasst zusammen, was Klimaforscher mehrheitlich schon seit Jahren bekanntgeben. Um die Formulierungen des Dokuments haben Juristen und Politiker dennoch bis zuletzt gerungen.

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Beim Zwischenstaatlichen Ausschusses für den Klimawandel (IPCC) in Paris treffen Wissenschaftler auf Ministerialbeamte aus aller Welt. Die Forscher streiten über ihre Vorhersagen und Erklärungen des Klimawandels, die Politiker über die Deutungshoheit darüber. Zu jeder Warnung gibt es die passende Beschwichtigung. Der nun vorliegende vierte UN-Klimabericht ist ein Kompendium des Forschungsstandes, um dessen Formulierungen bis zuletzt vor allem Juristen gerungen haben.

Zu hoch erscheinen die kurzfristigen Kosten einer ernsthaften und den Prognosen angemessenen Klimaschutzpolitik. Die aufstrebende Wirtschaftsmacht China weigert sich noch immer, Emissionsgrenzen festzusetzen. China nimmt als Entwicklungsland das Recht für sich in Anspruch, seinen wachsenden Energiebedarf vornehmlich mit dem Betrieb von Kohlekraftwerken zu decken. (Klimawandel in China: Wachstum mit Kohle)

Weit von Selbstverpflichtungen entfernt

Doch auch die europäischen Staaten, die den modernen Klimaschutz auf die internationale Tagesordnung setzten, erweisen sich nicht alle als Musterknaben. In Zypern stiegen die Emissionen von Treibhausgasen in den vergangenen Jahren sogar um die Hälfte. Zudem sind viele EU-Staaten weit davon entfernt, ihre Selbstverpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll einzuhalten. (EU-Staaten und der Klimawandel: Nicht nur Musterknaben)

Die Vereinigten Staaten verhalten sich im Klimaschutz äußerst zurückhaltend, obwohl sie mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre abgeben als jedes andere Land der Welt. Wenn amerikanische Politiker vom Klimaschutz reden, sprechen sie eigentlich über die wirtschaftliche Abhängigkeit von Ölimporten. Die Regierung Kanadas setzt im Klimaschutz ähnlich wie Washington eher auf die Förderung moderner Technologien als auf festgesetzte Emissionsgrenzen. (Nordamerika: Umwege zum Klimaschutz)

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung
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