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Dienstag, 14. Februar 2012
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Klimawandel Bäume sterben aus, Wasser wird knapp

21.03.2007 ·  Wüsten in Europa und ein völlig verändertes Waldbild in Deutschland: Umweltminister Gabriel, Wissenschaftler und Waldbesitzer schlagen am heutigen „Tag des Waldes“ und „Tag des Wassers“ Alarm. Bäume seien vom Aussterben bedroht, der Grundwasserspiegel sinke.

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Die Waldbesitzer schlagen wegen des Klimawandels Alarm. „Die Fichte wird großflächig aussterben“, sagte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände, Michael Prinz zu Salm-Salm, am Mittwoch in Berlin. „Wenn die Temperatur im Mittel um zwei Grad steigt, dann wird sich das Waldbild in Deutschland total verändern.“

Wegen der heißen Sommer seien in manchen Gebieten Zehntausende Fichten kahlgeschlagen worden, weil der Borkenkäfer Schaden angerichtet habe. Der Wald trage mit der Speicherung von Kohlendioxid deutlich zum Klimaschutz bei, sagte Salm-Salm. Die Waldbesitzer fordern von der Bundesregierung ein drastisches Umsteuern in der Klimapolitik. Ein generelles Tempolimit auf Autobahnen bringt allerdings nach Ansicht des Verbandes kaum einen Fortschritt bei der Senkung des CO2-Ausstoßes. Nötig sei eine stärkere Luftreinhaltung etwa durch Filtersysteme, forderte Salm- Salm.

Sinkender Grundwasserpegel

Die Waldbesitzer müssen nach seiner Ansicht künftig umsteuern und neue Baumarten anbauen wie Grüne Douglasie, Roteiche, Robinie oder Gelbkiefer. Auch die Buche sei möglicherweise gefährdet. Der Orkan „Kyrill“ im Januar hat einzelnen Betrieben nach Angaben der Waldbesitzer einen finanziellen Schaden von bis zu 3000 Euro pro Hektar gebracht. Dafür seien Steuererleichterungen notwendig. Die EU- Kommission müsse zudem weitere Finanzhilfen genehmigen. Insgesamt seien bis zu 30 Millionen Festmeter (Kubikmeter) Holz dem Orkan zum Opfer gefallen.

Die Waldbesitzer zeigten sich auch besorgt über den stetig sinkenden Grundwasserspiegel in manchen Regionen. Die Wasserwirtschaft entnehme in weiten Teilen Deutschlands so viel Wasser, dass der Wald in größter Gefahr sei, sagte Salm-Salm. Er nannte das Rhein-Main-Gebiet als Beispiel.

Wissenschaftler an der Uni Freiburg stellten zum Internationalen Tag des Wassers einen neuen Forschungsansatz vor, mit dem die Folgen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt exakter abgeschätzt werden könnten. Bislang haben erst Bayern und Baden-Württemberg in der bundesweit einzigartigen Studie die Konsequenzen für die Wasserwirtschaft in ihren Ländern untersuchen lassen. Diesen Prognosen zufolge werden Winterhochwasser immer häufiger, weil veränderte Großwetterlagen im Dezember und Januar milde Meeresluft mit sehr viel Regen bringen.

Ausgetrocknete Flüsse und Wüsten?

In manchen Regionen wie dem Schwarzwald oder im Bayerischen Wald sind die Niederschläge jetzt schon um bis zu 35 Prozent gestiegen. Trotzdem könnte der Grundwasserpegel sinken, weil das Winterwasser viel zu schnell die Flüsse hinabrauscht. „Es ist womöglich zu befürchten, dass die Grundwasserspeicher etwa im Schwarzwald nicht mehr aufgefüllt werden, weil die gleichmäßige und langsame Zufuhr der Schneeschmelze fehlt“, sagte der Freiburger Hydrologe Christoph Leibundgut. Sollten die schlimmsten Befürchtungen der Wissenschaftler zutreffen, dann bedeuten warme Winter fallende Grundwasserpegel. In heißen Sommern könne dies zu erheblichen Problemen bei der Wasserversorgung führen, aber auch drastische Auswirkungen auf die Ökosystem in den Gewässern haben,. „Wir könnten dann hier im Sommer ausgetrocknete Flüsse erleben wie in Italien oder Spanien“, sagte Leibundgut.

Nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) haben mehr als eine Milliarde Menschen weltweit zu wenig oder kein sauberes Trinkwasser. Die Bundesregierung und die Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Heide Simonis, warnten vor einer Verschlechterung der Lage. „Der Klimawandel wird den Wassermangel gerade in vielen armen Regionen der Erde verschärfen“, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) am Mittwoch in Berlin. Er befürchtet wie mehrere Umweltverbände drastische Auswirkungen des Klimawandels auch für deutsche Gewässer. „Die Angst vor Wüsten haben wir jetzt
beispielsweise schon in Spanien“, sagte er.

Simonis rief dazu auf, den ärmsten Menschen der Welt Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen. „Wir werden uns auf häufigere Hochwasser, aber auch auf längere Zeiten mit niedrigen Wasserständen einstellen müssen“, sagte Gabriel. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) befürchtet, dass in den Einzugsgebieten von Donau und Elbe in absehbarer Zeit bis zu ein Drittel weniger Wasser vorhanden ist. In Brandenburg oder der Pfalz werde sich die Grundwasserneubildung fast halbieren. In der EU- Wasserrichtlinie dürften keine Zonen erlaubt werden, in denen Schadstoffgrenzwerte überschritten werden könnten. Flüsse und Bäche werden sich nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe in ungekanntem Ausmaß verändern.

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