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+++ Klimaticker +++ Tiefseehalden und Dürreopfer

Nichts bleibt, wie es ist: Die Treibhausgas-Speicher in der Tiefsee könnten bald versiegen und die extremen Dürren werden zur seelischen Belastungsprobe.

© dapd Pegelstände auf Rekordminimum: Das Morse Reservoir in Noblesville, Indiana.

+++ 30. Juli. Ein Viertel des Kohlendioxids, das der Mensch mit dem Verbrauch fossiler Brennstoffe freisetzt, wird auf natürliche Weise und kostenlos in den Tiefen der Weltmeere „entsorgt“. 40 Prozent davon allein in einigen speziellen Ozeanregionen der Südhalbkugel jenseits des 40. Breitengrads. Ob das immer so bleiben wird, ist allerdings mehr als fraglich. Jean Baptiste Sallee vom British Antarctic Survey hat jetzt mit seiner Gruppe in der Zeitschrift „Nature Geoscience“ (doi: 10.1038/ngeo1523) berichtet, dass die entscheidenden Faktoren - Meeresströme, Winde und die Durchlässigkeit der Wasserschichten in der Tiefsee - offenbar empfindlich auf die Erwärmung reagieren könnten. Wichtig sei jetzt, jede zusätzliche Störung des Meerwassers zu verringern. Mittelfristig sei ein globales Schiffsschraubenverbot und die Umstellung der internationalen Tanker- und Containerflotten auf Luftkissenfahrzeuge unverzichtbar. +++

Joachim  Müller-Jung Folgen:

+++ 13. August. Die anhaltenden Dürren in vielen Weltgegenden bedroht zunehmend die öffentliche Ordnung und die psychische Hygiene. Mediziner der Australischen Nationaluniversität in Canberra berichten in den „Proceedings“ der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften (doi: 10.1073/pnas.1112965109), dass die Zahl der Selbstmorde bei jungen Farmern zwischen 30 und 49 Jahren parallel mit dem Dürre-Index um 15 Prozent in 37 Jahren gestiegen ist. In den Vereinigten Staaten, wo man zuletzt die heißesten sieben Monate seit 118 Jahren registriert hat, versiegen die Wasservorräte. Der Mississippi fließt so langsam, dass Salzwasser aus den Meeren schon 140 Kilometer ins Landesinnere vorgedrungen ist. Wie die „Washington Post“ berichtet, musste der historische Flussdampfer American Queen aus Louisville auf dem Weg nach Vicksburg anhalten und 240 Passagiere mussten ihre Reise mit dem Bus fortsetzen. Überall im Land werden jetzt Warnschilder aufgestellt: Eltern, deren Kinder ohne aufgefüllte Feldflasche an den Bushaltestellen aufgegriffen werden, müssen drei Monate lang im Death Valley Sozialdienste ableisten. +++

Quelle: F.A.Z.

 
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