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+++ Klimaticker +++ Regenfront und Methanblasen

 ·  Wer sucht, der findet? In den Datenbergen finden sich zwar nicht die erwarteten Niederschlagsentwicklungen, dafür bilden sich unter dem Golfstrom Methanblasen.

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+++ 29. Oktober. Die Gefahr von extremen Regenfällen beziehungsweise von extremen Dürren in ohnehin schon trockenen Weltregionen hat sich seit 1940 kaum verändert. Jedenfalls soll die globale Erwärmung, weltweit gesehen, überraschenderweise kaum Einfluss auf die Schwankungen der Niederschläge gehabt haben. Das haben australische Forscher nach Auswertung von sieben neu zusammengestellten Niederschlagsdatenbanken herausgefunden. Im Mittel sei es in feuchteren Regionen, beispielsweise in den Subtropen, trockener geworden, in den trockeneren Gebieten und Jahreszeiten durchschnittlich feuchter. Den größten Einfluss auf die Schwankungen der Niederschläge habe die jeweilige Luftverschmutzung mit Aerosolen, berichten die Forscher in den „Geophysical Research Letters“ (doi: 10.1029/2012GL053369): „Ein Zusammenhang der globalen Veränderungen mit den Temperaturen ist nicht zu sehen.“ Nicht nur bei Geoingenieuren tritt man mit diesem Befund offene Türen ein, sie aber sind besonders hellhörig. Die Pläne, Schwefelaerosole in die Stratosphäre zu pusten, um eine Art Strahlenschild aufzubauen und die Klimaerwärmung zu bremsen, wird nun durch die - preisgünstigere - Variante ergänzt, gefährliche Wetterextreme durch gezielte Aerosolverschmutzung in der unteren Atmosphäre zu dämpfen. +++

+++ 25. Oktober. Der Golfstrom wärmt sich immer stärker auf und löst derzeit gewaltige Methanhydratlager vor der Ostküste der Vereinigten Staaten auf. Das geht aus Untersuchungen hervor, die zwei texanische Geoforscher, Benjamin Pharampus und Metthew Hornbach, vorgenommen haben. Seismische Daten und der Vergleich mit Temperaturmodellen hätten gezeigt, dass der Meeresboden auf mehreren hundert Kilometern Strecke vor North Carolina, in dem das gefrorene Methanhydrateis lagert, schon deutlich tiefer liegt, als nacheiszeitlich zu erwarten war. Die Temperatur in ungefähr fünfhundert bis tausend Metern Tiefe, in der sich das gefrorene Treibhausgas Methan befindet, habe sich in den letzten gut 5000 Jahren sukzessive um mehrere Grad erhöht. Ob die austretenden Methanblasen die Luft erreichen, ist unklar. Mit der weiteren Erwärmung drohe eine Destabilisierung von 2,5 Milliarden Tonnen Methanhydrat, schreiben die Forscher in „Nature“ (10.1038/490491a). Das sei aber vermutlich nur ein Bruchteil dessen, was in der Zielregion des Golfstroms, der Arktis, mutmaßlich zu erwarten sei. Dem Golfstrom droht deshalb Ungemach. Die Inuit sind offensichtlich nicht länger bereit, als Wärmespülbecken der amerikanischen Südstaaten zu dienen, und haben angekündigt, auf der bevorstehenden Klimakonferenz in Doha die Welt vor die Wahl zu stellen: Sollte der Golf von Mexiko nicht wie gewünscht auf Kosten der Industrieländer trockengelegt und der Golfstrom gestoppt werden, wolle man mit der Ausrottung und Verspeisung aller noch lebenden Großwale antworten. +++

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30.10.2012, 17:10 Uhr

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Von Joachim Müller-Jung

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