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+++ Klimaticker +++ Planetare Försterei

 ·  Ein amerikanischer Paukenschlag vor Beginn des „Erdgipfels“ Rio+20. Millionen Hektar degradiertes Land will man wieder aufforsten. Motto: begrünen und kassieren.

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+++ 18. Juni. Die amerikanische Regierung hat vor dem Auftakt des Erdgipfels „Rio+20“ die - wie die Internationale Naturschutzunion IUCN mitteilt – „größte Wiederaufforstungsinitiative der Geschichte“ angekündigt. 15 Millionen abgeholzte, degradierte Naturwaldflächen sollen wieder hergestellt werden. Dazu kommen zwei Millionen Hektar Aufforstungsfläche, die von der Regierung Ruandas zugesagt wurden, sowie eine Million Hektar Urwald eines brasilianischen Konsortiums, „Mata Atlantica Forest Restoration Pact“, bestehend aus staatlichen Stellen, Nichtregierungsorganisationen und Privatfirmen. Damit gelten auf einen Schlag mehr als zehn Prozent der vor einem Jahr in Bonn vereinbarten „Bonn Challenge“-Zusagen von insgesamt 150 Millionen Hektar Wiederaufforstungsfläche bis 2020 als erfüllt. Ganze 17 Prozent der jährlichen Kohlendioxidreduktionen, die notwendig wären, um eine globale Erwärmung um zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu erreichen, sollen damit realisiert werden. Achtzig Milliarden Dollar sollen am Ende mit der Mega-Baumpflanzaktion in die Kassen der drei Staaten gespült werden, lässt der internationale Dachverband der Naturschutzverbände wissen. Noch genügen die Mitgliedsbeiträge der Naturfreunde nicht ganz, die Auszahlung pünktlich zum 1. Januar 2020 zu garantieren. In Rio will die Naturschutzunion deshalb in den kommenden Tagen beraten, wie sich die Kapitalerträge in den verbleibenden acht Jahren massiv steigern lassen. Gerüchteweise wird empfohlen, sich bei der Endformulierung des Abschlussdokuments für das Konferenzziel „Green Economy“ an den Statuten der Investmentsparte der Deutschen Bank zu orientieren. Damit sei Deutschland endlich mit im Boot. Als nachteilig wird in dieser Hinsicht die Abwesenheit der deutschen Bundeskanzlerin in Rio bewertet. Deutschland werde aber dringend gebraucht, die planetare 80-Milliarden-Dollar-Forstjobiinitiative finanziell abzusichern. +++

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Jahrgang 1964, Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

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