+++ 6. Oktober. Die Mehrheit in der Europäischen Union sorgt sich stärker um den Klimawandel als um die Wirtschaftskrise. 89 Prozent sehen die Erwärmung als "ernstes Problem", deutlich mehr als vor zwei Jahren. Das ist das Ergebnis des jüngsten "Eurobarometers" (http://ec.europa.eu/public_opinion). 78 Prozent glauben, dass der Kampf gegen den Klimawandel sogar neue Jobs schafft. Nur die Griechen sehen das anders. Sie bevorzugen monatelange Generalstreiks, wollen den Verkehr eindämmen und die Industrie lahmlegen, bis Energieverbrauch und Treibhausgasausstoß auf ein moralisch akzeptables Niveau fallen. +++
+++ 6. Oktober. Könnte der im Boden gespeicherte und durch mikrobielle Zersetzung freigesetzte Kohlenstoff zu einem beschleunigten Klimawandel führen? Forscher des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena haben die Prozesse im Boden aufgeklärt und berichten darüber in "Nature". Fest steht demnach nur: Der Temperaturanstieg allein muss nicht unbedingt eine Treibhausgaslawine auslösen. Es könnte auch sein, dass der warme Boden wie Schweizer Käse aufgeht und sich in den unterirdischen Höhlen wertvolle Gasendlagerstätten bilden. +++
+++ 7. Oktober. Erhitzt sich der Planet um zwei oder sogar drei Grad bis Ende des Jahrhunderts, wonach es momentan aussieht, werden vor allem die Ökosysteme am Übergang von den kalten Klimazonen zu den gemäßigten breiten leiden. Der Hitzestress wird mehr kälteliebende Pflanzen absterben als wärmeliebende nachwachsen lassen. Das haben 58 Klimaprojektionen gezeigt, die von Ursula Heyder und Wolfgang Lucht am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung vorgenommen wurden. Wie sie in der Zeitschrift "Environmental Research Letters" berichten, geraten besonders auch die Tropenwälder des Amazonas unter extremen Hitzestress. Die Kasachische Steppe könnte sich massiv ausdehnen. In Brüssel wird dies als ernste Sicherheitsbedrohung an den europäischen Außengrenzen angesehen. Durch die kasachischen Pipelines, die Europa heute reichlich mit Öl und Gas versorgen, sollen künftig Wasservorräte aus den Schmelzwasserreservoirs der Alpen in die neuen Halbwüsten fließen. +++
