+++ 23. April. Die 45-Minuten-Dokumentation „Himalayan Meltdown“ hat den Filmwettbewerb auf dem 45. Worldfest International Film Festival in Houston gewonnen. „Mehr als 50 000 Gletscher schmelzen schnell dahin und gefährden die Wasser- und Stromversorgung von 1,3 Milliarden Menschen“, heißt es in der hervorragenden Dokumentation, die von einem Filmteam im Auftrag der UN-Entwicklungsorganisation UNDP aufgenommen wurde. Genau drei Tage davor sind die Ergebnisse einer internationalen Studie von Glaziologen bekanntgeworden, wonach man eine „Teilentwarnung für die Himalaya-Gletscher“ verkünden könne. Die Mehrheit der Himalaya-Gletscher nimmt seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts zwar ab, aber deutlich weniger schnell als bisher prognostiziert. Die aus allen verfügbaren Mess- und Satellitenarchiven gewonnenen Daten ergeben Änderungen der Gletscherlängen und -volumen, die im „globalen Mittel“ lägen. Was die Gletschermassen betrifft, verfüge man nur über Zehn-Jahres-Messreihen. Langfristig erfasst wurden zudem lediglich etwa hundert Gletscher. Auf längere Sicht gesehen, schreiben die Autoren in der Zeitschrift „Science“, müsse man allerdings trotzdem Vorsorge treffen, weil Schmelzwasser und Geröll, das sich in Gletscherseen anhäufe, ausbrechen und viele Opfer fordern könne. Das gilt vor allem für die mindestens 49 900 Gletscher, über die nur der WWF und das UNDP- Filmteam etwas sagen kann. +++
+++ 26. April. Der globale Wasserkreislauf hat sich in den vergangenen fünfzig Jahren doppelt so stark beschleunigt wie die Klimamodelle berechnet haben. Starkregen und Dürren nähmen zudem zu. Von dieser beunruhigenden Entwicklung sind australische und amerikanische Ozeanographen überzeugt. Grundlage ihrer Äußerungen sind die Salzgehaltmessungen von mittlerweile 3500 Messbojen in den Weltmeeren. In trockenen Gebieten würde weniger, in feuchten mehr Niederschlag fallen. Pro ein Grad Erwärmung geht es um eine Zu- beziehungsweise Abnahme der Wassermassen um acht Prozent. Das berichten Paul Durack und seine Kollegen in „Science“. Will man handeln, müsse man es jetzt tun. In hundert Jahren könne nicht mehr damit gerechnet werden, die wachsende hydrlogische Ungleichheit auf dem Globus durch interkontinentale Drainagesysteme zu kompensieren.+++
