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+++ Klimaticker +++ : Erhitzte Russen

Die Sonne brennt, der Planet glüht. Bild: NASA

Klima in der Krise: Forscher machen es möglich, live dabei zu sein. Umso mehr während der UN-Klimakonferenz. In unserer Glossenreihe sehen wir genauer hin.

          Das Weltklima in der Krise: Unsere Forscher machen es möglich, quasi live dabei zu sein. Umso mehr während der UN-Klimakonferenz. In unserer Glossenreihe sehen wir etwas genauer hin als üblich. (Ältere Klimaticker hier)

          Joachim  Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          +++ 30. November. Die Weltmeteorologiebehörde WMO hat auf dem Klimagipfel  in Durban eine vorläufige globale Klimabilanz des Jahres 2011 gezogen. Fazit: Wir erleben das zehntwärmste Jahr seit Beginn der regelmäßigen instrumentellen Aufzeichnungen: Ein globaler Temperaturschnitt von 14,41 Grad Celsius( plus minus 0,11 Grad Unsicherheit), das sind exakt 0,41 Grad über dem langjährigen Mittel von 14,00 Grad. Zugrunde gelegt werden dafür die Messreihen zwischen 1961 und 1990. Damit allen die dreizehn wärmsten Jahre überhaupt in die anderthalb Dekaden seit 1997.  Dass es dieses Jahr trotz des extrem warmen Herbstes nicht einen absoluten Hitzerekord  gegeben hat liegt nach Überzeugung der Meteorologie-Organisation nur an der bis in den Mai anhaltenden, extrem ausgeprägten und seit August wieder leicht ansteigenden La-Nina-Anomalie, die gewöhnlich für eine Abkühlung um ein zehntel bis ein fünfzehntel Grad sorgt. In der Statstik sticht besonders Rußland heraus, das speziell im Norden durchschnittlich vier Grad wärmer war als im langjährigen Mittel.

          Die weiter anschwellenden Treibhausgasemissionen könnten sehr schnell so hoch sein, meint die WMO, dass  schon bald 2 bis 2,4 Grad zusätzlicher Erwärmung im Schnitt möglich seien. Ministerpräsident Putin, der sich zur Zeit auf einer mehrtägigen Oben-ohne-Tigerjagd in Sibirien aufhällt,  hat umgehend reagiert. Zwei Grad mehr um diese Jahreszeit seien künftig viel zu wenig. Spätestens wenn er in Kürze wieder sein Amt als Präsident des größten Flächenstaates der Erde übernimmt, will er dafür sorgen, dass sich russische Großwildjäger nicht mehr den Hintern abfrieren müssen, wenn sie im Muskelshirt,  der typischen Arbeitskleidung des russischen Mannes, in die winterliche Taiga ausrücken. Putin fordert für künftige Generationen mindestens zehn Grad mehr. +++  

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