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Klimaschutz FCKW-Ausstieg wird um zehn Jahre vorgezogen

24.09.2007 ·  Das für die Ozonschicht hochgefährliche Kühlmittel HFCKW soll zehn Jahre früher als bislang geplant verboten werden. Darauf haben sich 191 Staaten auf einer Umweltkonferenz im kanadischen Montréal verständigt.

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Der internationale Ausstieg aus der Produktion und Verwendung des für die Ozonschicht hochgefährlichen Kühlmittels HFCKW wird um ein Jahrzehnt vorgezogen. In den Industriestaaten sollen schon vom Jahr 2020 an keine teilhalogenierten Fluorchlorkohlenwasserstoffe (HFCKW) mehr eingesetzt werden, in den Entwicklungsländern vom Jahr 2030 an. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) lobte am Wochenende in Berlin einen entsprechenden Beschluss, den die Vertreter von 191 Ländern am Freitagabend auf einer Klimaschutzkonferenz im kanadischen Montreal gefasst hatten.

Gabriel berichtete, die Beschleunigung sei vor allem der Bereitschaft der Entwicklungs- und Schwellenländer zu verdanken, konkrete Ausstiegsverpflichtungen zu übernehmen. „Insbesondere China als weltweit größter Hersteller und Verwender von HFCKW hat zu diesem Erfolg wesentlich beigetragen.“ Der Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Achim Steiner, sprach von einer „historischen Einigung“. Die Vereinbarung von Montreal sei „vielleicht der wichtigste Durchbruch in einer internationalen Umweltverhandlung seit mindestens fünf oder sechs Jahren“. HFCKW werden unter anderem als Kältemittel in Klimaanlagen verwendet und gelten als bis zu zweitausendmal gefährlicher als die gleiche Menge Kohlendioxyd.

Merkel wirbt für Kyoto-Folgeabkommen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rief die Staatengemeinschaft vor Beginn des UN-Klimagipfels an diesem Montag in New York zu größeren Anstrengungen im Klimaschutz auf: „Wichtig ist, dass wir bis zum Jahre 2009 zu einem Übereinkommen kommen, wie es nach 2012 mit dem Klimaschutz weltweit weitergeht“, sagte Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft.

Zu der Klimakonferenz werden die Vertreter von rund 150 Staaten erwartet, darunter mehr als 50 Staats- und Regierungschefs. Ziel des Treffens ist eine Aufforderung an den Klimagipfel vom 3. bis 14. Dezember in Bali, der ein Folgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll vorbereiten soll. Gabriel, der sich diese Woche in Amerika aufhält, forderte, die Vereinigten Staaten müssten in das Folgeabkommen einbezogen werden. In seinen Gesprächen werde er „am Beispiel Deutschlands zeigen, dass anspruchsvoller Klimaschutz und wirtschaftliches Wachstum zusammengehen“. Am Donnerstag und Freitag findet auf Einladung des amerikanischen Präsidenten in Washington eine Klimakonferenz führender Industrie- und Schwellenländer statt.

Wissenschaftler: Ozonschicht bis 2065 regeneriert

Das am 16. September 1987 unterzeichnete Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht - dessen 20. Jahrestag mit der Klimakonferenz zusammenfiel - gilt als eines der erfolgreichsten internationalen Umweltschutzabkommen. Durch verbindliche Ausstiegsregelungen und finanzielle Unterstützung wurde das Potential zum Abbau der Ozonschicht bereits um 95 Prozent reduziert. Als Folge gehen Wissenschaftler davon aus, dass sich die Ozonschicht bis zum Jahr 2065 vollständig regeneriert.

Bei einem besseren Schutz der Ozonschicht ist nach Einschätzung von Fachleuten auch zu erwarten, dass die Erwärmung der Erdatmosphäre abgebremst werden kann. Die amerikanische Regierung erklärte, die Einigung von Montreal werde in ihren Auswirkungen möglicherweise nützlicher sein als das Klimaprotokoll von Kyoto, das die Vereinigten Staaten und Australien nicht ratifiziert haben.

Die Einigung von Montreal sieht im Einzelnen vor, dass die Entwicklungsländer die Produktion und den Verbrauch von HFCKW auf dem Niveau der Jahre 2009 und 2010 einfrieren und dann schrittweise (bis 2015 um 10 Prozent, bis 2020 um 35 Prozent, bis 2025 um 67,5 Prozent) und bis zum Jahr 2030 ganz zurückführen - bis auf einen kleinen Teil für die Unterhaltung von Altgeräten. Die Industrieländer sollen HFCKW schon bis 2020 aus dem Verkehr ziehen (bis 2010 um 75 Prozent, bis 2015 um 90 Prozent). Außerdem müssen sie die Entwicklungsländer bei deren Ausstieg finanziell unterstützen. Bisher wurden zwei Milliarden Dollar an die Entwicklungsländer transferiert.

Quelle: nf./F.A.Z., 24.09.2007, Nr. 222 / Seite 15
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