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Glosse Die Klimaaussteiger

 ·  Kanda steigt aus. Die anderen folgen auch noch. Damit ist bald Schluss mit dem Kyoto-Vertrag zum Klimaschutz. Und weiter? Mit ökologischer Kleinstaaterei etwa?

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (16)

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Andreas Braun
Andreas Braun (ABrwn) - 30.11.2011 16:04 Uhr

Bitte sachlich trennen.

Beim Thema "Klimawandel" ist zwischen 3 Domainen zu unterscheiden.

Die 1. betrifft das wissenschaftliche Verständnis der ihn auslösenden Prozesse. Diese haben weitgehend natürliche Ursachen, können jedoch durch anthropogene Einflüsse (Vergrößerung der Source: CO2 und andere GHG, Vekleinerung der Sink: Entwaldung, Erwärmung der Meere etc.) erheblich beeinflusst werden. Darüber besteht in der Community nur noch im Detail Zweifel (z.B. Bedeutung der Dansgaard-Oeschger Events).

Als 2. haben wir die Klimamodelle. Diese unterliegen Unsicherheiten. Diese Unsicherheiten rühren jedoch größtenteils daher, dass wir die zukünftigen Emission nicht genau genug kennen.

Die 3. betrifft die Implementierung von Gegenmaßnahmen. Dies ist der Bereich v.a. politischer Entscheidungen. Dementsprechende viele Diskussionen gibt es.

Diese 3 Bereiche sind gedanklich zu trennen. Plump und ohne erkennbaren Sachverstand vor "Hysterie" und "Apokalypse" zu warnen ist für die Gesamtdiskussion wenig hilfreich.

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Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.12.2011 08:29 Uhr
Andreas Braun
Andreas Braun (ABrwn) - 02.12.2011 08:29 Uhr

Gar nicht soviel falsch

Lieber Herr Parsons,

der Verweis auf Climategate führt - wie der Verweis auf die durch Exxon bezahlten Klimaskeptiker - auf den medial überhöhten Teil der Diskussion. Zu den inhaltichen Argumenten.
Die künftigen Emissionen kennen wir NICHT genau, denn sie hängen z.B. massiv von der Entwicklung in China und Indien ab.

Sicher ist das Klima ein komplexes System, dessen kurzfristige Oszillationen (z.B. kleine Eiszeit oder die mittelalterliche Warmzeit) leichter wahrgenommen werden, als die langfristigen. Auch von den meisten Klimaskeptikern unumstritten ist jedoch der Zusammenhang zwischen CO2 und der Temperatur. Wenn Sie also gegen einen Klimawandel argumentieren, müssen Sie erklären, wo das viele CO2 hingeht, das wir emittieren. Da sieht es schlecht aus: Wälder werden abgeholzt, Ozeane VERLIEREN durch Temp. die Speicherfähigkeit, Permafrost ebenfalls. Eine MASSIVE Verlagerung von CO2 (als Organik) auf den Meeresboden ist nicht nachgewiesen. Also: nach wie vor fehlt die Sink zur Source.

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Marvin Parsons
Marvin Parsons (mapar) - 01.12.2011 16:13 Uhr

Nicht alles richtig

1. Auch die davon sehr gut lebende "Community" hat fundamentale Zweifel (siehe Climategate I/II), von unabhängigen Wissenschaftlern ganz zu schweigen.

2. Die Unsicherheiten der Klimamodelle bestehen nicht in den zukünftigen Emissionen, die man recht genau vorhersagen kann im Vergleich zu einer unübersehbaren Zahl anderer Parameter, die größtenteils gar nicht berücksichtigt werden. Noch weniger weiß man über Wechselwirkungen. Voraussagen über das Klima als hochkomplexes chaotisches System sind _nicht_ möglich, steht praktisch wörtlich sogar im IPCC-Bericht.

3. Gegenmaßnahmen gegen ein nicht existierendes Problem sind unsinnig und sind dem politischen Machtwillen und Profitinteressen geschuldet. Ein konstantes Klima gab es nie. Wir können froh sein, daß es gerade (aufgrund natürlicher Ursachen) wärmer wird (die letzten 10 Jahre allerdings nicht mehr). Vor dem Kälterwerden müßten wir uns wirklich fürchten. Die "kleine Eiszeit" im 18. Jahrhundert brachte Hunger und Not.

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Closed via SSO
Jon Gretzky (jgr271) - 30.11.2011 20:12 Uhr

Eine erfrischend ruhige...

...und sachliche Stimme von Logik, Sachverstand und Vernunft.

Wieso muß ich gerade an Schmuck und Borstenvieh denken?

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Helga Zießler

@ Andreas Braun

Von welcher "Community" reden Sie? Das IPPC? Rahmstorf, Schellnhuber? Oder...?

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Jens Decker
Jens Decker (dej05093) - 30.11.2011 18:17 Uhr

Danke!

Guter Beitrag, wird aber fürchte ich das Stammtischniveau hier nicht heben.

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Carolus Doomdey
Carolus Doomdey (Domday) - 30.11.2011 12:28 Uhr

Sind etwa WIR die Trottel der Klimahysterie?

Sollten die Kanadier etwas wissen, was unserem Super-Röttgen bisher entgangen ist? Sollten die tatsächlich etwas kritischer auf unsere mainstream-Klima-Modelle geschaut haben? Gibt es etwa neue Erkenntnisse, die hierzulande nicht politisch korrekt sind und deshalb verschwiegen werden?

Immer noch findet man Schlußsentenzen wie: "... Die Ergebnisse dieser Forschung belegen zwar nicht den Klimakonsens - an der menscheverursachten Klimakatastrophe besteht jedoch kein Zweifel."

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Herbert Sax
Herbert Sax (H.Sax) - 30.11.2011 11:36 Uhr

Die Wirklichkeit wird die Apokalyptiker einholen

Es ist wie immer in der Politik, macht man mal einen Fehler, hat kein Politiker den Mut dies als Irrtum zuzugeben und man macht einfach so weiter bis das Thema irgendwann mal im Sande verläuft. Der Schaden der dabei durch Inaktivität entsteht kann enorm sein. So wie auch beim inzwischen religiös verbrämten Glauben an den antropogenen Klimawandel. Die kritischen Klimawissenschaftler außerhalb der Koalition der Willigen, liefern uns Monat für Monat mehr und mehr Indizien dass man die komplexe Welt des Klimas doch nicht so einfach in Rechnern simulieren kann die die Politiker den Klimaforschern so großzügig spendeten. Wenn die Simulationsmodelle nicht die Wirklichkeit treffen, sollte man die Modelle hinterfragen und nicht die Wirklichkeit anzweifeln. So zumindestens machen es seriöse Ingenieure. Die Bundesregierung wird ihre Politik nicht korrigieren, denn die Wirklichkeit wird es tun. Wenn man am Ende ganz einsam dasteht dann gibt man still und leise auf. Sorry, war halt ein Fehler.

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.12.2011 12:44 Uhr
Andreas Braun
Andreas Braun (ABrwn) - 01.12.2011 12:44 Uhr

Titel eingeben

Wobei man wiederum bedenken sollte, dass in den Wäldern Kanadas die Schwefeldioxid-Immissionen, die für das damaligen "Waldsterben" mit verantwortlich waren, sicherlich geringer waren, als hier in Deutschland. Zusätzlich sind die kanadischen Wälder erheblich naturnäher und naturnahe Ökosysteme sind haben häufig eine höhere Resistenz und Resilienz als anthropogen stark beeinflusste.

Auch hier ist es wieder sinnvoll, nach den kausalen Ursachen zu fragen und zu vergleichen, anstatt sich darauf zu verlassen was irgendwer, irgendwo, irgendwann mal gesagt hat.

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Helga Zießler

@ Sven Gebhart

Nochmal ein paar Worte zum "Waldsterben", dessen Ursachen Ihrer eigenen Aussage nach zu "komplex" sind, um sich hier näher damit zu befassen.
Zu der Zeit, als das Waldsterben in Europa, speziell in Deutschland, das beherrschende Katastrophenthema war, war ich in Kanada. Dort, im französischsprachigen Quebec, saß ich einmal neben einem einheimischen Forstmann. Der fragte mich nach "Le waldsterben" und was es eigentlich damit auf sich habe. Meinen Versuch, ihm die Sachlage zu erklären, quittierte der Mann mit ungläubigem Gelächter. Er erwiderte, dass seine Familie seit Generationen in den kanadischen Wäldern arbeite, und dann weiter, sinngemäß: "Wälder wachsen, sterben, wachsen..., ein ewiges Werden und Vergehen. So ist das immer gewesen, und so wird es immer weiter sein."

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Sven Gebhart
Sven Gebhart (cezi) - 30.11.2011 23:23 Uhr

antwort

Herr Buchwald hat recht. Und um auf das Waldsterben zu kommen. Es gab sehr starke negative Einflüsse durch Luftverschmutzungen die erst nach Einführung von Filteranlagen zurückgingen. Allerdings ist das ganze etwas komplex darum lassen wir das. Nur noch so viel: man spricht nicht mehr von Waldsterben sondern von "Neuartige Waldschäden". Und auch Gletscher schmelzen. Das ist Fakt. Sie wären bei einer Erwärmung auch so geschmolzen da gebe ich Ihnen ja recht. Allerdings liegt auch hier nicht der springende Punkt. Der liegt nämlich in der Anpassung. Die Anpassung von Ökosystemen und den darin vorhandenen Elementen. Aber warum sollten wir uns auch sorgen machen um Bäume und Vögelchen Trockenperioden und den Rest der Welt und dieses Zeug. Kostet uns doch alles viel zu viel Geld das man besser für sinnvollere Sachen ausgeben sollte wie die unserer Lebensgrundlagen.

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Helga Zießler

Ach ja, das gute alte Ozonloch -

seit vielen Jahren taucht es immer mal wieder in den Medien auf wie das Kasperle aus der Kiste, geistert um die Pole, verschwindet wieder - und niemand weiß so recht, was es eigentlich an Schaden anrichtet. Still geworden ist es auch um das Waldsterben, das sogar wie die "Schadenfreude" als Fremdwort in viele Sprachen einging, und die Wälder rauschen immer noch. Mal schmelzen die Gletscher, mal wachsen sie wieder, und so wird es wohl auch mit dem Permafrost sein - es sei denn, die nächste Eiszeit steht vor der Tür.
@Martin Buchwald, Sie behaupten, "aber dass der Mensch in diesem System dann immer noch als Beschleuniger wirkt ist unbestreitbar". Unbestreitbar? Komisch, es gibt mindestens ebenso viele ernstzunehmende Wissenschaftler, die eben das bestreiten. Woher nehmen Sie also die unbedingte Gewissheit, wer recht hat? Weil Sie die Gegenseite lieber gar nicht zur Kenntnis nehmen?

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Helga Zießler

"Wer trägt die Kosten des Atomausstiegs?"

steht da als Bildunterschrift. Na, wer wohl? Wir Verbraucher, ob wir nun Anhänger oder Gegner der neuen Öko-Religion sind.
Aber auch die Natur, die Landschaften, die Tiere tragen die Kosten. Man muss sich nur die Fotos ansehen vom "größten Kraftwerk Europas", einer 26 Fußballfelder großen Verschandelung der Landschaft mit Sonnenkollektoren in Brandenburg. Oder ein kaum kleineres in der traumschönen Gebirgsregion Tramuntana auf Mallorca (na, da scheint wenigstens die Sonne öfter als in Brandenburg). Oder die entsetzlichen Windkraftansammlungen, euphemistisch "Parks" genannt, zu Lande und auf dem Meer - riesige Schredderapparate für die Vögel. Klimaschutz, Naturschutz - was wir vorne aufbauen, machen wir hinten kaputt. Und das Klima macht sowieso, was es will und kümmert sich nicht um die idiotischen Menschen und ihre spinnerten Ideen.
Glüchwunsch für Kanada! Ich bin froh, dass die Front der "Klimaleugner" wächst. Da gibt es also doch noch Hoffnung und Verstand.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.12.2011 00:47 Uhr
Helga Zießler

@Jon Gretzky

Ich muss mich wohl damit abfinden, von Ihnen bei dem "Stammtischniveau" angesiedelt zu werden, über das ein anderer Forist sich hier beklagt. Ist aber okay für mich.
Allerdings habe ich lange überlegt, welche Ideologie Sie bei meinen Beiträgen entdeckt haben könnten. Ist es etwa eine Ideologie, wenn man nicht die unbedingte Wahrheit für sich gepachtet hat, welche die Apologeten des anthropogenen Klimawandels für sich beanspruchen? Ist es eine Ideologie, gegen die Verschandelung ganzer Landschaften durch Wälder von Windrädern und riesige Sonnenkollektorflächen zu sein? Als Ideologie, sogar als Hybris, verstehe ich eher den felsenfesten, durch keinerlei Gegenargumente zu erschütternden Glauben an einen bevorstehenden Klimawandel, den der Mensch negativ oder positiv beeinflussen könnte.
Dem Beitrag von @Andreas Braun stimme ich übrigens weitgehend zu. Und Hysterie und die Angst vor der nahenden Apokalypse wurden durch Politik und Medien absichtsvoll geschürt.

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Closed via SSO
Jon Gretzky (jgr271) - 30.11.2011 20:15 Uhr

Frau Zeißler!

Um Verstand zu finden müssen Sie nicht nach Kanada gehen, da reicht ein Blick auf den Beitrag von Herrn Braun weiter oben.

Daß dieser sich allerdings gegen Ihre Ideologie durchsetzt... nun, darauf hoffe ich vermutlich vergebens.

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Thomas Berger
Thomas Berger (tberger) - 30.11.2011 11:24 Uhr

Keine Glosse

Ein Satz wie "Überhaupt wurde zum Auftakt beklagt, dass der Klimaschutz in einigen Weltregionen fast schon zum Selbstläufer geworden ist" ist nicht witzig, weil in den entsprechenden Fachjournalen tatsächlich ernsthaft beklagt wird, dass ökonomische Anreize zum Umweltschutz so effektiv sind, dass deren Erfolge davon abhalten, eine staatliche Steuerung des Umweltschutzes zu beschließen.

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Jahrgang 1964, Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

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