29.11.2011 · Kanda steigt aus. Die anderen folgen auch noch. Damit ist bald Schluss mit dem Kyoto-Vertrag zum Klimaschutz. Und weiter? Mit ökologischer Kleinstaaterei etwa?
Von Joachim Müller-JungRichtlinien für Lesermeinungen
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Beim Thema "Klimawandel" ist zwischen 3 Domainen zu unterscheiden.
Die 1. betrifft das wissenschaftliche Verständnis der ihn
auslösenden Prozesse. Diese haben weitgehend natürliche
Ursachen, können jedoch durch anthropogene Einflüsse
(Vergrößerung der Source: CO2 und andere GHG, Vekleinerung
der Sink: Entwaldung, Erwärmung der Meere etc.) erheblich
beeinflusst werden. Darüber besteht in der Community nur noch im
Detail Zweifel (z.B. Bedeutung der Dansgaard-Oeschger Events).
Als 2. haben wir die Klimamodelle. Diese unterliegen Unsicherheiten.
Diese Unsicherheiten rühren jedoch größtenteils daher,
dass wir die zukünftigen Emission nicht genau genug kennen.
Die 3. betrifft die Implementierung von Gegenmaßnahmen. Dies ist
der Bereich v.a. politischer Entscheidungen. Dementsprechende viele
Diskussionen gibt es.
Diese 3 Bereiche sind gedanklich zu trennen. Plump und ohne erkennbaren
Sachverstand vor "Hysterie" und "Apokalypse" zu
warnen ist für die Gesamtdiskussion wenig hilfreich.
Gar nicht soviel falsch
Lieber Herr Parsons,
der Verweis auf Climategate führt - wie der Verweis auf die durch
Exxon bezahlten Klimaskeptiker - auf den medial überhöhten
Teil der Diskussion. Zu den inhaltichen Argumenten.
Die künftigen Emissionen kennen wir NICHT genau, denn sie
hängen z.B. massiv von der Entwicklung in China und Indien ab.
Sicher ist das Klima ein komplexes System, dessen kurzfristige
Oszillationen (z.B. kleine Eiszeit oder die mittelalterliche Warmzeit)
leichter wahrgenommen werden, als die langfristigen. Auch von den
meisten Klimaskeptikern unumstritten ist jedoch der Zusammenhang
zwischen CO2 und der Temperatur. Wenn Sie also gegen einen Klimawandel
argumentieren, müssen Sie erklären, wo das viele CO2 hingeht,
das wir emittieren. Da sieht es schlecht aus: Wälder werden
abgeholzt, Ozeane VERLIEREN durch Temp. die Speicherfähigkeit,
Permafrost ebenfalls. Eine MASSIVE Verlagerung von CO2 (als Organik) auf
den Meeresboden ist nicht nachgewiesen. Also: nach wie vor fehlt die
Sink zur Source.
Nicht alles richtig
1. Auch die davon sehr gut lebende "Community" hat
fundamentale Zweifel (siehe Climategate I/II), von unabhängigen
Wissenschaftlern ganz zu schweigen.
2. Die Unsicherheiten der Klimamodelle bestehen nicht in den
zukünftigen Emissionen, die man recht genau vorhersagen kann im
Vergleich zu einer unübersehbaren Zahl anderer Parameter, die
größtenteils gar nicht berücksichtigt werden. Noch
weniger weiß man über Wechselwirkungen. Voraussagen über
das Klima als hochkomplexes chaotisches System sind _nicht_
möglich, steht praktisch wörtlich sogar im IPCC-Bericht.
3. Gegenmaßnahmen gegen ein nicht existierendes Problem sind
unsinnig und sind dem politischen Machtwillen und Profitinteressen
geschuldet. Ein konstantes Klima gab es nie. Wir können froh sein,
daß es gerade (aufgrund natürlicher Ursachen) wärmer
wird (die letzten 10 Jahre allerdings nicht mehr). Vor dem
Kälterwerden müßten wir uns wirklich fürchten. Die
"kleine Eiszeit" im 18. Jahrhundert brachte Hunger und Not.
Eine erfrischend ruhige...
...und sachliche Stimme von Logik, Sachverstand und Vernunft.
Wieso muß ich gerade an Schmuck und Borstenvieh denken?
@ Andreas Braun
Von welcher "Community" reden Sie? Das IPPC? Rahmstorf, Schellnhuber? Oder...?
Danke!
Guter Beitrag, wird aber fürchte ich das Stammtischniveau hier nicht heben.
Sind etwa WIR die Trottel der Klimahysterie?
Sollten die Kanadier etwas wissen, was unserem Super-Röttgen bisher
entgangen ist? Sollten die tatsächlich etwas kritischer auf unsere
mainstream-Klima-Modelle geschaut haben? Gibt es etwa neue Erkenntnisse,
die hierzulande nicht politisch korrekt sind und deshalb verschwiegen
werden?
Immer noch findet man Schlußsentenzen wie: "... Die
Ergebnisse dieser Forschung belegen zwar nicht den Klimakonsens - an der
menscheverursachten Klimakatastrophe besteht jedoch kein Zweifel."
Die Wirklichkeit wird die Apokalyptiker einholen
Es ist wie immer in der Politik, macht man mal einen Fehler, hat kein Politiker den Mut dies als Irrtum zuzugeben und man macht einfach so weiter bis das Thema irgendwann mal im Sande verläuft. Der Schaden der dabei durch Inaktivität entsteht kann enorm sein. So wie auch beim inzwischen religiös verbrämten Glauben an den antropogenen Klimawandel. Die kritischen Klimawissenschaftler außerhalb der Koalition der Willigen, liefern uns Monat für Monat mehr und mehr Indizien dass man die komplexe Welt des Klimas doch nicht so einfach in Rechnern simulieren kann die die Politiker den Klimaforschern so großzügig spendeten. Wenn die Simulationsmodelle nicht die Wirklichkeit treffen, sollte man die Modelle hinterfragen und nicht die Wirklichkeit anzweifeln. So zumindestens machen es seriöse Ingenieure. Die Bundesregierung wird ihre Politik nicht korrigieren, denn die Wirklichkeit wird es tun. Wenn man am Ende ganz einsam dasteht dann gibt man still und leise auf. Sorry, war halt ein Fehler.
Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.12.2011 12:44 UhrTitel eingeben
Wobei man wiederum bedenken sollte, dass in den Wäldern Kanadas die
Schwefeldioxid-Immissionen, die für das damaligen
"Waldsterben" mit verantwortlich waren, sicherlich geringer
waren, als hier in Deutschland. Zusätzlich sind die kanadischen
Wälder erheblich naturnäher und naturnahe Ökosysteme sind
haben häufig eine höhere Resistenz und Resilienz als
anthropogen stark beeinflusste.
Auch hier ist es wieder sinnvoll, nach den kausalen Ursachen zu fragen
und zu vergleichen, anstatt sich darauf zu verlassen was irgendwer,
irgendwo, irgendwann mal gesagt hat.
@ Sven Gebhart
Nochmal ein paar Worte zum "Waldsterben", dessen Ursachen
Ihrer eigenen Aussage nach zu "komplex" sind, um sich hier
näher damit zu befassen.
Zu der Zeit, als das Waldsterben in Europa, speziell in Deutschland, das
beherrschende Katastrophenthema war, war ich in Kanada. Dort, im
französischsprachigen Quebec, saß ich einmal neben einem
einheimischen Forstmann. Der fragte mich nach "Le waldsterben"
und was es eigentlich damit auf sich habe. Meinen Versuch, ihm die
Sachlage zu erklären, quittierte der Mann mit ungläubigem
Gelächter. Er erwiderte, dass seine Familie seit Generationen in
den kanadischen Wäldern arbeite, und dann weiter,
sinngemäß: "Wälder wachsen, sterben, wachsen...,
ein ewiges Werden und Vergehen. So ist das immer gewesen, und so wird es
immer weiter sein."
antwort
Herr Buchwald hat recht. Und um auf das Waldsterben zu kommen. Es gab sehr starke negative Einflüsse durch Luftverschmutzungen die erst nach Einführung von Filteranlagen zurückgingen. Allerdings ist das ganze etwas komplex darum lassen wir das. Nur noch so viel: man spricht nicht mehr von Waldsterben sondern von "Neuartige Waldschäden". Und auch Gletscher schmelzen. Das ist Fakt. Sie wären bei einer Erwärmung auch so geschmolzen da gebe ich Ihnen ja recht. Allerdings liegt auch hier nicht der springende Punkt. Der liegt nämlich in der Anpassung. Die Anpassung von Ökosystemen und den darin vorhandenen Elementen. Aber warum sollten wir uns auch sorgen machen um Bäume und Vögelchen Trockenperioden und den Rest der Welt und dieses Zeug. Kostet uns doch alles viel zu viel Geld das man besser für sinnvollere Sachen ausgeben sollte wie die unserer Lebensgrundlagen.
Ach ja, das gute alte Ozonloch -
seit vielen Jahren taucht es immer mal wieder in den Medien auf wie das
Kasperle aus der Kiste, geistert um die Pole, verschwindet wieder - und
niemand weiß so recht, was es eigentlich an Schaden anrichtet.
Still geworden ist es auch um das Waldsterben, das sogar wie die
"Schadenfreude" als Fremdwort in viele Sprachen einging, und
die Wälder rauschen immer noch. Mal schmelzen die Gletscher, mal
wachsen sie wieder, und so wird es wohl auch mit dem Permafrost sein -
es sei denn, die nächste Eiszeit steht vor der Tür.
@Martin Buchwald, Sie behaupten, "aber dass der Mensch in diesem
System dann immer noch als Beschleuniger wirkt ist unbestreitbar".
Unbestreitbar? Komisch, es gibt mindestens ebenso viele ernstzunehmende
Wissenschaftler, die eben das bestreiten. Woher nehmen Sie also die
unbedingte Gewissheit, wer recht hat? Weil Sie die Gegenseite lieber gar
nicht zur Kenntnis nehmen?
"Wer trägt die Kosten des Atomausstiegs?"
steht da als Bildunterschrift. Na, wer wohl? Wir Verbraucher, ob wir
nun Anhänger oder Gegner der neuen Öko-Religion sind.
Aber auch die Natur, die Landschaften, die Tiere tragen die Kosten. Man
muss sich nur die Fotos ansehen vom "größten Kraftwerk
Europas", einer 26 Fußballfelder großen Verschandelung
der Landschaft mit Sonnenkollektoren in Brandenburg. Oder ein kaum
kleineres in der traumschönen Gebirgsregion Tramuntana auf Mallorca
(na, da scheint wenigstens die Sonne öfter als in Brandenburg).
Oder die entsetzlichen Windkraftansammlungen, euphemistisch
"Parks" genannt, zu Lande und auf dem Meer - riesige
Schredderapparate für die Vögel. Klimaschutz, Naturschutz -
was wir vorne aufbauen, machen wir hinten kaputt. Und das Klima macht
sowieso, was es will und kümmert sich nicht um die idiotischen
Menschen und ihre spinnerten Ideen.
Glüchwunsch für Kanada! Ich bin froh, dass die Front der
"Klimaleugner" wächst. Da gibt es also doch noch Hoffnung
und Verstand.
@Jon Gretzky
Ich muss mich wohl damit abfinden, von Ihnen bei dem
"Stammtischniveau" angesiedelt zu werden, über das ein
anderer Forist sich hier beklagt. Ist aber okay für mich.
Allerdings habe ich lange überlegt, welche Ideologie Sie bei meinen
Beiträgen entdeckt haben könnten. Ist es etwa eine Ideologie,
wenn man nicht die unbedingte Wahrheit für sich gepachtet hat,
welche die Apologeten des anthropogenen Klimawandels für sich
beanspruchen? Ist es eine Ideologie, gegen die Verschandelung ganzer
Landschaften durch Wälder von Windrädern und riesige
Sonnenkollektorflächen zu sein? Als Ideologie, sogar als Hybris,
verstehe ich eher den felsenfesten, durch keinerlei Gegenargumente zu
erschütternden Glauben an einen bevorstehenden Klimawandel, den der
Mensch negativ oder positiv beeinflussen könnte.
Dem Beitrag von @Andreas Braun stimme ich übrigens weitgehend zu.
Und Hysterie und die Angst vor der nahenden Apokalypse wurden durch
Politik und Medien absichtsvoll geschürt.
Frau Zeißler!
Um Verstand zu finden müssen Sie nicht nach Kanada gehen, da reicht
ein Blick auf den Beitrag von Herrn Braun weiter oben.
Daß dieser sich allerdings gegen Ihre Ideologie durchsetzt... nun,
darauf hoffe ich vermutlich vergebens.
Ein Satz wie "Überhaupt wurde zum Auftakt beklagt, dass der Klimaschutz in einigen Weltregionen fast schon zum Selbstläufer geworden ist" ist nicht witzig, weil in den entsprechenden Fachjournalen tatsächlich ernsthaft beklagt wird, dass ökonomische Anreize zum Umweltschutz so effektiv sind, dass deren Erfolge davon abhalten, eine staatliche Steuerung des Umweltschutzes zu beschließen.
Joachim Müller-Jung Jahrgang 1964, Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.
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