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Gletscherbericht : Erholungspause für die Eisriesen Österreichs

Der Gepartsch Ferner im Ötztal, bei dem 2014 die stärksten Einbußen zu verzeichnen waren, ist um 91 Meter kürzer geworden. Bild: Österreichischer Alpenverein

Die Gletscher in Österreich schmelzen weiter. 2014 war der Rückgang aber geringer als in den Jahren davor. Einige Eisriesen konnten sogar etwas zulegen.

          2014 war in Österreich – wie auch global – im Durchschnitt das wärmste Jahr, seit Temperaturen aufgezeichnet werden, doch für die alpinen Gletscher gab es eine Erholungspause von den Rekordschmelzen vergangener Jahre. Das geht aus dem diese Woche vorgestellten Gletscherbericht 2013/14 des österreichischen Alpenvereins hervor. Zwar gingen die meisten der österreichischen Gletscher weiter zurück, jedoch nicht in so großem Ausmaß wie zuvor, und es gab (wie schon 2013) wieder einige Eisriesen, die etwas zulegen konnten.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          Die Forscher führen das darauf zurück, dass das vergangene Jahr zwar durchschnittlich warm war, es aber im Hochsommer nur wenige Perioden mit stabilem Sonnenwetter gab und dafür viele Tage mit Regen oder Schnee. Besonders im Süden des Landes war im Winter überdurchschnittlich viel Schnee gefallen, der im Sommer dann die Eisdecke „schützt“. Als entscheidende Phase, in welcher der Schnee auf den Gletschern abschmilzt, gilt der August, der 2014 – entgegen der Tendenz des Jahres – unterdurchschnittlich warm war.

          Gletscher gingen im Schnitt um zehn Meter zurück

          Insgesamt hat der Alpenverein bei 86 Gletschern eine Tendenz festgestellt, 74 davon sind zurückgeschmolzen, acht haben stagniert, und vier sind in der Länge vorgestoßen. Im Durchschnitt sind die Gletscher um 10,3 Meter zurückgegangen – weniger als im Vorjahr (minus 15 Meter) und viel weniger als im vergangenen Jahrzehnt, als die Gletscher zeitweilig um mehr als 20 Meter schrumpften.

          Auch die Ausschläge sind geringer: Der Gepartsch Ferner im Ötztal, bei dem 2014 die stärksten Einbußen zu verzeichnen waren, ist um 91 Meter kürzer geworden. Im Vorjahr führte der Schalf Ferner mit 173 die Verlustliste an. Österreichs größter Gletscher, die Pasterze, ging 2014 um 53,6 Meter zurück, mithin wieder etwas stärker als im Vorjahr (minus 41 Meter). Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre waren die österreichischen Gletscher zum letzten Mal gewachsen – nach Jahrzehnten des Rückgangs.

          Die Alpengletscher sind ökologisch und klimageschichtlich von Bedeutung, aber auch wirtschaftlich. Sie ziehen Touristen an und dienen als Wasserspeicher. Der Generalsekretär des Österreichischen Alpenvereins, Robert Renzler, wies daher auf Folgen der Schmelze für die hochalpine Infrastruktur hin: „Dies betrifft insbesondere die Steinschlaggefährdung hochalpiner Wege und zunehmend auch die Trinkwasserversorgung von Schutzhütten.“

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