21.03.2007 · Im März werden nicht nur die Tage länger, sondern auch die Gedenktage zahlreicher. Zum Auftakt der Welttage-Saison wartet der 21. März gleich mit sechs Aktionstagen auf: vom Welttag der Poesie bis zum Welttag der Hauswirtschaft. Bald könnte auch Franz Müntefering bedacht werden.
Von Martin U. MüllerHeute um 1.07 Uhr war es soweit: Der Frühling beginnt. Und während die Tage länger werden, werden sie auch zahlreicher. Bringen es die Monate Januar und Februar nur auf fünf wichtige Gedenktage wie den Welttag der Feuchtgebiete (2. Februar) oder den Welttag des Fremdenführers (21. Februar), reiht sich in den Monaten März bis Juni Gedenktag an Welttag.
Den heutigen 21. März lapidar als den Eröffnungstag des zweiten Eisenacher Logistikforums oder gar nur als Mittwoch abzutun, würde dem Tag der Tage nicht gerecht. Nicht weniger als sechs Welt- und Aktionstage sind auf den 21. März datiert. Und dabei rechnen wir nicht einmal den Neujahrstag Nouruz mit, der in Zentralasien und Teilen Südosteuropas gefeiert wird. Was also wird heute alles begangen?
Der Welttag der Poesie
Im Jahr 2000 wurde er von der Unesco in Paris ausgerufen. Ob die Datierung des Tages mit dem Frühlingsanfang zu tun hat, kann auch Dieter Offenhäußer nicht auf Anhieb beantworten. So vermutet der stellvertretende Generalsekretär der Deutschen Unesco-Kommission „mal wieder eine blumige Unesco-Idee“ dahinter.
„Alles hängt mit allem zusammen“, resümiert der Fachmann und zitiert aus der herbeigesuchten Proklamation „157 EX/3.4.2“ des Welttages, in der von „interkulturellem Austausch“ und der Bedeutung „mündlicher Traditionen“ die Rede ist. Dann schickt Offenhäußer noch eine Pressemitteilung des vergangenen Jahres per Fax. Darin steht aber auch nicht viel mehr.
Der Internationale Tag des Waldes
Doch trotz Klimaschockmeldungen der vergangenen Wochen - oder vielleicht gerade deswegen? - plant der Pressesprecher der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Jens Stengert, nur eine „Pflichtpressemitteilung“. Er nennt den Tag tatsächlich „ausgelutscht“.
Trotzdem erwartet er, dass Schulklassen wieder Bäume pflanzen und „ähnliche Späße“ stattfinden. Überhaupt müsse er alle Kräfte für den „Tag des Baumes“ am 25. April bündeln. Der rufe ein weit größeres Medienecho hervor.
Der Welttag Down-Syndrom
Der Tag, der im vergangenen Jahr erstmals begangen wurde, erscheint vergleichsweise sinnvoll.
Der 21. März symbolisiert nach einer Idee des Niederländers Erik de Graaf das 21. Chromosom, das sich durch eine unregelmäßig verlaufende Zellteilung verdreifacht und so die Behinderung hervorruft, die als „Down-Syndrom“ bekannt ist.
Der Tag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung
Auch er fällt nicht zufällig auf den 21. März. Der Tag, der seit 1966 begangen wird, soll an ein Massaker in Südafrika erinnern.
Bei einer friedlichen Demonstration am 21. März 1960 gegen die in der Apartheidspolitik des Landes damals fest verankerten Residenzpflichtgesetze wurden 69 Menschen von Polizisten erschossen.
Der Welttag der Hauswirtschaft
Ob dieser Tag etwas mit dem Garantieverfall von Waschmaschinen zu tun hat oder mit der blühenden Lust am Frühjahrsputz, lässt sich leider nicht seriös klären. Beim Berufsverband Hauswirtschaft läuft ein Anrufbeantworter. Persönliche Auskünfte gibt es nur klassisch halbtags bis mittags um zwölf.
Irgendetwas habe es wohl mit dem Frühling und einer Frau aus Finnland zu tun, meint dann frühmorgens Verbands-Geschäftsführerin Beate Imhof-Gildein. Wenig später dann Entwarnung: „Es gibt keinen Hintergrund.“
Franz-Müntefering-Tag
Nein, den gibt es noch nicht in Wirklichkeit, aber zumindest schon in der Vorstellung eines kleinen SPD-Ortsvereins aus der Nähe von Freiburg. Müntefering wurde am 21. März 2004 zum Parteivorsitzenden gewählt.
Zwei Jahre hatte er dieses Amt inne. Zwar habe man mit ihm eine Wahl verloren, meint ein Ortsvereinsmitglied, aber er bleibe „der Parteivorsitzende der Herzen“. Und da hat er natürlich einen besonderen Tag verdient.