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Donnerstag, 16. Februar 2012
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Friedensnobelpreis Nobel-Komitee im Klimatrend

13.10.2007 ·  Klimaschutz ist „in“ - dem hat das Nobel-Komitee Rechnung getragen. Und indem es den Preis auch an Amerikas Umweltmissionar Al Gore vergab, hat es vermutlich eine weitere scharfe Spitze gegen die Regierung Bush richten wollen. Klaus-Dieter Frankenberger kommentiert.

Von Klaus-Dieter Frankenberger
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Von den Grünen bis zum Weißen Haus sind alle hocherfreut - oder sie tun zumindest so -, dass Albert Gore und dem UN-Klimarat gemeinsam der Friedensnobelpreis zuerkannt worden ist. Allein das kollektive Echo ist ein Indiz für die Erwartbarkeit der diesjährigen Entscheidung.

Angesichts des politisches Makroklimas war es nicht wirklich eine Überraschung, dass sich das Osloer Nobel-Komitee für den amerikanischen Klimaaktivisten, der bei den Verhandlungen über das Kyoto-Protokoll noch die Skepsis seines Vorgesetzten Clinton weitergeben musste, und die vielen im Klimarat zusammengeschlossenen Wissenschaftler entschieden. Klimaschutz ist „in“; die Klimapolitik beherrscht mittlerweile fast jede Gipfelkonferenz; der Klimawandel ist auf einer globalen Prioritätenliste ganz nach oben gerückt. Dieser Prioritätenverschiebung hat das Nobel-Komitee Rechnung getragen.

Späte Rache?

Und vermutlich hat es, wie bei anderen Entscheidungen in den vergangenen Jahren, auch diesmal eine scharfe Spitze gegen die amerikanische Politik, gegen die Regierung in Washington richten wollen. Denn die hat sich bis vor kurzem geweigert, sich der Mehrheitsmeinung anzuschließen, dass die vom Menschen verursachten Treibhausgase die Hauptursache für eine gefährliche Erderwärmung seien. Die Regierung Bush steht - wie so oft - am Pranger, weil sie sich weigert, verbindliche Ziele zur Verringerung von Kohlendioxidemissionen zu akzeptieren.

Der Friedensnobelpreisträger und ehemalige Vizepräsident Amerikas, Al Gore, will das Preisgeld für seine Auszeichnung für den Klimaschutz stiften.

Jemandem wie Gore, der die Bewältigung des Klimawandels als moralische Herausforderung für die Menschheit sieht und dessen Film ein politischer und ein kommerzieller Erfolg ist, den Nobelpreis zuzuerkennen, ist ein Verdikt über Amerikas Politik. Und es wirkt etwas anmaßend, wie späte Rache für das Urteil des Supreme Court, das die Präsidentenwahl vor sieben Jahren entschied.

Kein Zweifel: Die diesjährige Vergabe des Friedensnobelpreises wird dem Thema Klima einen weiteren Aufmerksamkeitsschub geben, auch in seiner Bedeutung für Frieden und Sicherheit im weitesten Sinne. Aber sie erteilt keine Absolution von der Aufgabe, die wissenschaftlichen und politischen Einwände und Bedenken derer, die von dem allgemeinen Konsens (noch) nicht überzeugt sind, ernst zu nehmen und seriös zu entkräften. Gore hat dem Klimaschutz ein Gesicht gegeben, aber manches, was er behauptet, ist Unsinn.

Quelle: F.A.Z., 13.10.2007, Nr. 238 / Seite 1
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