03.03.2007 · Deutschland steckt schon mitten im Klimawandel. In Zukunft könnten aus Sommer und Winter eher Trocken- und Regenzeit werden. Verhindern können wir das nicht mehr, aber abschwächen vielleicht.
Von Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe und Peter WernerDer Klimawandel ist keine abstrakte Gefahr mehr - auch Deutschland steckt schon mittendrin. Wird der globale Ausstoß an Treibhausgasen nicht deutlich reduziert, wird sich unser Land grundlegend verändern. Die Beobachtungen der vergangenen Jahrzehnte erlauben es uns, die wichtigsten Trends für das Deutschland der Zukunft zu skizzieren. Denn schon in den vergangenen fünfzig Jahren hat sich die Jahresmitteltemperatur um rund ein Grad Celsius bis hin zu 1,5 Grad in Süddeutschland erhöht.
Verzeichnet wird zudem ein deutlicher Niederschlagsrückgang im Osten, wo es ohnehin am trockensten ist, und eine Zunahme im Westen. Änderungen von Temperatur und Niederschlag sind keineswegs gleichmäßig über das Jahr verteilt. Im Sommer haben Regenfälle in fast ganz Deutschland abgenommen. Unsere Winter werden niederschlagsreicher. Diese Klimaentwicklung wurde durch eine Häufung von Extremereignissen begleitet. Erinnert sei an die heißen Sommer 1992 und 2003 oder die Winterhochwasser am Rhein etwa 1995 sowie die Überschwemmungen an der Oder 1997, an der Elbe 2002 und der Donau im Sommer 2005.
Düsterste Szenarien vermeiden
Ein extremes Einzelereignis wäre noch lange kein Zeichen für eine Klimaänderung. In der Summe nehmen solche Ereignisse allerdings zu. Dies ist ein deutliches Warnsignal, denn die Entwicklung läuft parallel zu den stetig steigenden Treibhausgasemissionen. Und im Moment sieht es so aus, als würden die Klimaszenarien die tatsächlichen Trends eher unterschätzen. Das neue Deutschland zeichnet sich durch trocken-heiße Sommer und warm-feuchte Winter aus. Läuft der Ausstoß von Treibhausgasen nahezu ungebremst weiter, wird die Temperatur gegenüber 1990 bis 2050 im Mittel um 2 Grad zunehmen, im Küstenbereich etwas weniger stark, im Binnenland dafür deutlich stärker.
Von dem bisher schon beobachteten Niederschlagsrückgang werden um 2050 deutlich mehr Regionen betroffen sein, besonders im Osten. Der Temperaturanstieg und damit höhere Verdunstung werden dafür sorgen, dass die Wasserbilanz zur Mitte dieses Jahrhunderts im Sommer negativ sein wird. Wasserprobleme, besonders im niederschlagsarmen Osten, sind damit programmiert. Wir müssen uns darauf einstellen, dass Extremereignisse häufiger oder intensiver auftreten. Ganz zurückschrauben kann man diese Tendenzen zwar nicht, aber durch entschlossene globale Klimaschutzpolitik könnte man die düstersten Szenarien vermeiden.
Die nächste Frage des FAZ.NET-Spezials zum Klimawandel „Wie warm wird die Erde?“ finden sie in Kürze auf FAZ.NET
Herausforderung
uwe mildner (recfarm2)
- 03.03.2007, 13:47 Uhr
klimawandel
herbert sesselmann (0auto6)
- 03.03.2007, 17:19 Uhr
Wir müssen umdenken
Wolfgang Strubel (wolfgang-strubel)
- 03.03.2007, 18:04 Uhr
Eine neue Kultur
Jan Engler (Jan_Engler)
- 03.03.2007, 18:27 Uhr
jetzt auch bei der faz untergangsstimmung?
d. o. (rodeo)
- 04.03.2007, 01:53 Uhr