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Sonntag, 19. Februar 2012
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Energiesparen (1) Die Heizung

10.03.2007 ·  Eine neue Heizung, bessere Fenster oder eine effektivere Isolierung: Beim Heizen kann man viel tun, um Energie zu sparen. Wir zeigen Ihnen, wie das im Einzelnen geht.

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Eine neue Heizung, bessere Fenster oder eine effektivere Isolierung: Im Bereich Heizung kann man viel tun, um Energie zu sparen. Wir zeigen Ihnen, wie das im Einzelnen geht.

Heizung erneuern

Die neue Heizung gehört zu den wichtigsten Klimaschutzmaßnahmen in Wohnhäusern. Sie ist zudem die wirtschaftlichste Sparmaßnahme, das heißt, für einen investierten Euro bekommt man die größte Einsparung. Wer einen 30 Jahre alten Heizkessel gegen einen modernen Erdgas-Brennwertkessel austauscht, kann die CO2-Emissionen halbieren. Jeder Liter gespartes Heizöl vermeidet 2,7 Kilo Kohlendioxid, 1000 Liter Einsparung oder 2,7 Tonnen Kohlendioxid sind durchaus möglich. Auch die Ölrechnung kann um bis zu 40 Prozent verringert werden. Das spart mehrere hundert Euro im Jahr. Die Anschaffungskosten von rund 8000 Euro für ein durchschnittliches Einfamilienhaus haben sich nach einigen Jahren amortisiert. Fast klimaneutral sind Holzpellets-Heizungen. Das CO2, das die Verbrennung der Holzreste erzeugt, haben die Bäume vorher der Luft entzogen. Allerdings sind diese Heizungen in der Anschaffung mit 10 000 bis 14 000 Euro teurer. Zudem steigen die Preise für die Pellets gerade stark.

Fenster austauschen

Das ist die zweitbeste Möglichkeit, den Energiebedarf zu senken - nach einer besseren Dämmung. Bei einem Einfamilienhaus mit 44000 Kilowattstunden Heizenergieverbrauch können der CO2-Ausstoß um 15 Prozent und die Heizrechnung um rund 300 Euro gesenkt werden. Dreifach verglaste Fenster sind mittlerweile üblich. Eine gute Isolierung, erkennbar an einem U-Wert von nahe 0,9 W, ist für wenig Aufpreis zu erhalten. Wichtig ist aber der Fensterrahmen. Er ist die größte Schwachstelle. Rahmen aus Holz und Kunststoff geben weniger Wärme ab als solche aus Metall. Daher reicht es manchmal, die alten Holzrahmen zu behalten und nur neue Gläser einzusetzen.

Dämmung verstärken

Wer Dach, Keller und Hauswände stärker dämmt, sorgt dafür, dass die Wärme im Haus bleibt und die Heizung nicht die Außenluft wärmt. Von allen Maßnahmen an der Heizung spart das am meisten Geld und CO2. Bei einem Einfamilienhaus mit 44 000 Kilowattstunden Heizenergie-Verbrauch im Jahr sind bis zu 1000 Euro jährliche Einsparung möglich (siehe Grafik). Der CO2-Ausstoß kann halbiert werden, für ein Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern zum Beispiel auf nur noch rund fünf Tonnen im Jahr. Je älter das Haus ist, umso eher lohnt sich die Zusatzdämmung. Immerhin sind 90 Prozent der Häuser älter als dreißig Jahre. Die Modernisierung hat noch einen angenehmen Nebeneffekt: An den Innenseiten der Wände bilden sich danach kein Tauwasser und kein Schimmel mehr.

Wärmepumpen einbauen

Es gibt sie schon seit 30 Jahren, aber erst seit kurzem gewinnen Wärmepumpen an Bedeutung. Sie sind fast nur in Neubauten zu finden. Bis zu 40 Prozent CO2-Einsparung versprechen die Anlagen. Sie nutzen die natürliche Sonnenwärme im Erdreich, dem Grundwasser und der Außenluft. Am effizientesten ist dabei das Anzapfen der Erdwärme. Das funktioniert auch im Winter gut, weil in der Erde die Temperaturen selbst in der kalten Jahreszeit nahezu konstant sind. Dazu werden Rohre zum Beispiel unter dem Garten verlegt, durch die eine Flüssigkeit strömt, die durch die natürliche Wärme erhitzt wird. Sie wird im Haushalt genutzt. Einziger Nachteil des innovativen Konzepts: Die Anschaffungskosten sind mit 16.000 bis 20.000 Euro sehr hoch. Angesichts der steigenden Öl- und Gaspreise haben sich die Kosten aber nach einigen Jahren amortisiert.

Heizung warten

Wie ein Auto muss auch die Heizungsanlage regelmäßig zur Inspektion. Nur so wird verhindert, dass unnötig viel CO2 verbrannt wird. Die Einspareffekte sind zwar vergleichsweise klein, aber so groß, dass man nicht darauf verzichten sollte. Anders ist es auch kaum zu schaffen, dass die Anlagen ihre Nutzungsdauer von 15 bis 20 Jahren erreichen. Bei der Inspektion müssen die Heizflächen im Wärmeerzeuger gereinigt sowie die Regelungstechnik und der Brenner eingestellt werden. Das sollte ein Fachmann einmal im Jahr erledigen. Die Prüfung durch den Schornsteinfeger genügt da nicht.

Temperatur drosseln

Die meisten heizen zu viel. 20 Grad, nachts 15 Grad reichen für die Mehrzahl der Leute völlig aus, empfehlen Experten. Eine Strickjacke ist dann längst noch nicht nötig. Jedes Grad weniger liefert einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz. In der Heizrechnung macht das für jedes Grad sechs Prozent weniger aus. Die Warmwassertemperatur sollte 60 Grad nicht übersteigen. Die Türen zu weniger beheizten Räumen sollten geschlossen bleiben. Wichtig auch: Genügend Abstand von Möbeln zum Heizkörper. Eine zusätzliche Dämmung an der Wand hinter dem Heizkörper empfiehlt sich.

Hydraulik verbessern

Moderne Heizungsanlagen können höchste Wirkungsgrade erreichen. Das nützt aber nur etwas, wenn die Wärme anschließend richtig im Gebäude verteilt wird. Eine entscheidende Voraussetzung hierfür ist der „hydraulische Abgleich“ der Heizkörper durch den Installateur. Dieser Abgleich ist besonders in Mehrfamilienhäusern zu empfehlen. Er soll gewährleisten, dass jeder Heizkörper innerhalb des Systems mit der tatsächlich benötigten Wärmemenge versorgt wird. Ohne hydraulischen Abgleich werden die Heizkörper mit dem geringsten Abstand zum Kessel beziehungsweise zur Pumpe überversorgt. Die am weitesten entfernten Heizkörper werden dagegen unterversorgt, da hier zu wenig Heizwasser ankommt. Das erhöht den Energieverbrauch. Der Abgleich bringt aber verglichen mit den anderen Maßnahmen im Bereich der Heizung vergleichsweise wenig CO2- und Kosteneinsparung.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.03.2007, Nr. 10 / Seite 56
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