02.02.2007 · Wie würde ein Abschmelzen der großen kontinentalen Eisschilde den Meeresspiegel beeinflussen? Diese Frage kann der aktuelle Weltklimabericht nicht eindeutig klären. Sollte das Grönlandeis verschwinden, würde dies einen Anstieg um sieben Meter bedeuten.
Der jüngste Weltklimabericht ist in Bezug auf die großen kontinentalen Eisschilde diesmal etwas pessimistischer als der letzte Bericht von 2000, aber noch immer gibt es große Unsicherheit, was deren Beitrag zum Meeresspiegelanstieg betrifft.
Die Massen der großen Eispanzer in der Antarktis gelten wie die Temperaturen dort als nahezu unverändert, weil Abschmelzungen an den Rändern vor allem der Westantarktis durch stärkeren Schneefall insbesondere über dem Inland und der Ostantarktis nahezu kompensiert. „Die Modelle zeigen derzeit, dass die Antarktis insgesamt für große Schmelzprozesse zu kalt bleiben wird. Es wird erwartet, dass das Eis dort wegen der Schneefälle an Masse zulegen wird.“
Arktis wird im Sommer eisfrei sein
Die Geschwindigkeit der Schmelze an den Eisrändern habe sich zuletzt beschleunigt, besonders in Grönland, wo man spürbare Masseverluste ausgemacht hat. Für äußerst bedenklich schätzen die Wissenschaftler die Entwicklung ein, sollte Grönland einige tausend Jahre lang den vorhergesagten Temperaturen ausgesetzt sein. Dann sei zu erwarten, dass der Meeresspiegel um bis zu sieben Meter ansteigt - etwa genauso viel wie in der letzten Zwischeneiszeit vor rund 120.000 Jahren, als Grönland komplett eisfrei war.
Das Meereis in der Arktis sowie in der Antarktis wird nach Überzeugung der Wissenschaftler weiter zurückgehen. Vor allem in der Arktis, wo sich die Lufttemperatur in den zurückliegenden hundert Jahren verdoppelt haben soll, wird mit weiteren großen Packeisverlusten gerechnet. „Im letzten Abschnitt des einundzwanzigsten Jahrhundert wird das Meereis in den arktischen Spätsommern fast vollständig verschwunden sein“, heißt es in dem Bericht. Wie im dritten Weltklimabericht hat man ein Abschmelzen um etwa 7,5 Prozent pro Dekade errechnet.