28.06.2010 · Fast sechzig Nobelpreisträger in der Gemeinde Lindau am Bodensee: Zum historischen sechzigsten Treffen sind 650 Elitestudenten aus aller Welt gekommen.
Von Joachim Müller-JungDas Nobelpreisträger-Treffen in der Lindauer Inselhalle, seit sechzig Jahren eine Institution der Lehrer-Schüler-Begegnung auf allerhöchster Ebene, hat am Montag am Bodensee begonnen. In seinem Jubiläumsjahr zeigt es sich so präsent wie nie zuvor, insbesondere auch im Internet: Livestream, Blogs, Mediathek, Newsfeed - wer will, kann das weltweit einmalige ZusammenTreffen von knapp sechzig lebenden Nobelpreisträgern aus der ganzen Welt mit nicht weniger als 650 Studenten aus Dutzenden Ländern zumindest virtuell hautnah miterleben (www.lindau-nobel.org).
Fächerübergreifendes Treffen
Besonderen Anreiz bietet das ausgesprochen vielfältige Programm in diesem Jahr. Zum sechzigsten Bestehen hat man für die drei naturwissenschaftlichen Nobelpreis-Kategorien ein sogenannten interdisziplinäres Meeting anberaumt. Physik- und Chemielaureaten treffen mit Preisträgern in Medizin und Physiologie zusammen. Dabei gilt, wie immer bei den Lindauer Zukunftswerkstatt: Die Preisträger dürfen reden, wonach Ihnen ist, ob sie nun über ihren eigenen Stoff, ihre gewürdigten Leistungen als Forscher oder ihre Lieblingsbeschäftigung abseits des Labors berichten. Nur eines dürfen sie nicht - das ist eine strikte Regel, die das Stockholmer Nobelpreis-Komitee vorgegeben hat: keinerlei kommerzieller Werbung. Nichtsdestotrotz ist am diesjährigen Programm leicht erkennbar, dass sich das früher in Spezialthemen vertiefte Treffen weiter geöffnet hat für fächerübergreifende Sujets, seien es wirtschaftliche Aspekte, moralische Fragen oder soziale Diskussionen.
Autoren der beiden Holtzbrinck-Blätter „Nature“ und „Spektrum der Wissenschaft“ haben den Aufbau einer täglichen Blogschau (http://lindau.nature.com) übernommen. Ein Forum, das nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch als Adressat für die Öffentlichkeit gedacht ist.
FAZ-Beilage zum Nobelpreis-Gipfel
Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) wird am kommenden Samstag in einer eigenen Beilage der Wissenschaftsredaktion über viele Seiten vom diesjährigen Nobelpreisträger-Treffen berichten.
Elitestudenten?
Janosh Gnisleh (jangnisleh)
- 30.06.2010, 03:35 Uhr
Joachim Müller-Jung Jahrgang 1964, Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.
Jüngste Beiträge