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Ferne Weihnachtsgrüße (2) : Wir feiern Weihnachten auf dem Mars

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Christiane Heinicke bei einer Exkursion auf dem irdische Mars auf Hawaii Bild: Christiane Heincke

Wie feiert man Weihnachten auf dem Roten Planeten? Sechs Enthusiasten haben es auf Hawaii erprobt. Wir haben Christiane Heinicke, Geophysikerin am ZARM der Universität Bremen, über ihre Erfahrungen befragt.

          Frau Heinicke, Sie haben von August 2015 bis August 2016 mit fünf weiteren Menschen ein Jahr lang auf der simulierten Marsstation „HI-Seas“ in rund 2000 Meter Höhe auf dem Mount Manua Kea auf Hawaii verbracht. Wie ist es Ihnen auf dem Roten Planeten ergangen?

          Recht gut. Wir wollten versuchen, zu sechst ein Jahr auf engem Raum und in Isolation gemeinsam zu überstehen. Und das ist uns gelungen. Hinter diesem einfach zu definierenden Ziel steckt eine äußerst hohe psychische Belastung – und damit die Frage, wie man für einen Marsflug eine Crew überhaupt auswählen muss, damit sie dieser Belastung standhalten kann.

          Welche Aufgabe hatten Sie als Geophysikerin?

          Ich war in erster Linie normales Crewmitglied und habe für unser Team die wissenschaftlichen Studien koordiniert, die während der Simulation durchgeführt wurden.

          Sie haben auf Hawaii auch in völliger Abgeschiedenheit Heiligabend 2015 gefeiert. Wie haben Sie Weihnachten erlebt?

          Außer Weihnachten haben wir auch Neujahr, Ostern, Thanksgiving und sämtliche unserer sechs Geburtstage gefeiert (hier geht`s zum Blog von Christiane Heinicke). Das Wichtigste bei all unseren Feiern war stets das Essen, insbesondere zu Weihnachten.

          Auch auf dem Mars werden zu Weihnachten Plätzchen gebacken. Bilderstrecke

          Für Heiligabend hatten wir ein großes Festessen gekocht. Wir hatten nur gefriergetrocknete Zutaten. Daher war die Zubereitung unseres „Weihnachtstruthahns“ eine echte Herausforderung.

          Gab es besondere Rituale?

          Wir hatten einen Miniatur-Weihnachtsbaum geschmückt, den wir in unserem Lager gefunden hatten. Es wurden Plätzchen gebacken und ein Lebkuchen-Habitat gebaut. Die Geschenke gab es dann am Morgen des 25. Dezembers. Zum Teil waren das selbstgebastelte Präsente von den Crewkollegen, zum Teil auch von Freunden und den Familien. Die Überraschungen waren bereits Monate vorher abgeschickt worden.

          Schließlich dauert ja auch ein Flug zu Roten Planeten ein gutes halbes Jahr.

          Das Lustigste daran war aber, dass wir gleich zwei absolut identische Geschenke geschickt bekamen. Das eine war ein Brettspiel, das zu unserem Lieblingsspiel wurde. Das andere waren Plüsch-Frettchen, die wir als Handpuppen benutzen konnten. Die Puppen entwickelten im Lauf der Zeit ein regelrechtes Eigenleben und entwickelten ihren eigenen Charakter. Sie sorgten für so manchen witzigen Moment.

          Die Fragen stellte Manfred Lindinger

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