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Ende des Moratoriums Mit Killerviren darf wieder geforscht werden

 ·  Schon nächste Woche könnten die vor einem Jahr gestoppten Versuche mit Vogelgrippe-Erregern wieder aufgenommen werden. Der Risikoforscher Peter Sandman warnt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vor Laborunfällen. Virologen halten dagegen, dass der gesellschaftliche Nutzen überwiege.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (9)
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Lise Lotter
Lise Lotter (LLotter) - 21.01.2013 14:17 Uhr

Welcher gesellschaftlicher Nutzen?

In diesem Artikel wurde der erwartete "gesellschaftliche Nutzen" nicht näher definiert und mir fehlt vielleicht auch die Vorstellungskraft dafür, worin der bestehen soll.

Ich erinnere mich nur sehr gut daran, dass uns Laien immer wieder etwas für absolut sicher verkauft wurde, was sich einige Zeit später als katastrophal entpuppte ... spontan fällt mir dazu die Nutzung von Atomkraft ein, die "sicheren" Endlager für den Atommüll. Es gibt wohl noch einiges mehr.

Es gibt leider viele Leute, die mit großer Naivität an Notwendigkeiten, Nutzen, technischen und wissenschaftlichen Fortschritt um jeden Preis glauben, und die jene Leute, denen die Risiken zu hoch sind, als hysterische und unwissende Meute abtun.

Insofern bin ich der Ansicht, dass der Ausdruck "Killerviren" zwar stilistisch Bildzeitungsniveau hat, aber dennoch zutreffend ist, während "virulente Viren" zwar sachlich richtig ist, jedoch die Brisanz des Diskussionsthemas zu verstecken versucht.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.01.2013 17:13 Uhr
N. Bauer
N. Bauer (Zweckkind) - 23.01.2013 17:13 Uhr

Killerviren...

@Lise Lotter
der gesellschaftliche nutzen besteht in der gleichzeitigen herstellung des gegenmittels, welches nur den "gesellschaftlichen eliten" zugänglich ist. in dieser kranken "gesellschaft" werden die richtungen nur noch von mafiösen strukturen in politik, religionen, militär, finanzen, etc. diktiert. willige, gewissenlose "wissenschaftler" mit pathologisch-egomanischen wahnvorstellungen übertreffen sich in den perversesten züchtungen.
steigerung: dumm, dümmer, blöd, mensch. - leider.
zweckkind twittert auch.

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Herbert Sax
Herbert Sax (H.Sax) - 21.01.2013 06:21 Uhr

Wenn wir das Wort "Killerviren".....

....das eigentlich eher zu BILD als zur FAZ passt durch das Wort hoch viruente Viren ersetzten, relativiert sich die Aufregung.

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Hans-Jürgen  Steffens

"Jeder Fahler, der passieren kann, wird einmal passieren."

Das ist richtig - und dennoch irrelevant:

Beispiel:

Sie setzen 100 Affen vor 100 Schreibmachinen und lassen sie pro Sekunde 10 Zeichen tippen. dann wird irgendwann auf den Papieren die 1. Seite von Skakespears "Hamlet" erscheinen. (Genau so hat man es früher schon das ein oder anderemal lesen können.)

Korrekt - aber wann ist dieses irgendwann?

Im Schnitt brauchte es eine Zeitdauer von mehr als 10 hoch 1000 Kosmoslebensaltern.

Für solche Zahlen haben wir keine emotionale Justierung. Sie ist weit jenseits allem, was wir gefühlsmäßig fassen können.

Das hindert uns nicht daran, abstrakt mathematisch darüber reden zu können, verleitet dann aber zu Aussagen die nur allzuleicht mit falschen Empfindungen verbunden werden: "Was passieren kann, wird einmal passieren wird".

Damit macht man dann Politik (und zeigt damit nur eine starke Disziplinlosigkeit im Denken.).

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.01.2013 15:33 Uhr
Hans-Jürgen  Steffens

Antwort @Hans-Peter Fischer

Kurzversion:

Sie haben eine mathematisch wahre Aussage in unzulässigerweise Weise emotional aufgeladen. Das ist unredlich, das Affenbeispiel demonstriert die Unzulässigkeit einer solchen Taktik.

Langversion:

Die "Wahrscheinlichkeit der Risikoverwirklichung" ist tatsächlich groß - aber nur dann, wenn man die in der Natur ablaufenden Prozesse betrachtet. Denn im Gegensatz zum Menschen macht sich die Natur keine Gedanken über das, was sie produziert.

Die Risiken in den Biolaboren der Schutzstufe 4 sind demgegenüber quasi null.

Besteht auch ein Schutz gegenüber kriminellem Verhalten? mögen Sie fragen. Damit ändern sie aber die Spielregeln. Kriminell handelnde benötigen keine Biolabore wie in Atlanta. Sie agieren auch unabhängig von Moratorien. Für solche Fälle aber ist es von direktem Vorteil, wenn sich staatliche Forscher mit aggressiven Viren beschäftigen, um bei terroristischer Freisetzung im "hot standby Modus" reagieren zu können.

P.S.
Hat man Sie an einer FH mal gequält? ;-

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Ulrich Stauf
Ulrich Stauf (DH7XU) - 20.01.2013 11:42 Uhr

Wenn unter dem Aspekt der Abwägung vom gesellschaftlichen Nutzen zum Risiko

wirklich einmal der "GAU" passiert und neun Zentel der Menschheit ausgerottet sind, kann man sich diese Frage ja noch einmal hinsichtlich der dann nicht mehr vorhandenen Überbevölkerung dieses Planeten stellen ... .

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Gus Savel
Gus Savel (gsavel) - 20.01.2013 11:22 Uhr

Der Mensch ist wirklich das einzige "Tier"...

was sein eigenes schön mehrfach selbst gefährdet hat...und es trotz schwerer Vorfälle immer wieder tut. Vielleicht sind manche Veröffentlichungen der Belletristikgar nicht so fern...

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.01.2013 12:31 Uhr
Hans-Jürgen  Steffens

"Der Mensch ist wirklich das einzige.."

so etwas kommt reflexhaft zu leicht über die Lippen.

Die Sauerstoff produzierenden Mikroorganismen hatten die Biospäre seinerzeit viel härter an den Rand des Abgrundes gebracht.

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George Rauscher

Man macht es, weil man es kann

Sonst nichts. Forschung und Fortschrittsglaube sind an sich nichts schlechtes, aber gäbe es nicht sinnvollere Aufgaben, als tödliches noch tödlicher zu machen?

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19.01.2013, 16:36 Uhr

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