19.01.2013 · Schon nächste Woche könnten die vor einem Jahr gestoppten Versuche mit Vogelgrippe-Erregern wieder aufgenommen werden. Der Risikoforscher Peter Sandman warnt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vor Laborunfällen. Virologen halten dagegen, dass der gesellschaftliche Nutzen überwiege.
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Welcher gesellschaftlicher Nutzen?
In diesem Artikel wurde der erwartete "gesellschaftliche
Nutzen" nicht näher definiert und mir fehlt vielleicht auch
die Vorstellungskraft dafür, worin der bestehen soll.
Ich erinnere mich nur sehr gut daran, dass uns Laien immer wieder etwas
für absolut sicher verkauft wurde, was sich einige Zeit später
als katastrophal entpuppte ... spontan fällt mir dazu die Nutzung
von Atomkraft ein, die "sicheren" Endlager für den
Atommüll. Es gibt wohl noch einiges mehr.
Es gibt leider viele Leute, die mit großer Naivität an
Notwendigkeiten, Nutzen, technischen und wissenschaftlichen Fortschritt
um jeden Preis glauben, und die jene Leute, denen die Risiken zu hoch
sind, als hysterische und unwissende Meute abtun.
Insofern bin ich der Ansicht, dass der Ausdruck "Killerviren"
zwar stilistisch Bildzeitungsniveau hat, aber dennoch zutreffend ist,
während "virulente Viren" zwar sachlich richtig ist,
jedoch die Brisanz des Diskussionsthemas zu verstecken versucht.
Killerviren...
@Lise Lotter
der gesellschaftliche nutzen besteht in der gleichzeitigen herstellung
des gegenmittels, welches nur den "gesellschaftlichen eliten"
zugänglich ist. in dieser kranken "gesellschaft" werden
die richtungen nur noch von mafiösen strukturen in politik,
religionen, militär, finanzen, etc. diktiert. willige, gewissenlose
"wissenschaftler" mit pathologisch-egomanischen
wahnvorstellungen übertreffen sich in den perversesten
züchtungen.
steigerung: dumm, dümmer, blöd, mensch. - leider.
zweckkind twittert auch.
Wenn wir das Wort "Killerviren".....
....das eigentlich eher zu BILD als zur FAZ passt durch das Wort hoch viruente Viren ersetzten, relativiert sich die Aufregung.
"Jeder Fahler, der passieren kann, wird einmal passieren."
Das ist richtig - und dennoch irrelevant:
Beispiel:
Sie setzen 100 Affen vor 100 Schreibmachinen und lassen sie pro Sekunde
10 Zeichen tippen. dann wird irgendwann auf den Papieren die 1. Seite
von Skakespears "Hamlet" erscheinen. (Genau so hat man es
früher schon das ein oder anderemal lesen können.)
Korrekt - aber wann ist dieses irgendwann?
Im Schnitt brauchte es eine Zeitdauer von mehr als 10 hoch 1000
Kosmoslebensaltern.
Für solche Zahlen haben wir keine emotionale Justierung. Sie ist
weit jenseits allem, was wir gefühlsmäßig fassen
können.
Das hindert uns nicht daran, abstrakt mathematisch darüber reden zu
können, verleitet dann aber zu Aussagen die nur allzuleicht mit
falschen Empfindungen verbunden werden: "Was passieren kann, wird
einmal passieren wird".
Damit macht man dann Politik (und zeigt damit nur eine starke
Disziplinlosigkeit im Denken.).
Antwort @Hans-Peter Fischer
Kurzversion:
Sie haben eine mathematisch wahre Aussage in unzulässigerweise
Weise emotional aufgeladen. Das ist unredlich, das Affenbeispiel
demonstriert die Unzulässigkeit einer solchen Taktik.
Langversion:
Die "Wahrscheinlichkeit der Risikoverwirklichung" ist
tatsächlich groß - aber nur dann, wenn man die in der Natur
ablaufenden Prozesse betrachtet. Denn im Gegensatz zum Menschen macht
sich die Natur keine Gedanken über das, was sie produziert.
Die Risiken in den Biolaboren der Schutzstufe 4 sind demgegenüber
quasi null.
Besteht auch ein Schutz gegenüber kriminellem Verhalten? mögen
Sie fragen. Damit ändern sie aber die Spielregeln. Kriminell
handelnde benötigen keine Biolabore wie in Atlanta. Sie agieren
auch unabhängig von Moratorien. Für solche Fälle aber ist
es von direktem Vorteil, wenn sich staatliche Forscher mit aggressiven
Viren beschäftigen, um bei terroristischer Freisetzung im "hot
standby Modus" reagieren zu können.
P.S.
Hat man Sie an einer FH mal gequält? ;-
Wenn unter dem Aspekt der Abwägung vom gesellschaftlichen Nutzen zum Risiko
wirklich einmal der "GAU" passiert und neun Zentel der Menschheit ausgerottet sind, kann man sich diese Frage ja noch einmal hinsichtlich der dann nicht mehr vorhandenen Überbevölkerung dieses Planeten stellen ... .
Der Mensch ist wirklich das einzige "Tier"...
was sein eigenes schön mehrfach selbst gefährdet hat...und es trotz schwerer Vorfälle immer wieder tut. Vielleicht sind manche Veröffentlichungen der Belletristikgar nicht so fern...
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.01.2013 12:31 Uhr"Der Mensch ist wirklich das einzige.."
so etwas kommt reflexhaft zu leicht über die Lippen.
Die Sauerstoff produzierenden Mikroorganismen hatten die Biospäre
seinerzeit viel härter an den Rand des Abgrundes gebracht.
Man macht es, weil man es kann
Sonst nichts. Forschung und Fortschrittsglaube sind an sich nichts
schlechtes, aber gäbe es nicht sinnvollere Aufgaben, als
tödliches noch tödlicher zu machen?