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Brief für 80 Milliarden Forschungsmittel Industriebosse drängen EU-Chefs

 ·  Die Chefs der größten europäischen Multis gesellen sich vor dem EU-Gipfel zu 144 Nobelpreisträgern: Das gefährdete Forschungsbudget „Horizon 2020“ müsse gerettet werden.

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Erst vor wenigen Tagen hat die Europäische Kommission mächtig Flagge gezeigt. Die medienwirksame Vergabe von jeweils einer Milliarde Euro Fördermittel für zwei sogenannte Flaggschiff-Projekte – das Human Brain Project und das Graphene Project – hat auch weit über die europäischen Grenzen hinaus Schlagzeilen gemacht. Den Eindruck des Krösus allerdings, der Forschungsmittel mit vollen Händen auszugeben weiß,  versucht man in Brüssel jetzt allerdings schnell wieder zu zerstreuen.

Der Europäische Forschungsrat ERC und die Großindustrie-Allianz ERT (European Roundtable of Industrialists), unter dessen Dach sich fünfzig Konzernlenker mit zusammen mehr als einer Milliarde Jahresumsatz zusammen gefunden haben, versuchen sich vor dem in einer Woche stattfindenden EU-Gipfel in Dublin mit Kassandrarufen. Sie haben ein gemeinsames Papier verfasst, in dem sie die europäischen Regierungschefs zur Umsetzung der EU-Kommissionspläne aufrufen.

Europa drohe die vielversprechendsten Talente zu verlieren, wenn die von einigen Ländern wie Großbritannien angekündigte Kürzung des geplanten  Forschungsbudgets „Horizon 2020“ durchgesetzt würde: „Die 80 Milliarden Euro Fördermittel für 2014-2020 ist das absolute Minimum.“

Damit hat die Präsidentin des ERC, Helga Nowotny, eine Reihe weiterer prominenter Führungspersönlichkeiten auf ihre Seite gezogen. Schon im vergangenen Jahr hatte die Österreicherin mit einem Offenen Brief an die nationalen Regierungs- und Finanzchefs im Europäischen Rat und einer Unterschriftenaktion für Furore gesorgt: 144 Nobelpreisträger  haben den Aufruf zur Rettung des Horizon-Budgets unterschrieben. Dazu kommen 153.000 Europäer, die sich in einer Online-Petition dem Aufruf der Laureaten angeschlossen haben.

Auf Seiten der Industriellen haben den Aufruf Leif Johanssion, dem Vorstandschef von Ericsson und Siemens-Chef Peter Löscher unterzeichnet. In dem erreichen Club sind daneben von deutscher Seite unter anderem die Vorstände der BMW-Gruppe, der Deutschen Telekom, Thyssen-Krupp, BASF, SAP und E.ON vertreten. Sie halten es wie der Forschungsrat für dringend geboten, die Forschungsmittel schneller aufzustocken. Europa gebe gemessen am Bruttoinlandsprodukt lediglich 1,9 Prozent für Forschung und Entwicklung aus, die großen Drei  – Vereinigte Staaten (2,8%), Japan (3,3%) und Südkorea (3,4%) – jeweils beinahe doppelt so viel.

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31.01.2013, 23:14 Uhr

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