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Faktencheck zu Organspende: das Ergebnis : Von Toten und Sterbenden

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Leser und Journalisten recherchierten gemeinsam zum Thema „Organspende: Für und Wider“. Dutzende Argumente wurden ausgewertet. Fazit: Denkt mehr über Würde nach.

          Mitte Januar haben wir auf Telepolis und auf FAZ.net einen “Faktencheck” mit dem Titel Organspende: Für und Wider durchgeführt. Leser haben sich mit insgesamt knapp 500 Kommentaren beteiligt. Die Kommentare wurden fortlaufend in eine Argumentationskarte übertragen, die als gemeinsamer Bezugspunkt für die Debatte diente. Die Karte zeigt auf, wo die Meinungsfronten verlaufen, wie Ablehnung oder Zustimmung zur postmortalen Organspende rechtfertigt werden und wo Lücken in den Begründungen bestehen. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen.

          Für den Faktencheck auf Telepolis und auf FAZ.net wurde jeweils eine separate Argumentationskarte aufgebaut, die den Verlauf im jeweiligen Forum wiedergibt. Beide Karten haben wir nun in einer gemeinsamen Darstellung zusammengeführt. Der Übersichtlichkeit halber verwenden wir im folgenden eine einfache, nicht-interaktive Version der Karte. Die Forenbeiträge, die sich hinter den einzelnen Elementen auf der Karte verbergen, sind zugänglich über die interaktive Version der zusammengeführten Karte. Aus der Vogelperspektive betrachtet, sieht die vollständige Argumentationskarte so aus:

          Eine hochauflösende Darstellung der Gesamtansicht kann hier heruntergeladen werden.

          Der grüne Bereiche umfasst die Argument für die Organspende. Der rote Bereiche stellt die Einwände dar. Das gelbe Areal zeigt Vorschläge zu Verbesserung des Organspende-Aufkommens. Die einzelnen Bereiche der Karte werden im folgenden vorgestellt.

          (Hier klicken, um vergrößerte Ansicht zu erhalten)


          Zu den Farben und Symbolen: Es gibt Fragen (?, blau), Antworten in Form von Thesen oder Handlungsvorschlägen (!, gelb) sowie Argumente, welche für eine These oder einen Handlungsvorschlag sprechen. Ferner: Argumente, die sich auf ein vorangegangenes Argumente beziehen und dieses stützen oder widerlegen. Die Zeichen Plus (+) und Minus (-) zeigen an, wie sich ein Element auf der Karte zu dem unmittelbar vorausgegangenen Element verhält. Damit bei langen Ketten von Argumenten die Übersicht nicht verloren geht, wird zusätzlich eine Farbkodierung verwendet. Grün sind alle Elemente gekennzeichnet, welche die vorangehende Ausgangsthese (gelb) stützen. Rot Elemente, welche die Ausgangsthese entkräften.


          Als Argumente, die für das Spenden sprechen, wurden vor allem ethische Überlegungen ins Feld geführt. Mitunter richteten sich diesbezügliche Äußerung im Forum an direkt an andere Kommentatoren, die die Organspende ablehnten:

          • “Und du würdest natürlich freiwillig auf ein Spender-Organ verzichten wenn dir nicht mehr anders zu helfen ist, nicht wahr? Oder interessiert dich dann dein Gerede von heute auch nicht mehr?” (Twister 2009 auf TP)

          Die Diskussion zeigt: ethisch betrachtet, kann die Aufforderung zur Organspende auf verschiedene Weise begründet werden. Sie kann sich auf eine Regel nach der Art von “Wie Du mir, so ich Dir” berufen, auf einen Appel zur Solidarität, oder auf das Gebot, Menschenleben zu retten. Einige der Begründungen wurden in der Diskussion auch beanstandet. Ein Kommentator brachte zum Beispiel die These auf, dass es sich bei der Organspende um so etwas ähnliches wie ein Geschenk handele – und dass von daher keine Art von moralischem Zwang zur Spende bestehe. Andere Teilnehmer warfen ein, dass es einen moralischen Anspruch auf Organe anderer Menschen schlichtweg nicht geben könne – und von daher auch keine Pflicht zur Spende.
          Ein weiteres Argument in der Debatte zur den Gründen, die für die Spende sprechen, thematisiert nicht die Frage nach einer wie auch immer gearteten Pflicht zur Spende, sondern vielmehr deren moralische Legitimität. Das Argument beruft sich auf anerkannte und vor allem in der Medizinethik oftmals zitierte Prinzip “Niemandem schaden!”:

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