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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Faktencheck zu Organspende: das Ergebnis Von Toten und Sterbenden

 ·  Leser und Journalisten recherchierten gemeinsam zum Thema „Organspende: Für und Wider“. Dutzende Argumente wurden ausgewertet. Fazit: Denkt mehr über Würde nach.

Artikel Bilder (9) Lesermeinungen (38)
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Thomas G. Schätzler

Mehr Achtsamkeit, Respekt und Empathie in der Transplantationsdebatte

Patienten liegen im Sterbeprozess und mit Hirntodkriterien auf 'Intensiv'. Katecholamine werden perfundiert. Maschinelle Beatmung erfolgt, damit Spenderorgane nicht absterben. Medizinisch vitalisierte Organe zur Rettung von Organempfängern bei unwiderruflichem Sterben des Organspenders beinhalten d e n entscheidenden Zielkonflikt. Zugleich brauchen potentielle Transplantatempfänger auch intensivmedizinische Betreuung und OP-Vorbereitung. Diese ethische Problematik wird nicht allein dadurch gelöst, dass alle unreflektiert Organspende-Ausweise in die Hand gedrückt bekommen. Und die reine Widerspruchslösung leugnet die informationelle Selbstbestimmung. Bessere bio-psycho-soziale Bedingungen für diejenigen schaffen, die in Intensivpflege, im OP und ärztlichen Dienst, in Technik/Logistik bei Explantation und Implantation einerseits den Sterbeprozess bei Spendern aufhalten, andererseits bei Organempfängern unter enormem Zeit- und Erfolgsdruck stehen. Es geht um die "Conditio humana"!

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Ralf Groetker

Technisches Problem + Lösung

Wenn das Verfassen von Beiträgen nicht funktioniert und man immer wieder auf die Ursprungsseite zurückgeworfen wird:
- Cache leere
- Abmelden
- faz.net neu laden
- neu anmelden

Meistens klappt es dann.

rg

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Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 27.01.2013 20:19 Uhr

@ Herr Lehmann, jetzt gehen Sie aber entschieden zu weit

ich habe keine Ahnung, wer der ominöse Steel Steel ist und meine Meinung sage ich noch immer unter Klarnamen.

Sie hätten sich beim Faktencheck einbringen können, warum haben Sie das nicht getan? Nun ist diese Möglichkeit leider nicht mehr gegeben, aber das Lesen "Organspende: Für und Wider" mit allen(!) Kommentaren oder aber der Übersicht in der Vergrößerung (ebenfalls mit Kommentaren) sollten Sie unbedingt noch nachholen.

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Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 27.01.2013 18:45 Uhr

Regelungen zur Organspende im Ausland

In Italien, Luxemburg, Österreich, Portugal, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn gilt die so genannte Widerspruchsregelung. Danach wird man nach dem Tod zum möglichen Organspender, wenn man nicht ausdrücklich etwas anderes festgelegt hat; in vielen Fällen haben dann nicht einmal die Angehörigen ein Widerspruchsrecht. Sonderformen der Widerspruchsregelung gibt es den Angaben zufolge in Belgien, Finnland und Norwegen. Auch in Schweden und Frankreich wird man automatisch zum Organspender. Allerdings müssen in diesen Ländern die Angehörigen informiert werden, ein Einspruchsrecht haben sie jedoch nicht.

In Deutschland, Dänemark, Griechenland, Großbritannien, Irland, den Niederlanden und der Schweiz gilt dagegen die erweiterte Zustimmungsregelung. Hier muss zu Lebzeiten einer Organentnahme im Organspenderausweis zugestimmt werden. Liegt diese Erklärung nicht vor, können die Hinterbliebenen entscheiden. Quelle: epochtimes

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Dirk  Lehmann

Frau Renate Simon, Ihre Stimmungsmache ist unseriös.

Haben Sie überhaupt einmal einen natürlich sterbenden Menschen erlebt?
bei fast JEDEM Menschen natürlich sterbenden Menschen hört irgendwann die Atmung und - je nach Vorerkrankungen - erst mach einer gewissen zeit (die einem sehr lang erscheinen kann) das Herz auf, zu schlagen.

DAS IST NORMAL.

ich kann - falls Sie Bedarf haben - auch GERNE EINMAL BESCHREIBEN, WIE ES AUSSIEHT, WENN EIN MENSCH WEGEN EINER HERZSCHWÄCHE In SEINEM BETT NACH LUFT SCHNAPPT, OBWOHL ER NICHTS ANDERES TUT, ALS DORT ZU SITZEN.

Und wie diese Patienten Angst davor haben, zuhause zur Toilette gehen zu müssen, weil sie dafür die für sie unendlich beschwerliche Strecke von 10 Metern gehen müssen.

Oder wie es für einen Pat. ist, 3 mal die Woche an eine Maschine angeschlossen zu werden, die einem fast den Kreislauf zusammenbrechen lässt und man sich erst einmal einen Tag davon erholen muss, man kaum etwas trinken darf und die grosse Kanüle zum 2500.sten Mal in das eigene Blutgefäß gestochen wird... etc

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.01.2013 20:53 Uhr
Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 27.01.2013 20:53 Uhr

Herr Lehmann, danke, dass Sie Ihren Ton etwas gemäßigt haben

wie Shunts liegen, ist mir bekannt. Aber davon abgesehen sind wir letztlich gar nicht soweit voneinander entfernt. Die erweiterte Zustimmungslösung wäre m.E. völlig o.k., ich will ja niemanden am Spenden hindern, ich möchte nur, dass sich jeder über die Konsequenzen, die der Hirntod nun einmal für den Sterbenden hat, klar ist. Ich habe meine Schwiegermutter und meinen Mann, 1971 eine nur 5 Jahre ältere krebskranke Kollegin über 4 Wochen im Krankenhaus, täglich über mind. 12h, bis zum Tod begleitet (sie lag ein halbes Jahr, ich 6 Wochen, davon 2 in ihrem Zimmer).

Mir liegt daran, dass so konkret wie heute möglich über den Hirntod aufgeklärt wird und dabei auch berücksichtigt wird, dass die Kriterien gegenüber den Anfängen doch sehr aufgeweicht wurden. Und wie die Organentnahme oder auch Multiorganentnahme vonstatten geht, ist vielen nicht klar. Ich meine, nur ein aufgeklärter Patient oder Spender/Empfänger ist auch ein mündiger Patient. Sind wir uns soweit einig?

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Dirk  Lehmann

Frau Simon..

die Zitate, die Sie hier aus dem Zusammenhang gerissen bringen, sind klar tendenziös.
Das hat nun wirklich NICHTS mit Information, sondern mit DESINFORMATION zu tun.

Dass Sie keine Ahnung von Shunts haben, sei Ihnen verziehen. Auch Shunts liegen unter der Haut, ein Patient wird alleine dafür oftmals neu operiert, weil diese nur begrenzt halten. Ein kleines bißchen mehr Zurückhaltung bei Themen, von denen Sie keine Ahnung haben, wäre jedoch wirklich dem wichtigen und ernsten Thema zuliebe angebracht.

Übrigens bin ich gegen die Einspruchslösung und für die erweiterte Zustimmungslösung, aber eben aufgrund seriöser Informationen und nicht aufgrund der hier getätigten
üble Stimmungsmache mit phantasievollen Unterstellungen ( siehe auch "steel steel") letztlich ist das ja auch Ziel der Entscheidungshilfe der FAZ.

Fundamentalismus ist ein schlechter Berater und ich kann manipulative "Zitate" und Instrumentalisierung der angeregten Angstphantasien der Leser nicht unwidersprochen lassen...

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Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 27.01.2013 19:27 Uhr

Herr Lehmann, Ihrem Kommentar entnehme ich,

dass Sie den Faktencheck mit allen Kommentaren nicht gelesen haben. Vielleicht holen Sie das einmal nach. Wie kraftraubend es für einen Kranken ist, nur eben zur Toilette zu kommen, habe ich bei meinem Mann erlebt. Und was Luftnot angeht, könnte ich Ihnen selbst etwas erzählen.

Soweit mir bekannt ist, werden Krebs- und Dialysepatienten usw. Shunts gesetzt. Ihre Argumentation "2500.stes Mal" ist unseriös.

Ich glaube nicht, dass ich hier unseriös argumentiere, mir liegt daran, dass sich jeder ausreichend informiert und dann mag er spenden oder auch nicht. Prof. Wuermeling sagt es so: "Ob es eine Christenpflicht zur Organspende gibt, mag heute dahingestellt bleiben. Aber daß es eine Christenpflicht gibt, sich über deren Voraussetzungen zu informieren, kann nicht bezweifelt werden."

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steel steel
steel steel (pigg) - 27.01.2013 17:47 Uhr

@Dirk Lehmann

Darf man fragen, weshalb Sie sich hier so vehement für die Organspende einsetzen bzw.
dafür kämpfen? Alle, die dies tun, machen es nicht umsonst, während diejenigen, die
wenigstens Aufklärung möchten, dies aus selbstlosen Gründen tun und keinen wirtschatlichlichen
Vorteil davon haben. Es empfiehlt sich genauer hinzuschauen, aus welcher Funktion und
aus welchen Motiven Leute ihre "gesicherten" Erkenntnisse verkaufen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.01.2013 19:11 Uhr
Dirk  Lehmann

an den Herrn, der sich nicht einmal traut, seinen Klarnamen anzugeben

Ich setze mich keineswegs "vehement für die Organspende" ein, sondern habe einige FAKTEN beigetragen. Weil ich da fachspezifische Kenntnisse habe.

Und wenn Sie - durch ihre Anonymität geschützt - diejenigen, die sich für ein mieses Gehalt die Nächte um die Ohren hauen, um Leben zu retten, hier als finanzielle Profiteure darstellen, die sie nicht sind. Ob man die Nächte wegen eines Polytraumatisierten oder wegen einer Transplantation ohne Schlaf verbringt, ergibt den gleichen "Verdienst" für die Ärzte - konkret gesagt sogar 30% weniger als tagsüber. Am nächsten Tag geht es natürlich weiter, weil Transplantationen immer unvorhersehbar sind und das OP-Programm des nächsten Tages durchgezogen werden muss.

Interessant ist aber, wieso Sie die manipulative Desinformationen durch Frau Simon nicht kritisieren (oder sind Sie nur ein anonymer Zweitaccount von Frau Simon?) , sondern ausgerechnet sachlich argumentierende Menschen persönlich diffamierend angreifen ?

Das gibt doch zu denken...

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Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 27.01.2013 17:01 Uhr

Beschreibung einer Nierenentnahme von einer Krankenschwester:

Wenn das Herz entnommen wird, dann ist man am schnellsten tot, also so richtig tot. Das geht ruckzuck, in einem Moment ist er noch rosig, im nächsten liegt er da wie eine richtige Leiche. Bei einer Nierenentnahme dauert es viel länger. Das Herzsterben eines „hirntoten“ Patienten nach einer Nierenentnahme empfindet die Krankenschwester als besonders unerträglich. Der Spender blutet bis zum letzten Herzschlag aus, wobei sich die verlangsamte Rhythmik auf dem Monitor abbildet und akustisch hörbar ist: „Der Patient liegt auf dem Tisch, er ist noch rosig, er atmet noch, das Herz schlägt, und plötzlich wird er langsam blass, weil er ausblutet. Und das dauert und dauert und dauert, das Herz schlägt immer noch und hört nicht auf. Man muss ja den Monitor dranlassen. Eigentlich sind die Operateure fast fertig und gehen weg, und wenn die Spender junge Leute sind, arbeitet das Herz womöglich noch.“

aus:
Herzloser Tod - Das Dilemma der Organspende v. Ulrike Baureithel/Anna Bergmann

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Dirk  Lehmann

@ Renate Simon

Wenn man keinen blassen Schimmer von einem Fachgebiet hat (so wie Sie) dann sollte man auch nicht versuchen, Fachspezifische Texte als LAIE mit seinen Phantasien zu bereichern oder unzulässige Schlüsse vorzunehmen bzw manipulativ in den Hirnen Anderer einzupflanzen.

SELBSTVERSTÄNDLICH muss der Spenderorganismus so stabil wie möglich gehalten werden und alle Maßnahmen getroffen werden, um eine optimale Durchblutung bis zur Entnahme großer Organe zu gewährleisten.
Alle Organe werden mit speziellen Lösungen konserviert, schliesslich müssen diese mehrere Stunden bis zur erneuten Durchblutung im Empfänger möglichst schadlos überstehen.

Die Pflege und die ärztliche Betreuung der SPENDER ist für alle Beteiligten psychisch sehr belastend, denn man hat ja bis zuletzt gemeinsam um sein Leben gekämpft.

ALL DAS führt aber in der Regel einige Tage später zu im Spender-KH eintreffenden Dankesbriefen, die von erfolgreichen Transplantationen und damit gleich mehreren (!) geretteten Leben berichten.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.01.2013 17:40 Uhr
Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 27.01.2013 17:40 Uhr

Herr Lehmann, das waren nicht meine Texte

ich habe mir erlaubt, den Text der Uni Heidelberg von Herrn Rotondos Seiten zu entnehmen. Leider ist der Link zum Heidelberger pdf nicht mehr aktiv. Dass um das Leben des Spenders bis zuletzt gekämpft wird... Herr Lehmann, sobald feststeht, dass derjenige Organspender ist, wird er auch so behandelt.

Die Dankesbriefe... Spender sind anonym. Dabei vergessen Sie zu erwähnen, dass der Empfänger ja nicht "gerettet" ist. Er lebt unter ständiger Einnahme von Medikamenten mit der Gefahr, das neue Organ zu verlieren, ein weiteres zu benötigen. Dieser Umstand findet sich auch in der Anzahl der potentiellen Empfänger, die sich auch aus diesen Patienten rekrutieren. Weiterhin bergen die eingenommenen Medikamente weitere Gefahren an Krebs usw. zu erkranken.

Und letztlich übersehen Sie m.E., dass kein Leben unendlich ist. Man gewinnt evtl. etwas mehr Lebenszeit mit dem Umstand, Angehörigen von evtl. Spendern ein schlechtes Gewissen zu machen, um eine Einwilligung zu bekommen.

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gert kock
gert kock (gertKo) - 27.01.2013 13:21 Uhr

@Klaus Keller : Wohl ehr dem Egoismus zugewandet !?

Wenn man es für sich als selbstverständlich ansieht, andere auszuschlachten und damit andere ihrer Würde als Mensch zu berauben nur um für sich mehr Lebenzeit zu kaufen, so ist das dem Egoismus zugewandt. Für diese Lebensfristverlängerung die neben dem Erhalt des Transplantats enormen medizinischen Aufwand erfordet. Das sollte man auch in Betracht ziehen. Jeder hat für sich eine eigene Würde als Mensch von seiner Zeugung bis zu seinem entgültigen Tod, die ist primär zu achten und zu schützen, auch durch Hospiz und Pallativmedizin ein dieser Würde gerechtes Ableben zu ermöglichen. Der Mensch ist kein Nutz- und Wegwerf Produkt.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.01.2013 16:39 Uhr
gert kock
gert kock (gertKo) - 27.01.2013 16:39 Uhr

@Keller : abgesehen davon hinkt ihre Argumentation, ihr "olles" Erwachsenherz

wird keinem Kleinkind nützen.

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gert kock
gert kock (gertKo) - 27.01.2013 16:25 Uhr

Erzählen Sie das den Kindern die nicht leben dürfen

Die Ressourcen die ein Transplationspatient in Anspruch nimmt, entspricht vielen Kinderleben.

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Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 27.01.2013 13:16 Uhr

Was kann entnommen werden?

Haben »Spender/Innen« oder die Angehörigen keine Einschränkungen vorgenommen, darf eine Multiorganentnahme erfolgen!

· 1 Herz,
· 1 Herzbeutel
· 4 Herzklappen
· 1 Leber
· 2 Nieren
· 1 Bauchspeicheldrüse
· 1 Dünndarm
· 1 Dickdarm
· 1 Magen
· 2 Lungen oder Lungenteile
· mehr als 35 000 km Adern
· 206 verschiedene Knochen (z.B. Arm- und Beinknochen oder Rippen)
· Kieferknochen
· Gehörknöchelchen (2 Innenohren mit Hammer, Amboss und Steigbügel)
· 2 Hüftgelenke
· 2 Hände bzw.
· 2 Unterarme
· 2 Hornhäute
· ca. 2 m² Haut
· 1 Luftröhre
· Sehnen
· ca. 27 Bänder & Knorpel
· ca. 250 g Knochenmark

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Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 27.01.2013 13:13 Uhr

Ablauf einer Multiorganentnahme, Uni Heidelberg 2

...und Blutdruckabfälle beobachten, die bei hypovolämen Patienten besonders ausgeprägt sind und weshalb sterile Paddles zur Defibrillation bereit liegen sollten."
Dies zeigt, dass man sogar während einer Organentnahme den möglichen Herzstillstand bekämpft, wenn er zu früh eintritt!
Nach Abschluss der Organpräparation erhält der Patient (die Leiche!) Medikamente, die die Blutgerinnung herabsetzen sollen und die Gefäße weiten, damit sich die Konservierungslösung gleichmäßig verteilt. Danach werden Gefäße präpariert, die Aorta abgeklemmt und gleichzeitig der Körper mit Kühllösung durchspült und Eiswasser in den Bauchraum geschüttet, um die Organe von außen zu kühlen. Durch den Blutdruckabfall und die kalte Lösung kommt es "zu schweren Kreislaufdepression, Herzrhythmusstörungen, Kammerflimmern, agonalem Rhythmus und Asystolie."
Erst jetzt ist also der Herzstillstand (Asysolie) eingetreten.
Danach können die anästhesiologischen Maßnahmen eingestellt werden.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.01.2013 13:51 Uhr
steel steel
steel steel (pigg) - 27.01.2013 13:51 Uhr

ablauf organentnahme

.... und wenn das Herz wie meistens nicht von allein zu schlagen aufhört " muß der Herzstillstand vorbereitet werden. Hierzu legen Chirurgen Katheder in die Gefäße, damit rasch
eine Konservierungsflüssigkeit in die Organe strömen kann. Diese Perfussionslösung hat
einen hohen Kaliumgehalt und bringt das Herz über die Hauptschlagader zum Stillstand.
Kochsaltlösung mit Eisstücken kühlt außerdem die Bauchorgane.
Erst nach explantierter Lunge wird der Tubus abgenommen" so steht es in der Informations-
broschüre der BZgA für Ärzte.

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Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 27.01.2013 13:12 Uhr

Ablauf einer Multiorganentnahme, Uni Heidelberg 1

Dort steht u.a., dass nach dem Hauteinschnitt und dem Durchtrennen des Brustbeins Herzfrequenz- und Blutdruckanstieg vorkommen können. Dann werden die Organe präpariert und dabei kann es zum Absinken des Blutdruckes kommen, der mit Medikamentengabe (beispielsweise mit Akrinor® o.ä.) korrigiert werden muss. Bei der Präparation der Bauchspeicheldrüse können "vasoaktive Substanzen und Entzündungsmediatoren freigesetzt werden, die zu schweren Herzkreislaufstörungen und Herzstillstand führen können und ggf. mit Proteinaseinhibitoren therapiert werden müssen. [...] Erst nach Freipräparation aller Organe kann die makroskopische Beurteilung erfolgen und über die endgültige Entnahme entschieden werden. Parallel zur Präparation der abdominalen Organe wird das Perikard durch den Kardiochirurgen eröffnet, Herz und Lungen beurteilt und die großen Gefäße frei präpariert. Hierbei kann man häufig Herzrhythmusstörungen und Blutdruckabfälle beobachten, die bei hypovolämen Patienten ...

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Dirk  Lehmann

Die absolut sichere Methode zum Nachweis des Hirntodes...

Ist die arterielle Angiografie der hirnversorgenden Gefäße.

Ich möchte versuchen, es verständlich zu formulieren:
Ist aufgrund einer Hirnschwellung und/oder schwerer mechanischer Hirnzerstörung ein so starker Intrakranieller ( = innerhalb des Schädels) Druck vorhanden, daß die Gehirngefäße kein Blut mehr an das Hirn liefern können, mithin also das Gehirn definitiv NICHT mehr durchblutet wird, so dürfte auch dem medizinischen Laien klar sein, daß ein definitiver Hirntod vorliegt.

Ein EEG hat klare methodische Grenzen hinsichtlich seiner Aussagekraft, vor allem aufgrund der zuvor verabreichten Medikamente.

Ein durch eine Angiografie bewiesener Durchblutungsstopp ist ein sauber Beweis für eine unumkehrbare Zerstörung des Gehirns und gilt daher immer noch als " Gold-Standard" in der Medizin. Zudem eine recht einfache Methode.
Sie hat nur einen Haken: Sie muss natürlich VOR dem Ende des tödlichen Hirnödems vorgenommen werden, sonst zeigt sie ein TOTES, aber erneut durchblutetes Gehirn.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.01.2013 18:00 Uhr
Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 27.01.2013 18:00 Uhr

Diese Untersuchung kann man fordern, aber wird sie dann auch gemacht?

Da habe ich meine Zweifel. Angehörige bekommen den "Spender" anschließend i.d.R. gar nicht mehr zu sehen und wie will man das kontrollieren? Die Protokolle werden später nur nach mehrfachen Anfragen ausgehändigt und verstärken das Entsetzen der Angehörigen. Im übrigen ist schon der Spenderausweis irreführend:

Im Organspendeausweis der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung heißt es: "Für den Fall, dass nach meinem Tod eine Spende von Organen/Geweben in Frage kommt…"

Darin wird weder der Hirntod als Voraussetzung für eine Organentnahme genannt, noch wird
erklärt, welche Organe oder Gewebe für eine Entnahme in Frage kommen. Die meisten Spender stellen sich unter Tod das vor, was tot sein ist, in diesem Falle aber nicht stimmt.

Wie Herr Rotondo schon im Faktencheck bemerkte, ist keine Einschränkung im Ausweis angegeben, kann alles entnommen werden. Auflistung habe ich oben gemacht.

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Dirk  Lehmann

Mein Hinweis sollte dazu dienen...

...aufzuzeigen, daß es EINDEUTIGE diagnostische Ergebnisse gibt, die jeden Zweifel am Hirntod ausräumen können.

Diese Methode ist zwar nicht für alle Fälle, aber doch für den wohl überwiegenden Teil der Fälle möglich - und würde den wohl kritischsten Punkt der Argumentation der Skeptiker enorm entschärfen.

Wer also die allzu menschliche, allzu verständliche Angst hat, als Spender "zu früh aufgegeben" zu werden, könnte eine solche Angiografie bzw. Angio-CT als absolute Bedingung zu Lebzeiten bereits festlegen, zumindest mündlich gegenüber denjenigen Personen, die im traurigen Ernstfall ärztlicherseits befragt werden, um bei Nichtvorliegen eines Spenderausweises den vermutlichen Willen des potentiellen Organspenders zu eruieren.

Es wäre nicht dumm gewesen, diese sicherste aller diagnostischer Methoden sowohl auf dem Spenderausweis als auch im wieder einmal schnell und hastig gestrickten Gesetzesentwurf als Option zu berücksichtigen.... Denn die Spendebereitschaft würde zunehmen.

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gert kock
gert kock (gertKo) - 27.01.2013 10:02 Uhr

Wie pervers mutiert die Relativierung von Menschenwürde

Einerseits gilt es als legitim einem werdenden Menschen relativiert die Menschenwürde, das Recht überhaupt erst zu Leben abzusprechen zu können. Am Ende eines Lebens meint man Menschenwürde relativieren zu können und in ein Ableben beliebig nach Nützllichkeit eingreifen zu können. Ein Schwerstkranker so traurig das ist, der nur noch durch Erhalt von Transplantaten weiterleben kann, hat m.E. keinen zwingenden Anspruch darauf dies zu tun auf Kosten der Menschenwürden anderer Menschen. Eine Spende soll immer etwas _freiwilliges_ sein und nichts unter "sozial."-Gruppenzwang. Wenn sich für einen Schwertskranken eine solche Spende ergibt, soll er sie dankbar annehmen, ein Recht darauf gibt es aber nicht. Er sollte sich bewusst sein, daß er aus eigener Kraft sein Leben nicht mehr weiterführen könnte und zur Weiterführung enorme Ressourchen in Anspruch nimmt. Denn ein Leben mit Transplantat ist mit hohem medizinischen Aufwand verbunden.

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Leistung und Gegenleistung in einer Leistungsgesellschaft

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der man sogar zwangsweise für nicht abgerufene und ungewollte Leistungen bezahlen muss. Bei uns in Deutschland gilt: Keine Leistung ohne Gegenleistung!
Willige Spender sollten für ihre Bereitschaft adäquat entlohnt werden.
Eine faire Entlohnung würde die allgemeine Spendenbereitschaft ganz sicher erhöhen.

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Andreas Ritter

So bald ich Pharma höre

stinkt es nach Korruption und Abzocke in meinem Kopf...

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thomas ackermann

Nein, ich würde auch eine Spende ablehnen

Vorab: Für eine Lebendspende wäre ich jederzeit zu Haben. Eine Organtransplantation lehne ich dagegen strikt ab - und ich selbst möchte auch kein fremdes Organ empfangen. Zum einen geht es tatsächlich um reine Geldmacherei: Selbst jene, die ein Herz oder eine Leber erhalten leben damit oft nur wenige Jahre und sind in dieser Zeit schlicht körperlich und seelisch erheblich eingeschränkt. Das kommt für mich nicht in Frage. Man sollte auch einmal die Vernunft gegen sich selbst sprechen lassen und sich nicht von Ärzten, die ihr Abrechungsprogramm schon leuchten sehen, überreden lassen. Davon abgesehen: Hirntot ist nicht tot. Wer weiß. Mag sein, dass Hirntote niemals mehr aufwachen - und trotzdem kann niemals irgendein Wissenschaftler den Beweis erbringen, dass die Organentnahme bei dem Hirntoten nicht doch zu entsetzlichem Leid führt. Das will ich nicht. Gebt diesen sterbenden Menschen einen würdevollen Rahmen um ihr Leben beenden zu können und schlachtet sie nicht aus.

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Klaus Michael Strauss

Lösbare Probleme aufgezeigt

Dank für dieses wertvolle Unterfangen, das eine weiterführende Fortsetzung verdient.

Auffällig die geringe Teilnahme fachkundiger Diskutanden. Der geforderte Nachweis fehlender Durchblutung mittels spezieller Szintigraphie in einem mehrstufig abgesicherten Diagnosestandard fehlt zum Beispiel, genauso die real praktizierte klinisch-neurologische Diagnostik. Alles erst nach vorhergehendem Nachweis einer strukturellen Gehirnschädigung als Ursache des dissoziierten Gehirntodes.
Organspender sind in einem fragilen Zustand. Alleine Beatmung, Flüssigkeits-, Wärme- und kreislaufaktive Medikamenten und Hormonzufuhr erhalten das Leben der Organe. Anästhesie wird nicht vorenthalten, sondern die Analgosedierung der Intensivtherapie wurde wegen des kritischen Zustandes reduziert und mangels Bedarf beendet.

Lösbare Probleme heilberuflicher Kommunikation, Ablaufgestaltung und Organisationskultur dürfen nicht absolut gesetzt werden.
In qualifizierten Kliniken sind Pflegende respektierte Kollegen.

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klaus keller (klkeller) - 26.01.2013 17:39 Uhr

Was passiert mit dem Hirntoten der nicht Organspender ist?

ich habe es ggf übersehen.
Das normale ist: Die Geräte werden abgeschaltet. Der Mensch wird extubiert, Venenverweilkanülen, Blasenkatheter et cetera werden entfernt und der Körper wird zur Prosektur gebracht und dort kühl gelagert bis er vom Bestatter abgeholt wird.
Ich schließe nicht aus etwas vergessen zuhaben.
Zur Erinnerung: Die Hirntotfeststellung ist Folge unserer Fähigkeit Menschen maschinell zu beatmen. Die Organtransplantation haben wir erst später gelernt.

(Menschen die tief bewußtlos sind und selbsständig atmen sind nicht hirntot)

Wer die Organspende wegen der Hirntotdiagnostik ablehnt hat etwas GRUNDSÄTZLICHES noch NICHT verstanden m.E.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.01.2013 19:12 Uhr
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klaus keller (klkeller) - 26.01.2013 19:12 Uhr

ich habe nachgelesen, erfolglose Transplantationen gab es tatsächlich früher

1953 – die weltweit erste erfolgreiche Nierentransplantation von einem Lebendspender führt der Chirurg Jean Hamburger in Paris durch. Der 16-jährige Patient, der die Niere seiner Mutter erhält, überlebt jedoch nur kurz.

Das Problem waren(sind es zT auch heute) Abstoßungsreaktionen.

Die Hirntotdiagnostig folgt ggf dem Problem das man nicht 100.000 Hirntote maschinell beatmen will, die auch einen enormen Pflegebedarf hätten.
Der Normalfall ist m.E. Der Transport zum Kühlfach nach der Diagnose und nicht die Organspende.

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Christiane Wolf

Was für ein Beitrag.!

“… Die Frage die sich mir stellt ist eher was man im schlimmsten Fall verpasst wenn man noch nicht ganz “Hirntod” ist und das ist nicht all zu viel. Also von dem her beängstigt mich diese Debatte nicht wirklich.” (FischX auf TP)
Wenn man der in diesem Kommentar zum Ausdruck kommenden Auffassung folgt, dann sprechen keine ernstzunehmende Gründe gegen die Organentnahme sprechen –"

Aha, man darf dann miterleben wie man aus geweidet wird.
Wie Krank ist so etwas?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.01.2013 22:19 Uhr
Ralf Groetker

Keine persönlichen Angriffe auf Mitdiskutantenten!

Die Argumente für und wider die einzelnen Positionen werden ja im Detail entwickelt. Bitte keine persönlichen Angriffe auf andere à la "Wie Krank ist so etwas?" (Sonst gibt hier im Forum bald niemand mehr etwas persönliches preis.)
rg

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25.01.2013, 23:45 Uhr

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