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Veröffentlicht: 27.11.2012, 17:58 Uhr

Faktencheck: Leser recherchieren Was nützt „grüner Konsum?“

Wie weit trägt die viel beschworene Macht des Verbrauchers: Können wir durch den Kauf von Bio-Produkten wirklich zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz beitragen?

© AP Wieviel Gutes kann man mit dem Kauf von Bioprodukten bewirken?

Über einen Zeitraum von drei Tagen findet hier eine Live-Recherche statt. Auf Grundlage des folgenden Textes können Sie sich als Leser mit eigenen relevanten Informationen beteiligen. Die Ergebnisse werden in Form eines fortlaufenden Recherche-Tagebuches online veröffentlicht. Ein Moderator überträgt sowohl laufende Kommentare wie Ergebnisse der Live-Recherche auf eine Wissenskarte (siehe hier im Teil 1).

Grüner Konsum

Mindmap größer anzeigen? Geht auch hier! Die Zweige der Karte lassen sich auf- und zuklappen.Kommentare im Forum (ganz unten) werden sukzessive in die Wissenskarte übertragen. Spielregeln beachten:

  • Beiträge sollten mit einer Frage beginnen oder auf eine Frage antworten
  • Wenn möglich, sollten Beiträge Bezug nehmen auf Elemente in der Argumentkarte oder auf andere Beiträge im Forum

Die Ausgangsfrage

Welchen Effekt hat „grüner Konsum“? Und was sind eigentlich die Ziele, die es zu erreichen gilt? Könnte „grüner Konsum“ – sofern er sich denn durchsetzt – auch dazu führen, dass Landverbrauch, Nitratbelastung und Versauerung der Meere im langfristig nötigen Maß zurückgefahren werden? Dass artgerechte Tierhaltung und faire globale Produktionsbedingungen sich durchsetzen?

Angesichts begrenzter Ressourcen lohnt es sich, darüber nachzudenken, welche Bemühungen am meisten Früchte tragen. Dies zeigt ein Beispiel, welches das Magazin Enorm kürzlich in einer Titelgeschichte zum Thema „grüner Konsum“ vorstellte:

Ein Jahr lang Kartoffeln statt Reis zu essen spart ungefähr zehn Kilogramm CO2 ein. Ein energieeffizienter Kühlschrank spart rund 150 Kilogramm. Die bessere Wärmedämmung in den eigenen vier Wänden mehr als 1000 Kilogramm. Das heißt: Ein Verbraucher, der viel Bio-Lebensmittel kauft, sie aber in einem alten, stromfressenden Kühlschrank aufbewahrt, erreicht nicht viel. Genauso wie der der autolose Ökostrom-Kunde, der versucht, seine schlecht gedämmte Altbauwohnung warmzuhalten.

Also: Ist der Ehrgeiz, den wir als „grüne Konsumenten“ an den Tag legen, wenn wir im Bio-Supermarkt einkaufen und daheim versuchen, Heizenergie und Strom zu sparen, sinnvoll investierte Mühe oder ein sprichwörtlicher Kampf gegen Windmühlen?

Die Recherche gliedert sich in drei Teile:

  1.  Welchen Anteil hat privater Verbrauch überhaupt an CO2-Emissionen und anderen Nachhaltigkeits-Indikatoren?
  2. Welche Anzeichen gibt es dafür, dass Konsumverhalten sich in Richtung auf größere Nachhaltigkeit verändern kann?
  3. Wie relevant sind zu erwartende oder praktisch mögliche Effekte „grünen“ Konsums mit Blick auf Nachhaltigkeitsziele insgesamt?

Zusammenfassung. Das Ergebnis der folgenden Untersuchung zeigt: Im Einzelnen ist schwierig, Effekte „grünen“ Konsums zu quantifizieren. Hauptgrund dafür ist, dass man kaum absehen kann, wie einzelne Konsumhandlungen sich auf das große Ganze auswirken und ob nicht Erfolge im einen Bereich durch Rückschläge an anderer Stelle wieder zunichte gemacht werden. Dennoch werfen die zusammen getragenen Ergebnisse die Frage auf, was in der gegebenen Situation die beste Entscheidungsstrategie ist. Unser Vorschlag (der am Ende dieses Beitrages zur Diskussion gestellt wird): Es nützt wenig, schlechthin „grünen Konsum“ und andere Instrumente wie zum Beispiel die gesetzliche Regulierung industrieller Produktion einander gegenüber zu stellen. Sinnvoller ist eine fallweise Herangehensweise. Die Leitfrage lautet entsprechend: Wo ist es erfolgversprechender, auf freiwilligen oder durch sanften Zwang geleiteten „grünen“ Konsum zu setzen – wo auf harte gesetzliche Regulierung? Die in dem folgenden Bericht vorgestellten Untersuchungen aus dem Bereich der sozialökologischen Forschung könnten helfen, diese Frage zu beantworten.

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