Home
http://www.faz.net/-hma-75r42
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Faktencheck: Leser recherchieren mit Organspende: Für und Wider

In den kommenden Wochen sollen wir entscheiden, ob wir unsere Organe nach dem Tod spenden wollen. Zweifel gibt es viele, auch in Bezug auf den Hirntod. Wie triftig sind die Einwände?

© dapd Vergrößern Wird sich die Bereitschaft zum Ausfüllen eines Organspendeausweises bald erhöhen?

Über einen Zeitraum von drei Tagen findet hier eine Live-Recherche statt. Auf Grundlage des folgenden Textes können Sie sich als Leser mit eigenen Informationen und Stellungnahmen beteiligen. Ein Moderator überträgt die laufende Diskussion auf eine Wissenskarte. Neue Elemente oder Elemente, zu denen neue Inhalte hinterlegt wurden, sind auf der Karte mit einem gelben Sternchen markiert.

Organspende
Mindmap größer anzeigen? Geht auch hier! Die Zweige der Karte lassen
sich auf- und zuklappen. Zu den in die Karte hineinkopierten
Leserbeiträgen gelangt man, wenn man auf das Dokument-Symbol in den
Knotenpunkten klickt.

Kommentare im Forum (ganz unten) werden sukzessive in die Wissenskarte übertragen. Spielregeln beachten:

  • Beiträge sollten mit einer Frage beginnen oder auf eine Frage antworten
  • Wenn möglich, sollten Beiträge Bezug nehmen auf Elemente in der Argumentkarte oder auf andere Beiträge im Forum

 

Bis zu sieben Menschen können dank der Organe eines einzelnen toten Spenders überleben –  so die Statistik. Um die Spende zu ermöglichen, genügt ein Vermerk auf dem scheckkartengroßen Organspendeausweis, der in jedes Portemonnaie passt. So weit, so einfach. Viele Gründe sprechen aber auch gegen die Organspende: So die in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder ans Licht gekommenen Fälle, bei denen Krankenhausärzte offenbar Laborwerte von Patienten gefälscht hatten, um diesen einen besseren Platz auf den Wartelisten zu beschaffen. Sind diese Skandale bereits an sich ein Grund, die Spende zu verweigern?

Fehler bei der Todesfeststellung

Schwerer noch als die gefälschten Patientendaten wiegt vielleicht ein vor kurzem publik gewordener Fall, der sich 2005 in einem Düsseldorfer Klinikum ereignet hat. Wie ein im Dezember vergangenen Jahres an die Öffentlichkeit gelangter Untersuchungsbericht der Bundesärztekammer nahelegt, war in diesem Fall der Hirntod des Spenders nicht so gründlich untersucht worden, wie es das Transplantationsgesetz vorschreibt. Der Vorgang (siehe auch Silvia Matthies Bericht) lässt stark daran zweifeln, ob die vereinbarten Standards zur Diagnose des Hirntodes (der eine Voraussetzung für die Organentnahme ist) auch immer eingehalten werden. Der Vorfall ist kein Einzelereignis: Immer wieder kursieren Berichte darüber, dass Patienten zunächst fälschlich als hirntot diagnostiziert werden und dann doch wieder ins Leben zurückkehren.

Gibt es ein wissenschaftliches Kriterium für den Eintritt des Todes?

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Deutscher Ethikrat Nur Gehirntoten dürfen Organe entnommen werden

Die Kriterien für die Organspende sind traditionell umstritten. Der Ethikrat spricht sich für den Hirntod als Voraussetzung für die legale Organentnahme aus. Seine Feststellung ist jedoch nicht leicht. Mehr

24.02.2015, 18:37 Uhr | Feuilleton
Weiterer Ebola-Patient

Ein vierter Ebola-Patient wird in den Vereinigten Staaten im Krankenhaus behandelt. Die WHO geht von bisher knapp 2300 Todes-Opfern der Epidemie aus. Mehr

10.09.2014, 09:08 Uhr | Gesellschaft
Stellungnahme des Ethikrates Herz, Leber, Nieren

Es wird immer schwieriger, eine medizinische Grenze zwischen Leben und Tod zu ziehen. Der Deutsche Ethikrat hat jetzt versucht, klärende Worte zu Hirntod und Organspende zu sprechen – und ist sich selbst uneins. Mehr Von Stephan Sahm

25.02.2015, 12:31 Uhr | Feuilleton
Ansteckung in Guinea Erster Ebola-Fall in New York

Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio hat erklärt, dass ein mit dem Ebola-Virus infizierter Arzt in ein New Yorker Krankenhaus gebracht wurde. Der 33-Jährige war kürzlich aus Guinea zurückgekehrt, wo er Kontakt mit Ebola-Patienten gehabt hatte. Mehr

24.10.2014, 09:18 Uhr | Gesellschaft
Masern in Berlin Ärztekammer fordert Impfpflicht

Angesichts des Masern-Ausbruchs in Berlin werben Ärzte und Kassen für Impfungen. Der Tod eines Kleinkindes heizt die Debatte an. Mehr

24.02.2015, 09:22 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 15.01.2013, 14:29 Uhr

Keime ohne Grenzen

Von Jörg Albrecht

Alles blickt nun auf die Masern. Aber sie sind lange nicht das einzige Problem Mehr