15.01.2013 · In den kommenden Wochen sollen wir entscheiden, ob wir unsere Organe nach dem Tod spenden wollen. Zweifel gibt es viele, auch in Bezug auf den Hirntod. Wie triftig sind die Einwände?
Von Ralf GrötkerRichtlinien für Lesermeinungen
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Gigantischer interessengeleiteter Reparaturbetrieb
Besonders gut finde ich in dem FAZ-Artikel den deutlichen Hinweis, dass
der Begriff Hirntod mit der ersten Herztransplantation (ich ergänze
dazu: des südafrikanischen Arztes Christiaan Barnard, Ende 1967)
eingeführt wurde, eben damit der nicht wegen Mordes in den Knast
kommt. Die Hirntoddefinition war also interessengeleitet. Und das
humanitäre ist natürlich immer mit ärztlichem Tun
verbunden – ist doch wohl klar - oder?
Egal, seit Pasteur und Koch, die die gerade in unseren Zeiten mehr denn
je zu hinterfragende Infektionshypothese begründeten, fragt die
herrschende Schulmedizin nicht mehr nach den Ursachen von Krankheiten,
sondern hat sich durchaus im Einverständnis mit ihren
Patientenschäfchen und den herrschenden Eliten im Lande zu einem
gigantischen Reparaturbetrieb (medizinisch-pharmazeutischer Komplex) mit
Heilungs- und Wahrheitsmonopol entwickelt, der derzeit in logischer
Konsequenz mit den Organtransplantationen bekrönt wurde und damit
der Natur und Schöpfung andauernd ihre Fe
"I would not be here, without such generosity."
Der bewegende Dank von Steve Jobs an das junge Opfer eines
Verkehrsunfalles, dem er die transplantierte Leber verdankte. Nach
korrektem Verweilen auf der Warteliste in zunehmender Lebensgefahr und
aufopfernd pragmatischem Einsatz seiner Frau am Krankenbett in der
frühen postoperativen Phase. Ohne Privilegien für Prominenz
oder Reichtum.
Organtransplantation an sich ist Heilkunde und Nächstenliebe im
allerbesten ursprünglichen Sinn.
Nicht zu Heroen stilisierte Mediziner sind entscheidend, sondern die
Spender. Und diejenigen, die mit den Angehörigen schicksalhaft aus
dem Leben Gerissener sprechen, wenn durch eine Besonderheit des
Sterbeprozesses Organspende möglich ist.
Erschütternd die Überrepräsentation der Ablehnung in
diesem Forum, begründet mit trotzigen Verschwörungstheorien
und halbwahren Diagnosefehlern. Auch lösbare Probleme
heilberuflicher Kommunikation, Ablaufgestaltung und Organisationskultur
werden absolut gesetzt.
Humanität für Spender und Empfänger als Programm bitte.
Hirntod - eine Besonderheit des Sterbeprozesses?
Das haben Sie gut erkannt, Herr Strauss. Das ist auch ein Argument der
Hirntod- und Organspendekritiker. Da ist ein Mensch noch im
Sterbeprozess und wird zur Organspende herangezogen.
Ich kann Ihnen in diesem Punkt zustimmen. "Hirntote" sind noch
im Sterbeprozess und demnach nicht tot.
Was ist an den folgenden "Fällen" halbwahr?
TAZ. Fehler bei der Feststellung. Link: http://www.taz.de/!107426/
REPORT MÜNCHEN. Link: http://www.youtube.com/watch?v=dkcDtfLjqnQ
Zweifel an der Qualität der Diagnostik. Link: http://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenchen/dossiers-und-mehr/tabuthema-hirntod100.html
Organspender in den USA lebte noch. Link: http://www.krone.at/Nachrichten/Organspender_in_den_USA_lebte_noch-Stoff_fuer_Albtraeume-Story-98481
Wioletta, eine Hirntodfehldiagnose? Link: http://www.youtube.com/watch?v=C8geRhFdixs&list=UUQBaoJ89Cn91dAwXY5d58JQ&index=3
Tot ! Eine Hirntod-Fehldiagnose? Link: http://www.youtube.com/watch?v=_Vksy1_I_XA
Herr Parsons, Sie scheinen sich dieses Problems nur rein theoretisch ..
und rhetorisch anzunähern. Haben Sie einen persönlichen Zugang zum Thema? Ich glaube nicht, denn dann wären Ihnen die hochkochenden Aggressionen und Emotionen durchaus verständlich! Es geht nämlich hierbei um nichts weniger als um die Frage, ob ein Mensch, der seine Organe einem anderen Menschen zur Verfügung stellt, noch etwas fühlen kann, wenn ihm die Organe herausgeschnitten! ist Ihnen das bewusst?
Herr Strauss, ich empfinde mich nicht als trotzig, sondern als aufgeklärt
Als frühe Befürworterin der Organspende, die Idee dazu wurde
ja nach Barnards OP schnell in Form eines Spendeausweises gebracht und
ich hatte sofort einen, bin ich heute, nachdem ich viele Informationen,
Aussagen von Pflegepersonal und auch Ärzten gelesen und gehört
habe, strikt gegen dieses "Hineinpfuschen" ins menschliche
Leben. Egal, ob Spender oder Empfänger. Der Spender wird seines
Sterbeprozesses beraubt, letztlich sogar wissentlich getötet, um
einen Empfänger, der damit allein aber auch noch nicht
überlebensfähig ist, weiteren Transplantationen und vor allem
der Pharmaindustrie auszuliefern.
So ad hoc kann ich Ihnen die Seiten von Herrn Rotondo empfehlen,
transplantation-information.de. Sehr umfassend und sehr informativ.
Pauschalverurteilungen sind unangebracht und wirken auf mich nicht sehr
reflektiert, dieses Thema aber braucht Transparenz und vor allem
Aufklärung beider Seiten. Danach mag jeder entscheiden, wie er es
für richtig hält, ohne andere zu verurteilen.
Ergänzung
Vielen Dank für die beiden Antworten.
M.P. Betont sehr zu recht, daß ein Thema unerwartet emotional bis
aggressiv behandelt wird, obwohl nüchtern und sachlich die Antwort
auf ethische Fragen im Kontext invasiver Medizin und am Lebensende
gesucht werden sollte. Für jeden zur persönlichen
Stärkung und Absicherung.
Die Reaktion von Frau Höfle weist auf die Wirkung von
technokratisch und übermächtig empfundene Einflußnahme
hin, die im Moment größter Verunsicherung, Hilflosigkeit und
Trauer keinesfalls geschehen darf.
Ihre Forderung nach Aufklärung und enger Zustimmung ist ein
für alle Beteiligten vorteilhafter Weg. Einmal ähnlich einer
letztwilligen Verfügung bei Erklärung von Bereitschaft oder
Ablehnung.
Zweitens wenn tatsächlich Organspende stattfinden soll mit Raum
für persönlichen Abschied, bedarfsweise Trauerbegleitung und
ganz wichtig Zugang zur absichernden Befunderhebung. Selbst oder
treuhänderisch muß Prüfungsrecht bestehen, schon heute
sind Ärztekammern endlich so tätig.
Organtransplantation ist Heilkunde und Nächstenliebe im allerbesten ursprünglichen Sinn?
Was soll DAS bitte für eine "Heilkunde" sein, wenn
sterbenden Unfallopfern brutal in den Sterbeprozess eingegriffen wird
und ihnen eine familiäre Begleitung im Sinne des Hospizgedankens
verweigert wird, wenn die vermeintliche "Heilung" mit dem
Sterben eines anderen unschuldigen Menschen erkauft werden muss, wenn
gegen die natürliche Organabstoßung lebenslang
Immunsuppressiva verabreicht werden müssen, und der Kranke gerade
dadurch alles andere als "gesund" wird? - Nein, eine solche
"Heilkunde" ist für mich alles andere als erstrebenswert!
- Auf eine solche "Medizin" verzichte ich gern!
Erschütternd finde ich die Ignoranz, mit der hier all die
begründeten Gegenargumente hinweggefegt werden und man anscheinend
nicht wahrhaben will, dass eben gerade die entschiedenen
Organspendegegner vor allem gerade den Organempfang für sich genau
so entschieden ablehnen!
Humanität für Spender und Empfänger kann es NUR mit einer
lückenlosen wahrheitsgemäßen Aufklärung und der
ENGEN Zustimmung geben!
Das ist eine guten Zusammenfassung
Erstaunlich die hochkochenden Emotionen und die Aggressionen, die das
Thema offenbar auslöst.
Die Sache ist nicht frauenzeitschriftstauglich. Esoterik und Geschwurbel
sollte man sich für weniger wichtige Dinge aufheben.
Erfahrungsgemäß ist gerade die stärkste Ablehnung
plötzlich vergessen, wenn es um das eigene Leben geht. Die
Selbstlosigkeit anderer nimmt man dann gerne in Anspruch, egal was man
alles abgelehnt hat, solange man gesund war.
Schwerstkranke werden bei der Organ"Spende" gegen
Schwerstkranke ausgespielt . War Früher
ein "Behinderter" lebensunwert, wird heute der potentielle
Organspender für "tot" erklärt.
Zu allen Zeiten hat man für sein Tun Rechtfertigungen gesucht und
gefunden, auf der Strecke
bleiben die Uninformierten. Was ist das für eine Zivilisation, die
ihre schwerstkranken Menschen
der kommerziellen Verwertung überläßt?
Fallunterscheidung
Dank für Ihren tief betroffenen Beitrag.
"Kommerzielle Verwertung Schwerstkranker" wäre denkbar,
wenn Patienten ohne persönliches Interesse und gegen ihren
mutmaßlichen Willen zur Rechtfertigung gesundheitsindustriellen
Gewinnstrebens mißbraucht würden.
Gerade weil ein Kranker meist kein ebenbürtiger Vertragspartner
ist, muß er gesetzlich und kulturell geschützt werden.
Fehlverhalten im Gesundheitswesen bedeutet rechtlich den Mißbrauch
Schutzbefohlener, Eingriffe sind auf Zulässigkeit zu prüfende Körperverletzung.
Realität der ethischen Grundlage ist aber Heilfürsorge,
solidarisch und verantwortungsgerecht.
Organspende ist eine altruistische Solidarleistung, deren Gestaltung und
Bestand meines Erachtens ein wesentliches Merkmal humaner Zivilisation ist.
Kultur für die Gesellschaft leistet Interessenabgrenzung und
Interessenausgleich als fortlaufende politische Aufgabe.
Ein einfacher ethischer Leitsatz für das Gesundheitswesen lautet
"Am I my Brothers keeper?" d.h. "Nächstenliebe!"
Wo steht in unserer Verfassung
irgendwo etwas von einer Pflicht zur Organspende?
Keinesfalls! Wenn Sie Ihre Organe spenden wollen, nur zu! Ich und andere wollen das nicht und keiner kann uns dazu zwingen.
Wer sich, wie viele hier, laut und deutlich gegen die Organspende
entscheidet, der verweigert sich selbstverständlich auch einer
Transplantation und will KEIN Organ eines anderen Menschen haben!
Und Schlagworte wie "Organspende ist ein Akt der
Solidarität" verlieren langsam ihre Wirkung.Sie sind reine
Werbemaßnahmen, um ganz unsolidarisch viel Geld verdienen zu
können. Wenn man die Organspende und den Epfang eines Organs
für sich in Erwägung zieht, sollte man ALLE Fakten kennen und
genau wissen, worauf man sich einläßt. Wenn man das
weiß und sich trotzdem dafür entscheidet, ist es doch in Ordnung!
Organspende ist in erster Linie ein Akt der Solidarität und m.E. eine Pflicht,
und darf keinesfalls deswegen nicht vorgenommen werden, weil derzeit
Mißstände aufgedeckt worden sind. Man arbeitet ja daran,
diese abzuschaffen! Steuern müssen ja auch bezahlt werden, auch
wenn die öffentliche Hand sie mitunter veschwendet, wie die
Rechnungshöfe leider immer wieder herausfinden. Allererste
Voraussetzung in Frage der Organspende ist natürlich, dass der Tod
irreversibel und tatsächlich eingetreten ist. (Wobei ich ich mich
an der Diskussion, wann das der Fall ist, mangels ausrechenden
medizinischen Kenntnissen nicht beteiligen kann.)
Wer sich jedoch einer Organspende expressis verbis verweigert, der
müsste sich im eigenen Bedarfsfall ganz weit hinten anstellen. Und
reiligiöse Vereinigungen, die die Organspende aus welchen
Gründen auch immer ablehnen, sollten auf ihre
Sozialvertäglichkeit und Übereinstimmung mit unserer
Verfassung hin ganz schnell überprüft werden.
Kann eine Organspende gleichzeitig eine Pflicht sein?
Eine Organspende ist eine freiwillige Leistung, die ohne Gegenleistung,
aber i.d.R. mit einer gewissen Zweckbestimmung gegeben wird. Spenden
können keine Pflicht sein.
Steuern zu zahlen ist eine Pflicht und eben keine Spende.
Jede Vereinigung die gegen die Organspende argumentiert, auch
religiöse (welche meinten Sie, Herr Stauf?), handelt im Sinne
unserer Verfassung. Das Transplantationsgesetz erlaubt das
"Nein" zur Organspende und die Verfassung garantiert Meinungsfreiheit.
Eine Gesellschaft, die es möglich macht, Kritik zu
äußern, ist im besten Sinne demokratisch zu nennen.
Zum Umgang mit "Organspendekritikern" finden Sie hier einen
Beitrag: http://www.transplantation-information.de/veroeffentlichungen/handbuch_intensiv.html#sec:16
Es gibt Überlebende nach Hirntod-Diagnostik
Immer wieder wird behauptet, es gäbe weltweit keine Überlebenden nach Hirntod-Diagnostik. Das trifft nicht zu. Ich nenne nur einige Fälle: Zack Dunlap aus Oklahoma/USA, Madeleine Gauron aus Quebec/Kanada, der italienische Priester Vittorio Mazzucchelli, Agnieszka Terlecka und Wioletta Plisiska aus Polen, Steven Thorpe aus England, Carina aus Dänemark. Für alle diese Fälle findet man Informationen im Internet.
Gibt es spezielle Probleme des Pflegepersonals in der Transplantationsmedizin?
Für manche Pflegekräfte vollzieht sich während der
Organentnahme etwas Einmaliges, nicht Vergleichbares mit anderen
Operationen. Für sie ist dies nicht mehr mit den Begriffen
Würde, Achtung und Respekt in Einklang zu bringen.
Christine Lang:
„Es ist nicht das Ich des Verletzen, nicht die Sprache der Kehle,
des Mundes der Zunge, die das Ausmaß des Zugefügten bekundet.
Es ist das Bild, die Aussagekraft des Körpers an sich, die das
Erleiden dokumentiert und in mir das Phänomen infernalischen
Schmerzes und markerschütternder Schmerzensschreie hervorruft.“
Quelle: Christine Lang, Krankenschwester. In: Hoff,J. & In d.
Schmitten, J.: Wann ist der Mensch tot? Organverpflanzung und
Hirntodkriterium. Rowohlt 1994, S. 397 ff .
Internet: http://www.transplantation-information.de/organspende_organspender/organspende_erfahrungen.html
Was bedeutet Hirntod (Fortsetzung)
Der Hirntod ist definiert als irreversibel erloschene Gesamtfunktion des Gehirns (Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm). (www.dso.de) Das bedeutet: fehlende Wachheit, fehlende Hirnstammreflexe, fehlende Atmung, fehlende Regulation des Kreislaufs, der Temperatur und des Wasserhaushaltes und Störung des Hormonhaushaltes. Es ist ein kompletter Stillstand der Hirndurchblutung nachweisbar. Im weiteren Verlauf verflüssigt sich das Hirngewebe (Autolyse) Das Leben kann für eine begrenzte Zeit nur durch maximal Intensivtherapie aufrechterhalten werden. Falls ein hirntoter Patient nicht für eine Organspende in Frage kommt, wird die intensivmedizinische Therapie nach abgeschlossener Hirntoddiagnostik eingestellt
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2013 14:38 UhrAlles tot im Gehirn?
Mich würde interessieren, WIE der - KOMPLETTE - Stillstand der
Hirndurchblutung nachgewiesen wird und wie sicher dieser Nachweis
tatsächlich ist. Ist das in jedem Fall Pflicht? Ich konnte
dafür nirgends Belege finden.
Werden Ärzte hierfür speziell ausgebildet?
Ich verweise auf den Bericht "Tabuthema Hirntod", der am
20.11.2012 ausgestrahlt wurde noch in der Mediathek von BR zu finden ist.
Das Thema Organspende und Organentnahme ist stark emotional besetzt,
wobei Ängste auch durch Unklarheiten in Bezug auf die Definition
und Diagnostik des Hirntods entstehen.
Leider werden auch in diesem Artikel die Definitionen durcheinandergeworfen.
Der zitierte Artikel aus dem New England Journal bezieht sich NICHT auf
hirntote Patienten sondern auf Menschen im „vegetative
state“, volkstümlich auch als „Wachkoma“ bezeichnet.
Beim „vegetative state“ handelt es sich um eine
Bewußtseinsstörung mit erhaltener Wachheit ohne
Reaktionsfähigkeit ( Jeanett B et al. Persistent vegetative state
after brain damage. A syndrome in search of a name. Lancet
1972;1:734-737) Hierzu ist eine erhaltene Funktion des Hirnstamms
unabdingbar. Eine spätere Erholung oder das Vorhandensein minimaler
Bewußtseinsaktivität ist nicht auszuschließen.
Der Hirntod ist definiert als irreversibel erloschene Gesamtfunktion des
Gehirns (Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm). (www.dso.de) Das
bedeutet: fehlende Wachheit, feh
Ist die Hirntod-Definition aus biologisch-medizinischer Sicht plausibel?
Diese Frage stellte Prof. Dr. med. Linus Geisler in einem Vortrag am 19.
Januar 2008. Er weist darauf hin, dass der "Hirntod" als
Kriterium "erhebliche Unschärfen und Ungereimtheiten"
aufweist. Ein Beispiel: In England reicht der endgültige Ausfall
des Hirnstamms zur Todesdiagnose.
Rechtfertigen 12.000 potentielle Empfänger diesen immensen Aufwand?
250.000 $ pro Spender sind eine Menge Geld, die erwirtschaftet werden
können. Aber was haben Spender und Empfänger davon?
Empfänger benötigen in absehbaren Abständen neue Organe,
lebenslang Medikamente, die mit einem stark erhöhten Krebsrisiko
einhergehen. Der Spender geht im wahrsten Sinne des Wortes leer aus.
Also insgesamt ein Riesengeschäft für Pharmaindustrie und
Ärzte/Kliniken. Das kann keine Rechtfertigung dafür sein,
warum nun Krankenkassen die Abfrage bei ihren Kunden starten.
Nachtrag: Es ist ein steigender Markt und ein blühendes Geschäft.
...Es mehrt die Zweifel, ob es hier tatsächlich noch allein um die
Gesundheit und das Wohlergehen von uns Bürgern geht. Stehen die
Rettungen von Leben im Vordergrund, oder doch nur massive
Forschungsinteressen in Begleitung von maximalem Profit? Denn die
Transplantationsmedizin ist zwar einerseits ein Segen, schafft sich
ihren Bedarf allerdings auch selbst. Die gestiegene Nachfrage nach
Organen ist ja nicht zwingend eine Folge einer steigenden Patientenzahl.
Viele Patienten bekommen mehrfach Organe transplantiert, weil der
Körper das Spenderorgan nicht annimmt, weil Komplikationen
auftauchen und alles wiederholt werden muss....
Denn nicht nur die Operationen selbst sind teuer, sondern auch die
anschließende, lebenslängliche Behandlung der Patienten ist
ein Goldregen für die Pharmaindustrie. Ein einziger Patient mit
transplantierter Leber braucht beispielsweise sogenannte
Immunsuppressiva im Wert von 150.000 Euro jährlich. Aus: Tod bei
lebendigem Leibe v. Birgit Kelle
Warum hat die Regierung die Festlegung der Kriterien für den Hirntod der BÄK überlassen?
Ärzte legen selbst die Kriterien für den Hirntod fest. Das ist eine Ungeheuerlichkeit ohnegleichen. Rechtfertigen 12.000 potentielle Empfänger die Ermordung der Spender?
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.01.2013 18:47 UhrDie Kriterien wurden anfangs in Zusammenarbeit mit
anderen Wissenschaftlern festgelegt. In dem Vortrag von Roberto Rotondo
auf transplantation-information.de zu hören. Eine Seite, die sehr
interessant ist und sehr viele Infos bietet.
Diese Kriterien sahen in den 50er Jahren noch gänzlich anders aus
und wurden im Laufe der Jahre immer mehr aufgeweicht. Wurde Herr Rotondo
1995/96 noch im Bundesausschuss gehört, so hat man dann aber auf
die Einwände der Pflegekräfte nicht mehr gehört, weil die
ja keine Ahnung haben, keine Ärzte sind. Aber direkt betroffen in
der Pflege auf Intensivstationen und letztlich im OP.
Es ist einfach nur noch haarsträubend und eine reine Geschäftemacherei.
Verzwickt, aber lösbar!
Die Ärzte sollten die Kriteriien nicht alleine festlegen
dürfen, hier gehören die Geisteswisschaften mit an den Tisch.
Außerdem haben andere Naturwissenschaften zum Thema auch etwas zu sagen.
Verzwickte Frage
Eigentlich ist es ja wirklich nicht gut, daß Ärzte die
Kriterien für den Hirntod festlegen.
Aber: Wer sonst sollte das tun?
Diese Kriterienfestlegung erfordert Fachkenntnis, und diesbezüglich
sind die Ärzte die erste Adresse.
Eingabe auch per Email möglich
Auch dies noch einmal als Hinweis: Sollte die Eingabe von Kommentaren in diesem Forum aus irgendeinem Grund nicht funktionieren (zuweilen tauchen ja technische Probleme auf), können diese gern auch per Email eingereicht werden. Die Adresse steht in der Karte! (Links sind hier im Forum ja nicht erlaubt: ich würde sie sonst direkt hier hinschreiben.)
Sollten wir ORGAN-SPENDE-EUTHANASIE erlauben?
Im Mai 2010 wurde in der Zeitschrift Bioethics diese Frage gestellt. Es
wurden mehrere Methoden vorgestellt, um an mehr Organe zu kommen bzw.
den „Organmangel“ zu lösen. Bei der Methode der
Neuro-Euthanasie sollen Patienten, die noch nicht „hirntot“
sind, Beruhigungsmittel und Lokalanästhesie gespritzt werden. Dann
werden Katheter in Blutgefäße in der Leistengegend des
Patienten eingeführt und in Blutgefäße vorgeschoben, die
das Gehirn mit Blut versorgen. Mit dem Katheter können dann die A.
carotis interna und A. vertebralis verschlossen werden, um den
„Hirntod“ herbeizuführen, während die Durchblutung
der anderen Organen aufrecht erhalten bleibt. Nach der
"Hirntodfestellung" könnten dann Organ entnommen werden.
Wer zieht die Grenzen? Hier ein Link zum englischsprachigen Artikel. Link:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1467-8519.2010.01811.x/full#ss16
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1467-8519.2010.01811.x/pdf
Justified Killing
Ich würde den Ansatz "Justified Killing" nicht von
vornherein in Bausch und Bogen verdammen. Erst einmal geht damit ja das
Eingeständnis einher, dass Hirntote keine Leichen sind. Die Frage,
ob an diesen sterbenden Menschen eine Organentnahme (die zum Tode
führt) ethisch legitim ist, stellt sich deshalb neu. Das ist doch
genau an dem Punkt, an dem man sich befindet, wenn man z.B. Ihren
Vortrag gehört hat! (Interessanter Weise müssen Sie in dem
Vortrag ja nicht einmal SAGEN, dass sie den Umgang mit den Patienten
nicht gutheißen: die Berichte sprechen für sich.)
Herr Rotondo, das beschreiben Sie ja schon in Ihrem Vortrag
und ich bezeichne das als Mord.
Die BÄK wird die erforderlichen Grenzen nicht ziehen, ganz im
Gegenteil. Aber da man diesem Lobbyverein quasi das
Alleinbestimmungsrecht über Leben und Tod eingeräumt hat,
werden die Hirntod-Kriterien immer weiter aufgeweicht und die Spender
auf die eine oder andere Art zum Tode befördert werden.
Ich habe einen neuen Link eingefügt, in dem Kästchen über dem Ausgangs-Kästchen. Wenn man dem Link folgt, öffnet sich ein Lektüre-Hinweis für die Karte!
"In den USA wird der Wert aller Körperteile...
... aus einer Leiche auf 250 000 Dollar und mehr geschätzt."
Quelle: Martina Keller:"Ausgeschlachtet- die menschliche Leiche als
Rohstoff" , S.11
Pssend dazu erhielt ich heute die Einladung zu einer Konferenz:
"Lobbyismus für Netzwerker im Gesundheitswesen" UT:
Information / Interessen / Einflussnahme.
Nach meiner Ansicht sagen diese beiden Informationen alles.
Wird die Würde des Organspenders bei Organentnahmen immer geachtet?
Das Transplantationsgesetz schreibt in § 6 vor, dass Organ- oder Gewebeentnahme „unter Achtung der Würde des Organ- oder Gewebespenders in einer der ärztlichen Sorgfaltspflicht entsprechenden Weise durchgeführt werden“ müssen. Haben "Organspender" oder die Angehörigen keine Einschränkungen vorgenommen, darf eine Multiorganentnahme erfolgen. Es können Herz, Lungen, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Magen, Hornhäute, Innenohrknöchel, Kieferknochen, Knochen, Bänder und Knorpel, Haut, Adern und Knochenmark entnommen werden, aber auch Hände oder, wie im August 2008 das Deutsche Ärzteblatt berichtete, komplette Arme. Im März 2012 meldete die WAZ, dass einem Patienten „[...] neben der Haut fast alle Knochen vom Unter- bis zum Oberkiefer, mimische Muskeln, Gesichtsgewebe sowie Blutgefäße und Nerven ersetzt [wurden]; dazu Nase, Lippen, Zähne und ein Teil der Zunge.“
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.01.2013 16:18 UhrNein,
sie wird tragischerweise häufig leider nicht beachtet.
Hallo Herr Rotondo, vielen Dank, dass Sie sich hier einbringen
Ich bin vorgestern auf Ihre Seite gestoßen und habe sie hier
mehrfach erwähnt. Ihr Vortrag mit dem Video sollte
Pflichtlektüre für jeden potentiellen Spender werden.
Die von Ihnen genannte Multiorganentnahme ist für mich das
Ausschlachten eines Menschen, wie man es mit den wenigsten Tieren macht.
Es ist würdelos und mit Art. 1 GG nicht vereinbar.
Organspende hört sich edel an und scheint ja nicht so schlimm, wenn
man es auf das Herz oder die Leber beschränkt. Man sollte die von
Ihnen erwähnte Multiorganentnahme, angefangen bei der Feststellung
des sogen. Hirntods bis zum "Zusammenkehren" des Restes in
einem Film zeigen, auch dabei die Reaktionen der beteiligten Personen.
Bisher zeigte man lediglich die Entnahme des Herzens und mancher mochte
da der Spende zustimmen. Würde man aber sehen, was wirklich
geschieht, wäre die Zustimmung wahrscheinlich bei Null. Egal, ob
Spender oder Empfänger, deren teilweises Anspruchsdenken mich arg stört.
Auch für kosmetische Zwecke
Es ist grausam sich das vorzustellen. Vor einiger Zeit kam auch ein Bericht darüber, dass Gewebeteile teuer vermarktet und für kosmetische Operationen verwendet werden. Das soll höchst lukrativ sein.
Hirntote Menschen sind Sterbende
Hirntote sind nicht tot, sondern Sterbende. Das sollte man den Bürger/innen ehrlich sagen! Sie müssen wissen, dass die Organentnahme keinesfalls „nach dem Tod“ erfolgt! Hirntote Organspender können nicht in Frieden sterben, begleitet von ihren Angehörigen; sondern ihr Sterben wird abgebrochen, weil man ihre lebenden Organe braucht. Sie werden nicht mehr um ihrer selbst willen ärztlich behandelt, sondern zugunsten Dritter. Was sie spüren, weiß niemand. Sie reagieren mit heftigen Bewegungen, schnellem Puls. In der Fremdnützigkeit des Umgangs mit wehrlosen Menschen sehe ich einen Tabubruch, einen Verstoß gegen den bisherigen gesellschaftlichen Konsens, dass jeder Mensch seinen Wert in sich selber trägt und nie zu fremden Zwecken missbraucht werden darf (Art.1 GG). Wenn trotzdem für Organspenden geworben wird, müssen die Bürger/innen unmissverständlich aufgeklärt werden, was mit ihnen vor und bei der Organentnahme geschieht. Sonst wird die Hilfsbereitschaft unwissender Menschen ausgenutzt.
Nur zur Ergänzung des bisher gesagten:
B. Sinner und B.M. Graf, Klinik für Anaesthesiologie der Universität Heidelberg, bestätigten in der Fachzeitschrift „Der Anaesthesist“ (6, 2002, S. 507) die Erklärung der BÄK und hielten es für „ausreichend“ Blutdruck- und Herzfrequenzanstieg „mit kurzwirksamen Medikamenten wie ß-Blocker (Esmolol) oder Nitroglycerin zu therapieren“.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.01.2013 16:19 UhrIst diese Feststellung nicht grauenhaft, Frau v. Wilmowsky?
Nur weil die BÄK den Hirntod heute ganz anders interpretiert, als
es noch vor 20 Jahren gängig war, halten andere es für
"ausreichend", diese oder jene Medikamente bei den
verständlichen Reaktionen des "Spenders" zu geben.
Wie pervers muss man sein, um so mit Menschen umzugehen? Menschen als
Ware, die selbst keinen Wert mehr für die Ärzteschaft haben,
nur in sich die Schätze tragen, die dann geborgen und
verhökert werden. Human vegetable, wie es in GB heißt, das
dann geerntet wird.