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Veröffentlicht: 15.10.2012, 13:44 Uhr

Faktencheck: Ergebnis der Leserrecherche Beschneidungsethik – erlaubte Körperverletzung?

Wo nun die Beschneidung bei Jungen auch ohne medizinische Indikation bald erlaubt oder zumindest straffrei sein wird: Können Ärzte diese überhaupt durchführen?

von Ralf Grötker
© dpa Ist die Beschneidung mit der ärztlichen Ethik vereinbar? Helfen Sie mit bei der Recherche!

Über einen Zeitraum von drei Tagen findet hier eine Live-Recherche statt. Auf Grundlage des folgenden Textes können Sie sich als Leser  mit eigenen relevanten Informationen beteiligen. Die Ergebnisse werden in Form eines fortlaufenden Recherche-Tagebuches online veröffentlicht. Ein Moderator überträgt sowohl laufende Kommentare wie Ergebnisse der Live-Recherche auf eine Wissenskarte (siehe im Text).

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Ist die Beschneidung minderjähriger Jungen mit der ärztlichen Ethik vereinbar? Der Gesetzesentwurf zur Beschneidung minderjähriger Jungen ist am 10. Oktober vom Bundeskabinett verabschiedet worden und muss nun nur noch vom Parlament beschlossen werden. Das neue Gesetz stellt zwar klar, dass es sich bei der Beschneidung um eine Körperverletzung handelt. Dennoch soll diese unter bestimmten Umständen straffrei bleiben.

Viel wurde darüber diskutiert, wie genau diese Umstände auszusehen haben. Dabei ging es insbesondere um die Frage, welche Maßnahmen zur Betäubung erforderlich sind. Wenig wurde erstaunlicherweise über die praktischen Folgen gesprochen. Wo nun die Beschneidung bald gesetzlich erlaubt sein wird: Sollen Ärzte diese überhaupt durchführen, wenn sie sich an den Maßgaben ihrer eigenen Standesethik orientieren? Unser Faktencheck geht der Frage nach.
Noch einmal: Wenn man davon ausgeht, dass die Beschneidung minderjähriger Jungen zwar nicht mit quantifzierbaren Risiken schwerer Komplikationen einhergeht, auf der anderen Seite aber auch keinen relevanten medizinischen Nutzen mit sich bringt – ist diese dann mit ärztlicher Ethik vereinbar?


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Kommentare im Forum (ganz unten) werden sukzessive in die Argumentkarte übertragen. Spielregeln beachten!

Die Karte kann auch als PDF abgerufen und als „Starschnitt“ ausgedruckt werden („Datei > Drucken > Poster“).

Recherche-Tagebuch

Recherche: Tobias Eichinger und Irene Meichsner
Redaktion und Argumentkarte: Ralf Grötker

04. Oktober Dass die Beschneidung keinen relevanten medizinischen Nutzen hat, geht als Common Sense aus so gut wie allen einschlägigen Untersuchungen und Surveys zum Thema hervor. Selbst die kürzlich veröffentlichten Empfehlungen der amerikanischen Kinderärztevereinigung, die sich unter den weltweiten ärztlichen Vereinigungen als Fürsprecher für die Beschneidung noch am weitesten vorgewagt hatte, sieht den nachweisbaren Nutzen als so gering an, dass eine Empfehlung zur Beschneidung lediglich für Fälle ausgesprochen wird, in denen Eltern aus anderen Gründen bereits zur Durchführung der Operation entschlossen sind. (Der Debattenprofis-Faktencheck hat darüber in einer Probenummer, in welcher das mit diesem Online-Beitrag erstmals einer größeren Öffentlichkeit präsentierte Format ausgetestet wurde, bereits berichtet: Bescheidung: Vorteile bedeutsamer als Risiken?

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