http://www.faz.net/-gwz-73i0f
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 15.10.2012, 13:44 Uhr

Faktencheck: Ergebnis der Leserrecherche Beschneidungsethik – erlaubte Körperverletzung?

Wo nun die Beschneidung bei Jungen auch ohne medizinische Indikation bald erlaubt oder zumindest straffrei sein wird: Können Ärzte diese überhaupt durchführen?

von Ralf Grötker
© dpa Ist die Beschneidung mit der ärztlichen Ethik vereinbar? Helfen Sie mit bei der Recherche!

Über einen Zeitraum von drei Tagen findet hier eine Live-Recherche statt. Auf Grundlage des folgenden Textes können Sie sich als Leser  mit eigenen relevanten Informationen beteiligen. Die Ergebnisse werden in Form eines fortlaufenden Recherche-Tagebuches online veröffentlicht. Ein Moderator überträgt sowohl laufende Kommentare wie Ergebnisse der Live-Recherche auf eine Wissenskarte (siehe im Text).

Logo / Faktencheck Debattenprofis © Debattenprofis Vergrößern

Ist die Beschneidung minderjähriger Jungen mit der ärztlichen Ethik vereinbar? Der Gesetzesentwurf zur Beschneidung minderjähriger Jungen ist am 10. Oktober vom Bundeskabinett verabschiedet worden und muss nun nur noch vom Parlament beschlossen werden. Das neue Gesetz stellt zwar klar, dass es sich bei der Beschneidung um eine Körperverletzung handelt. Dennoch soll diese unter bestimmten Umständen straffrei bleiben.

Viel wurde darüber diskutiert, wie genau diese Umstände auszusehen haben. Dabei ging es insbesondere um die Frage, welche Maßnahmen zur Betäubung erforderlich sind. Wenig wurde erstaunlicherweise über die praktischen Folgen gesprochen. Wo nun die Beschneidung bald gesetzlich erlaubt sein wird: Sollen Ärzte diese überhaupt durchführen, wenn sie sich an den Maßgaben ihrer eigenen Standesethik orientieren? Unser Faktencheck geht der Frage nach.
Noch einmal: Wenn man davon ausgeht, dass die Beschneidung minderjähriger Jungen zwar nicht mit quantifzierbaren Risiken schwerer Komplikationen einhergeht, auf der anderen Seite aber auch keinen relevanten medizinischen Nutzen mit sich bringt – ist diese dann mit ärztlicher Ethik vereinbar?


Mindmap größer anzeigen? Geht auch hier!  

Kommentare im Forum (ganz unten) werden sukzessive in die Argumentkarte übertragen. Spielregeln beachten!

Die Karte kann auch als PDF abgerufen und als „Starschnitt“ ausgedruckt werden („Datei > Drucken > Poster“).

Recherche-Tagebuch

Recherche: Tobias Eichinger und Irene Meichsner
Redaktion und Argumentkarte: Ralf Grötker

04. Oktober Dass die Beschneidung keinen relevanten medizinischen Nutzen hat, geht als Common Sense aus so gut wie allen einschlägigen Untersuchungen und Surveys zum Thema hervor. Selbst die kürzlich veröffentlichten Empfehlungen der amerikanischen Kinderärztevereinigung, die sich unter den weltweiten ärztlichen Vereinigungen als Fürsprecher für die Beschneidung noch am weitesten vorgewagt hatte, sieht den nachweisbaren Nutzen als so gering an, dass eine Empfehlung zur Beschneidung lediglich für Fälle ausgesprochen wird, in denen Eltern aus anderen Gründen bereits zur Durchführung der Operation entschlossen sind. (Der Debattenprofis-Faktencheck hat darüber in einer Probenummer, in welcher das mit diesem Online-Beitrag erstmals einer größeren Öffentlichkeit präsentierte Format ausgetestet wurde, bereits berichtet: Bescheidung: Vorteile bedeutsamer als Risiken?

1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Faktencheck Wie hältst Du’s mit der Wahrheit, Hillary?

Hillary Clinton gilt vielen Amerikanern als nicht besonders vertrauenswürdig. Aber ist sie ehrlich? Wir haben ihre Rede auf dem Parteitag überprüft. Mehr Von Aziza Kasumov

29.07.2016, 09:27 Uhr | Politik
München Minderjährige Flüchtlinge vor Radikalisierung schützen

Mehr als 5000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge hat die Stadt München im letzten Jahr aufgenommen. Nur etwa fünf Flüchtlinge sind durch eine islamistische Radikalisierung aufgefallen und von Verfassungsschutz und Polizei erfasst worden. Das liegt auch an der Arbeit der Betreuer, die die Jugendlichen vor einer möglichen Radikalisierung schützen. Mehr

22.07.2016, 14:49 Uhr | Politik
Krankenhaus Benjamin Franklin Angeschossener Arzt ist gestorben

Ein 72 Jahre alter Mann eröffnet in einer Klinik der Berliner Charité das Feuer auf einen Arzt, bevor er sich selbst richtet – auch der Mediziner erliegt den Schussverletzungen. Beide kannten sich schon lange. Mehr

26.07.2016, 20:02 Uhr | Gesellschaft
Vater vor der Presse Attentäter von Nizza nicht religiös

Der Attentäter von Nizza litt nach Angaben seines Vaters unter Depressionen. Mit Religion habe sein Sohn nichts zu tun gehabt, sagte Mohamed Mondher Lahouaiej-Bouhlel. Die Regierung hatte sich indes schon früh auf einen Terrorakt als Motiv festgelegt. Mehr

16.07.2016, 14:11 Uhr | Politik
Schwimmerin Britta Steffen Einkaufen ist für mich nur Stress

Britta Steffen ist noch immer die schnellste Schwimmerin der Welt – in Freistil über 50 Meter. Im Stil-Fragebogen verrät die frühere Sportlerin, welche ihrer Talente das Schwimmen gefördert haben. Mehr Von Bernd Steinle

28.07.2016, 14:17 Uhr | Stil