Bücher gibt es jetzt nicht nur elektronisch digitalisiert, sondern auch im Genomformat: Der Harvard-Biologe und Genomforscher George Church hat sein jüngstes, knapp 300 Seiten starkes Buch („Regenesis: How Synthetic Biology Will Reinvent Nature and Ourselves“) inklusive elf Bildern und eines Computerprogramms mit den Bausteinen der DNA „abgeschrieben“ und gespeichert. Das berichtet er zusammen mit Kollegen der Johns Hopkins University aus Baltimore in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Science“.
Da die Erbsubstanz DNA prinzipiell die vier unterschiedlichen Nukleotid-Bausteine A, C, G, T – die „Buchstaben“ des Genoms – enthält, wurde der digitale Binärcode erzeugt, in dem jeweils A oder C für die Null und G oder T für die Eins steht. Der Text mit seinen knapp 53.000 Wörtern wurde in den modernsten DNA-Syntheseapparaten aus 54898 Schnipseln zusammengestellt und konnte anschließend mit „Next-Generation“-Sequenzier-Automaten wieder „ausgedruckt“ werden. Das Ganze dauerte ein paar Tage. Insgesamt enthält das Buch im DANN-Code eine Informationsmenge von 5,27 Mb.
Eingefroren könnte die Information nach zehntausenden Jahren wieder gewonnen und nahezu fehlerfrei kopiert werden. Die Fehlerrate in der Herstellung des Church-Buches lag bei gerademal 10 von 5,27 Millionen Bits. Und selbst die könnte auf lange Sicht weiter verringert werden, wenn es gelingt, die natürlichen „Korrekturprogramme“, die in lebenden Zellen funktionieren, auf die künstliche DNA-Textproduktion zu übertragen.
Innovative Speicherung?
Erich Jansen (Nonosus)
- 18.08.2012, 12:49 Uhr