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Paläontologie Reste des größten Dinosauriers Europas entdeckt

21.12.2006 ·  Seine Bezeichnung lautet Turiasaurus riodevensis. Entdeckt wurden seine Überreste in Spanien, mit einer Länge von rund 30 Metern sowie einem Gewicht von 48 Tonnen war er möglicherweise der größte je in Europa heimische Dinosaurier.

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Er wog so viel wie acht Elefanten zusammen und würde der Länge nach nicht auf ein Basketballfeld passen: So beschreiben spanische Wissenschaftler den bislang größten Dinosaurier Europas. Das riesige Tier sei bis zu 48 Tonnen schwer und vermutlich mehr als 30 Meter lang gewesen, berichtet das Team um den spanischen Paläontologen Luis Alcalá. Vorläufig beschrieben hatten die Forscher den Giganten schon 2004, jetzt folgt die ausführliche Analyse im Journal „Science“ (Bd. 314, S. 1925).

Die Knochenreste des Pflanzen fressenden Turiasaurus riodevensis wurden bei Ausgrabungen in der ostspanischen Ortschaft Riodeva in der Provinz Teruel gefunden. Saurier solcher Ausmaße waren bislang vor allem aus Amerika oder Afrika bekannt. Turiasaurus lebte wahrscheinlich vor rund 150 Millionen Jahren und sei eines der größten Tiere, die je das Land besiedelten, schreiben die Spanier. Von seinen Ausmaßen sei der Koloß mit dem in Südamerika entdeckten, riesigen Argentinosaurus zu vergleichen. Dieser wird auf eine Länge von bis zu 40 Metern geschätzt.

Alcalá und seine Kollegen fanden unter anderem den Oberarmknochen (Humerus) aus einem Vorderlauf der Riesenechse und hatten schwer daran zu schleppen. Er mißt 1,79 Meter - und ist damit so groß wie ein erwachsener Mensch. Das Vorderbein ist insgesamt 3,50 Meter hoch, heißt es in „Science“. Die größten Zehen des Urzeittieres waren etwa so groß wie ein Football. In Riodeva stießen die Paläontologen auf eine ganze Reihe von Fossilien, die das Tier gut dokumentieren. So seien außer gut erhaltenen Schädel- und Oberschenkelknochen Teile des Schulterblatts, Wirbel, Gliedmaßen sowie mehrere Zähne ausgegraben worden. Alcalá und seine Kollegen gehen davon aus, daß die Fundstelle noch weitere Überraschungen birgt.

Die spanischen Wissenschaftler sind zudem überzeugt, mit dem Fund in Teruel auf eine bislang unbekannte Gattung der Pflanzen fressenden Sauropoden gestoßen zu sein. Diese sei im Vergleich zu anderen Sauriern auf anderen Kontinenten durch weniger entwickelte Gliedmaßen und Knochen gekennzeichnet.

Der Bauplan der riesigen Sauropoden ähnelt sich weitgehend. Die Pflanzenfresser hatten einen kleinen Kopf, der auf einem beweglichen, langen Hals saß. Die Wirbel waren vielfach hohl, um Gewicht zu sparen. Um die faserige Nahrung zu verdauen, beherbergte der massige Körper einen langen Darm. Säulenartige, massive Beine stützten die Tiere, die sich eher schwerfällig bewegten. Die meiste Zeit über waren sie mit dem Fressen beschäftigt - um ihre Energiebedarf aus Pflanzenteilen zu decken, mußten die Saurier große Mengen Blätter zermahlen.

(Fachartikel-Identifikationsnummer: DOI: 10.1126/science.1132885)

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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