01.06.2005 · Eine Forschergruppe machte in Argentinien einen erstaunlichen Fund. Sie entdeckte Überreste des pflanzenfressenden Dinosauriers „Brachytrachelopan mesai“. Er hatte einen sehr kurzen Hals für einen Sauropoden.
Überreste eines pflanzenfressenden Dinosauriers, der sich durch einen erstaunlich kurzen Hals auszeichnete, sind in Argentinien entdeckt worden. Eine deutsch-argentinische Forschergruppe um Oliver Rauhut von der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie in München stellt den Fund in der heutigen Ausgabe der Zeitschrift „Nature“ vor.
Das Tier, das vor rund 145 Millionen Jahren gelebt hat, erhielt den Namen Brachytrachelopan mesai. Dieser setzt sich aus drei Elementen zusammen - dem griechischen Wort für „kurzen Hals“, dem Namen des Hirtengottes Pan, weil ein Schäfer das Fossil entdeckt hat, und dem Familiennamen (Mesa) des Finders.
Hals ist rund 40 Prozent kürzer als bei Sauropoden üblich
Dinosaurier aus der Gruppe der Sauropoden, zu denen auch die neue Art zählt, beeindrucken wegen ihrer bisweilen gigantischen Maße. Diplodocus etwa erreichte eine Körperlänge von etwa 25 Metern, Seismosaurus sogar von mehr als 30 Metern. Kennzeichnend für solche Echsen ist ein stark verlängerter Hals, der gewöhnlich als Anpassung an die vegetarische Lebensweise der Tiere interpretiert wird. Die jetzt entdeckte Art muß mit einer Körperlänge von weniger als zehn Metern nach Sauropoden-Standard als klein bezeichnet werden.
Überrascht waren die Forscher vor allem über den Hals. Er ist nur rund 1,2 Meter lang und damit bezogen auf die Relationen des übrigen Körpers rund 40 Prozent kürzer als bei Sauropoden üblich. Brachytrachelopan dürfte vor allem Pflanzen in ein bis zwei Metern Höhe über dem Boden gefressen haben.