Home
http://www.faz.net/-gwz-72y72
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Meteorologie In hundert Minuten um die Erde

Europa hat einen neuen Wettersatelliten ins Orbit geschossen. Metop-B, der aus rund 820 Kilometern Höhe beobachtet, was sich über der Erde zusammenbraut, verstärkt die Flotte der Wetterspione und verbessert die Vorsage und die Klimaüberwachung.

© dpa Vergrößern Illustration des europäischen Wettersatelliten Metop-B

Die europäischen Wetteraufklärer haben eine leistungsfähige Verstärkung erhalten. Am Montagabend wurde ein neuer Metop-Satellit mit einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus in eine polare Umlaufbahn befördert.  Metop-B soll wie sein noch aktiver Vorgänger Metop-A, wichtige Informationen über das Wettergeschehen und über Klima- und Umweltveränderungen liefern. Der Wettersatellit soll mindestens fünf Jahre lang aktiv bleiben, solange der Treibstoff reicht. Derzeit hat er eine Höhe von 790  Kilometer und damit fast seine Arbeitsposition erreicht.

Manfred Lindinger Folgen:  

Für Wetter, Klima und Umwelt

„Die Daten der beiden Metop-Satelliten werden  erheblich die Wettervorhersage bis zu zehn Tage im Voraus verbessern“, sagt Alain Ratier, Generaldirektor von Eumetsat in Darmstadt. Die europäische Organisation nutzt und betreibt die Wettersatelliten. Die Daten aller Wettersonden gehen an Meteorologen und an Wetterdienste. “Die Wettersatelliten tragen wesentlich dazu bei, Leben und Eigentum zu schützen und nützen außerdem den wetterempfindlichen Sektoren unserer Wirtschaft, vor allem dem Energiesektor, dem Verkehr, dem Bauwesen, der Landwirtschaft und dem Tourismus.“

Mehr zum Thema

Rundflug um die Pole

Der rund vier Tonnen schwere und sechseinhalb Meter hohe Wetterspäher wird wie Metop-A, der 2006 gestartet war, die Erde auf einer polaren Umlaufbahn in einer vergleichsweise geringen Höhe von 817 Kilometern umkreisen. Dabei wird er die beiden Pole täglich 13 Mal auf einer konstanten Bahn überfliegen. Die Erdrotation sorgt dafür, dass alle Regionen unter der Sonde vorbeiziehen und inspiziert werden können. Die 13 Messinstrumente an Bord werden Windgeschwindigkeit, Temperatur, Feuchtigkeit, Wolkenbedeckung, Niederschlag, Luftdruck, Konzentration von Ozon und Aschepartikeln von Vulkanen registrieren.

Wettersatellit Meteosat: Natur und Wissenschaft, Erde © Eumetsat Vergrößern Geostationärer Wetterspäher: Meteosat-Satellit

Die polarumlaufenden Metop-Satelliten bilden zusammen mit den geostationären Meteosat-Satelliten die beiden Säulen des europäischen Systems operativer Wettersatelliten.Erst vor zwei Monaten war der europäische Wettersatellit Meteosat-10 in eine geostationäre Umlaufbahn befördert worden, wo er in einer Höhe von 36 000 Kilometern aber nur Europa sowie Nordafrika und nicht - wie die Metop-Sonden - die ganze Erde im Blick hat. 

Eumetsat wird drei Tage nach dem Start, am 20. September, die Kontrolle über Metop-B wird drei Tage nach dem Start am 20. September die Kontrolle über Metop-B vom Esa-Zentrum Esoc in Darmstadt, die Verantwortlich für den Start des Satelliten waren, übernehmen und anschließend eine Reihe  Aktivitäten vornehmen, die die Leistung des Satelliten in der Umlaufbahn prüfen und alle Funktionseinheiten und Messinstrumente testen.  Nach Abschluss dieser Arbeiten wird der Metop-B-Satellit in etwa sechs Monaten für betriebsbereit erklärt.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
FAZ.NET-Tatortsicherung Wolfsbarsch statt Currywurst

Der Kölner Tatort Dicker als Wasser reichert verschlungene Familiengeschichten mit Judo-Lektionen, Auswanderer-Weisheiten und Küchen-Tipps an. Nur die Currywurst fehlt. Der Krimi im Realitäts-Check. Mehr Von Achim Dreis

19.04.2015, 21:45 Uhr | Feuilleton
Cape Canaveral Nasa startet Magnetosphärenmission

Die Nasa hat ihre Magnetosphärenmission gestartet. Eine Rakete brachte am Donnerstag vier Satelliten in den Orbit. Sie sollen das Magnetfeld der Erde untersuchen, das unseren Planeten von den geladenen Partikeln des Sonnenwindes abschirmt. Mehr

13.03.2015, 11:04 Uhr | Wissen
Routen in Hessen Rauf aufs Rad

Das gute Wetter lädt dazu ein, sich wieder einmal auf den Sattel zu schwingen. Wir geben einen Überblick über Veranstaltungen und Routen in der Region. Mehr

18.04.2015, 18:15 Uhr | Rhein-Main
Ins All geschossen Neuer Satellit beobachtet gefährliche Sonnenwinde

Der amerikanische Satellit Deep Space Climate Observatory soll aus einer Entfernung von rund 1,5 Millionen Kilometern Sonne und Erde beobachten. Er behält Sonnenwinde im Blick und dient zudem als Klimasonde für die Erde. Mehr

12.02.2015, 16:08 Uhr | Wissen
25 Jahre Hubble-Teleskop Zu den Pfeilern der Schöpfung

Vor 25 Jahren startete das Weltraumteleskop Hubble ins All - von wo aus es seitdem über eine Million Aufnahmen gemacht hat. Kurz vor seinem Geburtstag half es noch einmal bei einer epochalen Entdeckung. Mehr Von Ulf von Rauchhaupt

24.04.2015, 06:59 Uhr | Wissen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 18.09.2012, 17:21 Uhr