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Samstag, 18. Februar 2012
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Klimaforschung Eine eiskalte Dusche

24.01.2006 ·  Die Hochgebirgsgletscher schmelzen als Folge der Klimaerwärmung künftig noch schneller als ohnehin schon beobachtet. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher aus Bremerhaven und Manchester.

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Schmelzen die Hochgebirgsgletscher als Folge der Klimaerwärmung künftig noch schneller als ohnehin schon beobachtet und vielfach vermutet? Zu diesem Ergebnis kommen zumindest Sarah Raper vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven und ihr Kollege Roger Braithwhaite von der Universität in Manchester in einem Artikel, der in der Zeitschrift „Nature“ (Bd.439, S. 311) erschienen ist. Allerdings soll mit der Schmelze insgesamt weniger Wasser in die Meere fließen als angenommen.

Bislang glaubten die Experten, daß sämtliche Gletscher außerhalb der Polarregionen in spätestens zweihundert Jahren verschwunden sein werden. Die aktuellen Daten zeigen aber, daß die Eispanzer auf absehbare Zeit noch wesentlich schneller schmelzen, so die Leiterin der Studie, Sarah Raper. Genauere Vorhersagen sind nicht möglich, weil in den meisten Ländern die dafür nötigen Beobachtungsdaten fehlen, kritisierte sie.

Meeresspiegel steigt unaufhörlich

In den Alpen schmelzen die Eispanzer bekanntermaßen schon heute recht schnell, in Alaska und Patagonien aber soll dies voraussichtlich noch schneller geschehen. Die den Ergebnissen zugrundeliegenden Computersimulationen weisen freilich auch auf ein „positives“ Ergebnis hin: Der Anstieg des Meeresspiegels bis zum Jahre 2100 wurde offensichtlich überschätzt, er dürfte moderater ausfallen als bislang angenommen.

In den vergangenen hundert Jahren stieg der Meerespiegel im Durchschnitt um zehn bis zwanzig Zentimeter. Nach bisherigen Schätzungen soll er sich bis zum Ende dieses Jahrhunderts um weitere 40 bis 50 Zentimeter erhöhen. Rund ein Viertel dieser Zunahme haben Experten bisher auf den Zufluß von Schmelzwasser der Gletscher und der polaren Eiskappen zurückgeführt. Der Rest ist die Folge der Erwärmung und der damit zusammenhängenden Ausdehnung des Meerwassers.

Noch tausend Jahre

Den neuen Simulationen zufolge schmelzen die Eiskappen jedoch deutlich langsamer als die Gletscher. Frühestens in tausend Jahren sollen sie verschwunden sein. Raper und ihr Kollege glauben zudem, daß insgesamt nur halb soviel Wasser in Gletschern und Eiskappen gespeichert ist wie bisher angenommen. Entsprechend geringer fällt die Pegelerhöhung durch Schmelzwasser aus. Bis zum Jahr 2100 sei mit einem maximalen Anstieg des Meeresspiegels von 35 bis 45 Zentimetern zu rechnen - ohne die Beiträge der schmelzenden Polkappen gerechnet.

Quelle: stue, F.A.Z., 25.01.2006, Nr. 21 / Seite 34
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