27.10.2005 · Trockene, heiße Sommer, Überschwemmungen im Winter: Keine schönen Aussichten für die Länder am Mittelmeer. Mit dem Klimawandel wird es für den Tourismus im sonnigen Süden immer schwerer werden, so eine neue Studie.
Der globale Klimawandel bedroht nach Ansicht Potsdamer Klimaforscher in Europa vor allem Bergregionen und die Urlaubsländer am Mittelmeer. Es seien häufigere und schwerere Trockenperioden zu erwarten, ähnlich wie in den Jahren 2003 und 2005, teilte das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) mit. Damit steige insbesondere im Mittelmeerraum auch die Waldbrandgefahr.
Ein europäisches Forscherteam unter Leitung des PIK präsentiert seine Studie in der aktuellen Online-Ausgabe des amerikanischen Journals „Science“. Mehr Dürren seien auch zu erwarten, weil Tourismus und Landwirtschaft in den mediterranen Gebieten immer mehr Wasser benötigten. Bis zum Jahr 2080 könnten 14 bis 38 Prozent mehr Menschen in Gebieten mit größerem Wassermangel leben.
Mehr Regen als Schnee in den Bergen
Die erwartete Entwicklung werde „zu Problemen in der Landwirtschaft, Forstwirtschaft, der Energie- und Wasserwirtschaft sowie im Tourismus führen“, sagen die Forscher voraus. So werde sich das Erholungsangebot der Mittelmeerländer reduzieren und Ernten geringer ausfallen.
Wegen der zunehmenden Hitze im Sommer sei zu erwarten, daß viele Flußläufe austrocknen und nicht mehr schiffbar seien. Für die Winter rechnen die Wissenschaftler dagegen mit mehr Überschwemmungen: Dann falle mehr Regen als Schnee in den Bergen, weshalb die Flüsse anschwellen. Die Forscher sehen zudem die Natur in Gefahr. „Besonders die Tiere und Pflanzen der Gebirge und des Mittelmeergebietes sind empfindlich“, sagte Dagmar Schröter, Erstautorin und wissenschaftliche Kuratorin der Studie.
An der Studie waren 16 europäische Forschungsinstitute beteiligt. Neben dem PIK leitete die niederländische Universität Wageningen die Arbeiten.