Bakterien, die mit Tiefseemuscheln symbiotisch zusammenleben und diese mit Nährstoffen versorgen, können Wasserstoff zur Herstellung von Biomasse nutzen. Die Untersuchungen einer Forschergruppe um Nicole Dubilier vom Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen zeigen, dass die Mikroorganismen nicht nur, wie bisher bekannt, aus der Oxidation von Schwefelwasserstoff und Methan die Energie zum Aufbau der für die Meerestiere lebenswichtigen Kohlenhydrate gewinnen.
Bei den genetischen Analysen der bakteriellen "Kraftwerke", die in den Kiemen der Muschel Bathymodiolus puteoserpentis leben, haben die Forscher das Schlüsselgen hupL entdeckt, das für die Verwertung von Wasserstoff benötigt wird. Mit Hilfe dieses Gens erweitert das Schalentier seinen Speiseplan um eine wertvolle Komponente. Denn im ewigen Dunkel ihres Biotops sind die Muscheln auf einen Mix aus anorganischen Substanzen angewiesen.
Wasserstoff-Nutzung weit verbreitet?
Diese werden mit dem auf 400 Grad Celsius erhitzten Meerwasser durch die Schlote der "Schwarzen Raucher" ausgestoßen. Die thermischen Ströme des Mittelatlantischen Rückens, die Bathymodiolus umspülen, zeigen die höchste, je bei hydrothermalen Feldern gemessene Wasserstoffkonzentration - eine Oase für die Muschel, deren Population die größte der Makrofauna des Logatchev ist und beachtliche fünftausend Liter Wasserstoff pro Stunde oxidieren kann.
Die Bremer Wissenschaftler glauben, dass in dem Ökosystem der heißen Quellen, die vor 34 Jahren entdeckt wurden, Wasserstoff als Energielieferant weit verbreitet ist. Denn sie haben auch bei dem Röhrenwurm Riftia pachyptila und der Tiefseegarnele Rimicaris exoculata das hupL-Gen nachweisen können.
