05.04.2005 · Zahlreiche neu entdeckte Salzwerke der Maya belegen die komplexen Versorgungs- und Wirtschaftsstrukturen des einst in Mittelamerika beheimateten Kulturvolkes.
Im mittelamerikanischen Karibikstaat Belize haben Archäologen 41 ehemalige Salzwerke aus der Maya-Zeit entdeckt. Der Fund in der Lagune Punta Yacos an der Küste des Landes zeige erstmals das große Ausmaß der Salzproduktion, mit der das Indianervolk die großen Maya-Städte im Innern der Halbinsel Yucatan versorgte, wie es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der American Acadamey of Science heißt.
Die Forscher fanden Reste eines Holzgebäudes aus der Zeit von 600 bis 900 nach Christus, in dem Salz in großen Mengen hergestellt und gelagert wurde. Außerdem entdeckten sie Scherben von Keramikgefäßen, ein Hinweis darauf, daß die Maya zur Salzgewinnung Meerwasser zum Kochen brachten.
Komplexe Versorgungsstrukturen
Ein Holzruder, das am Ausgrabungsort gefunden wurde, weist nach Angaben der Wissenschaftler darauf hin, daß das Salz in Booten über Flüsse bis ins Landesinnere gebracht wurde. Die Produktionsstätten lagen weit entfernt von den großen Städten, in denen die Könige der Maya herrschten.
Daraus schlossen die Archäologen, daß die Wirtschaft der Maya weitaus komplexer organisiert war als bislang angenommen. Bisher waren vier Salzwerke aus der Maya-Zeit in der Region bekannt gewesen. Geleitet wurde die Ausgrabung von Heather McKillop von der nordamerikanischen Universität Louisiana.