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Freitag, 17. Februar 2012
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Archäologie Intaktes altägyptisches Grab entdeckt

23.05.2007 ·  Die versteckte Lage hinter zwei in neuerer Zeit ausgeraubten Grabkammern dürften die Grabstätte des Henu vor dem gleichen Schicksal bewahrt haben. Sehr zur Freude belgischer Archäologen, die nun die hervorragende Qualität der entdeckten Figuren bejubeln.

Von Ulf von Rauchhaupt
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Sein Name war Henu, er war „Vorsteher des Bezirks und einziger Höfling“, und er ruhte fast vier Jahrtausende ungestört von antiken Grabräubern und modernen Raubgräbern. Das allein macht die Entdeckung seines Grabes, die belgische Archäologen von der Katholischen Universität Leuwen nun bekanntgaben, zu etwas ganz Besonderem.

„Intakte Gräber werden hin und wieder gefunden“, sagt Marleen De Meyer, die Leiterin des Grabungsteams, das auf Henus letzte Ruhestätte bereits am 16. März dieses Jahres in der alten Provinznekropole nahe dem heutigen Koptendorf Dayr Al-Barsha am östlichen Nilufer gegenüber der Stadt Mallawi stieß. „Aber das letzte aus dieser Epoche wurde vor hundert Jahren entdeckt“, sagt De Meyer.

Erstklassiges Handwerk aus der „Ersten Zwischenzeit“

Diese Epoche - das war die Endphase der sogenannten „Ersten Zwischenzeit“, in der Henu als Provinzbeamter um 2050 vor Christus seinem Gaufürsten diente, wenige Jahrzehnte bevor Pharao Mentuhotep II Neb-hepet-Re aus Theben seine nördlichen Rivalen besiegte und Ägypten zum Mittleren Reich einte. Trotz der unruhigen Zeiten muss sich selbst die mittelägyptischen Provinz eines gewissen Wohlstandes erfreut haben. Denn die Holzmodelle, die man Henu in die Grabkammer stellte, sind handwerklich erstklassig: ein Boot mit kompletter Rudermannschaft, drei Frauen beim Getreidemahlen, Männer beim Bierbrauen und - eine besonders seltene Szene - bei der Herstellung von Ziegeln. Dazu eine hölzerne Statue des Grabherrn selber. „Es gibt Figuren aus dem Mittleren Reich, die von deutlich schlechterer Qualität sind“, sagt De Meyer.

Verglichen damit, dürfte Henus Mumie, der eine Kernspinuntersuchung bevorsteht, sobald die ägyptische Altertümerverwaltung ihre Erlaubnis dazu erteilt hat, wenig Spektakuläres bergen. Offenbar trägt sie keine Gesichtsmaske. Sie liegt mit abgestütztem Kopf leicht auf der Seite, wie bei Mumien dieser Zeit üblich, damit der Tote durch ein außen auf den Sarg aufgemaltes Augenpaar nach Osten blicken kann, ins „Land der Lebenden“.

Vier Meter unter der hinteren zweier Grabkammern

Die Entdeckung des Grabes war völlig unverhofft. Es liegt in einem Schachtgrab, das vier Meter unter der hinteren von zwei Kammern eines Felsengrabes angelegt wurde. Wahrscheinlich stammt die erste der Kammern noch aus dem Alten Reich. Auch sie verfügte über zwei Schachtgräber, die aber beide in neuerer Zeit geplündert worden waren.

Quelle: F.A.Z., 23.05.2007, Nr. 118 / Seite 37
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Jahrgang 1964, verantwortlich für das Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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