03.05.2005 · Die Entdecker sprechen nur in Superlativen von ihrem Fund. In der ägyptischen Totenstadt Sakkara haben Archäologen eine 2300 Jahre alte Mumie entdeckt - unberührt, bestens erhalten.
In der südlich von Kairo gelegenen Totenstadt Sakkara hat ein ägyptisches Archäologenteam eine besonders gut erhaltene Mumie aus der 30. Dynastie (380-343 v. Chr.) ausgegraben. „Wir haben vielleicht die schönste Mumie entdeckt, die jemals in Ägypten gefunden wurde“, sagte der Vorsitzende der ägyptischen Antiquitätenbehörde, Zahi Hawass.
Wie Hawass, der das Team leitete, berichtete, fanden die Forscher unter der Sandschicht mit der prächtig gekorierten Mumie auch zwei sogenannte Scheintüren. Eine der beiden Scheintüren sei für Iu-Ib, einen Beamten im Tempel von Pepi II. (2245-2180 v. Chr.) angefertigt worden, die zweite habe einem Aufseher der Schreiber namens Chentika gehört.
Scheintüren sind Grabstelen, die ähnlich wie Torbögen geformt sind, und durch die nach den Vorstellungen der alten Ägypter das „Ka“ (die Lebensenergie) die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits überqueren sollte. Daneben fanden die Archäologen außerdem mehrere Keramik-Amulette.
Computertomographie soll Identität klären
Die Mumie, die eine goldene Maske trägt und mit Bildern von Göttern bemalt ist, wurde bereits vor zwei Monaten von einem Archäologenteam unter der Leitung Hawass' in einem hölzernen Sarkophag ausgegraben und jetzt der Öffentlichkeit präsentiert. Die Mumie stammt wahrscheinlich aus der sechsten Dynastie des Königs Teti, der Ägypten vor mehr als 4300 Jahren regierte.
Hawass zufolge soll eine Computertomographie die Identität der Mumie klären. Nach der Untersuchung wird sie im Imhotep-Museum in Sakkara zu besichtigen sein. In Sakkara, neben Gizeh die wohl bedeutendste Totenstätte des alten Ägyptens, wurden nach Erkenntnissen von Ägyptologen etwa 3000 Jahre lang Ägyptische Herrscher bestattet. Dort findet man unter anderem die älteste Stufenpyramide der Welt. Sakkara liegt auf einer felsigen Böschung westlich des Nils.