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Antarktis Wenn Eis das Meer verdunkelt

01.10.2003 ·  Als im Mai 2002 der Eisberg C-19 aus dem antarktischen Eisschild abriß, löschte er eine wichtige Nahrungsquelle für Meeresbewohner nahezu aus.

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Als im Mai 2002 der Eisberg C-19 aus dem antarktischen Eisschild abriß, löschte er eine wichtige Nahrungsquelle für Meeresbewohner nahezu aus. Das Abbrechen war das größte innerhalb von 26 Monaten und hinterließ auch im Meer seine Spur.

Kevin Arrigo und Gert van Dijken von der Stanford University quantifizierten den Effekt von C-19 auf die Nahrungskette im Meer anhand von Satellitendaten. Die Forscher werteten Daten des Satelliten SeaWiFS der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa aus.

Kein Licht, kein Phytoplankton

C-19 ist doppelt so groß wie Rhode Island. Als der Berg aus dem Ross-Eisschelf brach, war er 32 Kilometer breit und 200 Kilometer lang. Aufgrund seiner Größe verhinderte C-19 das Abfließen von See-Eis aus dem Gebiet des Ross-Meeres. Das führte zu einer überdurchschnittlich hohen Eisbedeckung dieses Meeres im Frühjahr und Sommer. Wegen des Eises war es im darunterliegenden Wasser dunkler, das Phytoplankton wuchs nicht. Tatsächlich schwanden die Kleinstpflanzen, die an der Wasseroberfläche blühen und Licht brauchen, um mehr als 90 Prozent im Vergleich zu normalen Jahren.

Phytoplankton ist ein wichtiger Bestandteil der marinen Nahrungskette. Wenn dort aus Lichtmangel keine Photosynthese stattfindet, wirkt es sich auf alle in der Nahrungskette folgenden Lebewesen aus. „Die Beobachtungen von mehreren abgerissenen Eisbergen zeigen, daß die verringerte Produktivität von Phytoplankton eine typische Konsequenz aus dem Abriß ist“, sagt Arrigo.

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