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Aktive Erde Vulkanismus im Atlantik

 ·  Eine neue Insel? Das Gestein auf dem Meeresboden vor der kleinen Kanareninsel El Hierro ist in Bewegung geraten. Der Grund: Am 12. Oktober ist in der Tiefe ein Vulkan ausgebrochen.

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Auf Satellitenbildern der Ozeane sind oft in Küstennähe ausgedehnte grünliche Verfärbungen des Wassers zu sehen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Sedimentströme, die von Flüssen ins Meer getragen werden, oder um sogenannte Planktonblüten. Sie entstehen, wenn das Meerwasser viele Nährstoffe enthält und sich das Phytoplankton deshalb oft explosionsartig vermehrt. Wegen des Chlorophylls der Kleinstlebewesen bekommt das Meerwasser dabei einen grünen Schimmer. Auf den ersten Blick scheint es sich auch bei dem Grün im Meerwasser auf den Bildern, die vor wenigen Tagen von der Kanareninsel El Hierro aufgenommen wurden, um eine Algenblüte zu handeln. Doch dieser Eindruck täuscht. Tatsächlich handelt es sich um die Auswirkungen von Vulkanismus.

Magma in Bewegung

Die dreieckige Insel El Hierro ist mit einer Fläche von nur 275 Quadratkilometern das kleinste Eiland der Kanaren. Wie seine größeren Schwesterinseln Teneriffa, Lanzarote oder La Palma ist auch El Hierro vulkanischen Ursprungs. Schon seit Mitte Juli wird diese Insel von Erdbebenschwärmen erschüttert, die man auf die Bewegung von Magma unterhalb der Insel zurückführt.

 Eruptionen vor der Südküste

Obwohl die Magnituden dieser Beben bisher den Wert "vier" nicht überschritten haben, wurde eine Reihe von Dörfern evakuiert, weil man einen Vulkanausbruch befürchtet hat. Der fand am 12. Oktober auch tatsächlich statt - allerdings nicht wie erwartet an Land, sondern unter dem Meer vor der Südküste der Insel unweit des Hafenortes La Restinga. Das Eruptionszentrum lag zunächst in einer Wassertiefe von etwa zweihundert Metern. Von Hubschraubern aus wurden von Schaum umgebene große Gasblasen auf dem Wasser gesichtet. Tage später entdeckten Fischer große Mengen an Bimsstein, der auf der Meeresoberfläche schwamm.

Grüne Partikelwolke

Nach Meinung des Vulkanologen Ramon Ortiz, dem Koordinator der spanischen Forschergruppe, die im Auftrag der Regierung der Kanaren die Eruption untersucht, handelt es sich um eine Spalteneruption, die langsam in Richtung Küste nach Norden wandert. Der größte Teil des bei dem Ausbruch ausgeschleuderten Gesteins ist so fein, dass es im Wasser schwebt. Im Sonnenlicht nimmt diese Partikelwolke eine grünliche Farbe an. Wie Satellitenbilder zeigen, haben Gezeiten und Meeresströmungen die vulkanischen Schwebstoffe inzwischen mehr als hundert Kilometer weit nach Süden getragen.

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Jahrgang 1954, freier Autor im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

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