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Meteosat-10 : Neuer Späher für bessere Unwetter-Warnungen

  • Aktualisiert am

In Kourou gestartet: Meteosat-10, der letzte der Baureihe Bild: dpa

Europa hat einen neuen Satelliten ins Weltall geschossen. Er beobachtet aus 36.000 Kilometern Entfernung, was sich über Europa, Afrika und dem Nordatlantik zusammenbraut.

          Die europäischen Wetterspäher bekommen Verstärkung. Ein neuer Meteosat-Satellit ist in der Nacht zum Freitag um 23.56 MESZ mit einer Ariane-5-Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana aus in den geostationären Orbit befördert werden. „Damit werden wir eine höhere Sicherheit für kurzfristige Wetterwarnungen haben“, sagt der Satelliten-Direktor Mikael Rattenborg von der Eumetsat in Darmstadt. Die europäische Organisation nutzt die Satelliten. Von dort aus werden sie auch gesteuert. Die Daten der Satelliten gehen an Meteorologen und nationale Wetterdienste.

          Die zwei Tonnen schwere und 2,4 Meter hohe Sonde ist - wie ihre noch aktiven Vorgänger Meteosat-8 und Meteosat-9 - in 36.000 Kilometern Höhe geparkt. Dort dreht sie sich so schnell wie die Erde, so dass sie immer den gleichen Ausschnitt im Blick hat und ihr nichts von dem entgeht, was sich über Europa, Afrika und dem Nordatlantik zusammenbraut. Dank der Satellitenbilder erfährt der Fernsehzuschauer abends, ob er am Morgen den Regenschirm zu Hause lassen kann oder nicht. Wettersatelliten liefern aber auch wichtige Informationen für Klimaforschung, Schifffahrt, Luftverkehr und Landwirtschaft. Allerdings leben die Sonden nicht ewig - der Treibstoff geht zur Neige, die Instrumente ermüden. Soll keine Beobachtungslücke entstehen, muss rechtzeitig Ersatz in den Orbit.

          Jede Viertelstunde Bilder der aktuellen Wetterlage

          Meteosat-10 zählt zur zweiten Generation geostationärer Wettersatelliten. Sie liefern jede Viertelstunde Bilder der aktuellen Wetterlage und sind damit doppelt so schnell wie ihre Vorgänger. Zudem „sehen“ sie mit einem neuen Aufnahmeverfahren wesentlich schärfer: Die trommelförmigen Satelliten drehen sich wie Kreisel um die eigene Achse, wodurch sich ihre Lage stabilisiert. Bei jeder Umdrehung scannt eine Spezialkamera, der Seviri-Imager, einen neuen Streifen der Erde ein. Nach 14 Minuten ist ein komplettes Bild fertig, das zur Erde gefunkt wird. Die Meteorologen entnehmen dem Datensatz Informationen über Temperatur, Feuchte, Niederschlag, Windgeschwindigkeit und Windrichtung. Sie können die Entstehung und die Auswirkungen von Hoch- und Tiefdruckgebieten herleiten und erkennen, ob sich Gewitter bilden.

          „Heute ist die Prognose für drei Tage so gut wie die Vorhersage für einen Tag vor 20 Jahren“, sagt Alain Ratier, der Generaldirektor von Eumetsat. 98 Prozent betrage die Treffergenauigkeit für die Drei-Tage-Voraussage. Bei der Fünf-TagePrognose komme man auf eine Wahrscheinlichkeit von 85 Prozent. Meteosat-10 ist der vorletzte seiner Baureihe. Meteosat-11, der bereits bei der Firma Thales  Alena Space in Nizza in einem speziellen  Reinraum zusammengebaut.In der Entwicklung ist ein Wettersatellit der dritten Generation. Dieser wird deutlich leistungsfähiger sein als alle Vorgängermodelle und somit die Vorgänge in der Atmosphäre viel genauer beobachten. Dadurch sollen noch  genauere Vorhersagen möglich werde. Dann wird die Prognose für  die kommenden fünf Tage vielleicht so gut  sein, wie die derzeitige Drei-Tage-Vorhersage.  

          Quelle: F.A.Z.

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