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Meteorologie : In hundert Minuten um die Erde

Illustration des europäischen Wettersatelliten Metop-B Bild: dpa

Europa hat einen neuen Wettersatelliten ins Orbit geschossen. Metop-B, der aus rund 820 Kilometern Höhe beobachtet, was sich über der Erde zusammenbraut, verstärkt die Flotte der Wetterspione und verbessert die Vorsage und die Klimaüberwachung.

          Die europäischen Wetteraufklärer haben eine leistungsfähige Verstärkung erhalten. Am Montagabend wurde ein neuer Metop-Satellit mit einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus in eine polare Umlaufbahn befördert.  Metop-B soll wie sein noch aktiver Vorgänger Metop-A, wichtige Informationen über das Wettergeschehen und über Klima- und Umweltveränderungen liefern. Der Wettersatellit soll mindestens fünf Jahre lang aktiv bleiben, solange der Treibstoff reicht. Derzeit hat er eine Höhe von 790  Kilometer und damit fast seine Arbeitsposition erreicht.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Für Wetter, Klima und Umwelt

          „Die Daten der beiden Metop-Satelliten werden  erheblich die Wettervorhersage bis zu zehn Tage im Voraus verbessern“, sagt Alain Ratier, Generaldirektor von Eumetsat in Darmstadt. Die europäische Organisation nutzt und betreibt die Wettersatelliten. Die Daten aller Wettersonden gehen an Meteorologen und an Wetterdienste. “Die Wettersatelliten tragen wesentlich dazu bei, Leben und Eigentum zu schützen und nützen außerdem den wetterempfindlichen Sektoren unserer Wirtschaft, vor allem dem Energiesektor, dem Verkehr, dem Bauwesen, der Landwirtschaft und dem Tourismus.“

          Rundflug um die Pole

          Der rund vier Tonnen schwere und sechseinhalb Meter hohe Wetterspäher wird wie Metop-A, der 2006 gestartet war, die Erde auf einer polaren Umlaufbahn in einer vergleichsweise geringen Höhe von 817 Kilometern umkreisen. Dabei wird er die beiden Pole täglich 13 Mal auf einer konstanten Bahn überfliegen. Die Erdrotation sorgt dafür, dass alle Regionen unter der Sonde vorbeiziehen und inspiziert werden können. Die 13 Messinstrumente an Bord werden Windgeschwindigkeit, Temperatur, Feuchtigkeit, Wolkenbedeckung, Niederschlag, Luftdruck, Konzentration von Ozon und Aschepartikeln von Vulkanen registrieren.

          Geostationärer Wetterspäher: Meteosat-Satellit
          Geostationärer Wetterspäher: Meteosat-Satellit : Bild: Eumetsat

          Die polarumlaufenden Metop-Satelliten bilden zusammen mit den geostationären Meteosat-Satelliten die beiden Säulen des europäischen Systems operativer Wettersatelliten.Erst vor zwei Monaten war der europäische Wettersatellit Meteosat-10 in eine geostationäre Umlaufbahn befördert worden, wo er in einer Höhe von 36 000 Kilometern aber nur Europa sowie Nordafrika und nicht - wie die Metop-Sonden - die ganze Erde im Blick hat. 

          Eumetsat wird drei Tage nach dem Start, am 20. September, die Kontrolle über Metop-B wird drei Tage nach dem Start am 20. September die Kontrolle über Metop-B vom Esa-Zentrum Esoc in Darmstadt, die Verantwortlich für den Start des Satelliten waren, übernehmen und anschließend eine Reihe  Aktivitäten vornehmen, die die Leistung des Satelliten in der Umlaufbahn prüfen und alle Funktionseinheiten und Messinstrumente testen.  Nach Abschluss dieser Arbeiten wird der Metop-B-Satellit in etwa sechs Monaten für betriebsbereit erklärt.

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