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Trinkwasser-Qualität : Sauber ist nicht dasselbe wie rein

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Die Grenzwerte werden meist eingehalten. Doch trinkt man deshalb beruhigter kleinste Mengen Röntgenkontrastmittel? Bild: Frank Röth

Das Leitungswasser in Deutschland ist in Ordnung. Eigentlich. Denn es befinden sich einige Rückstände darin, die keiner trinken will. Filter für zu Hause braucht es trotzdem nicht.

          Die Fassade leuchtet tiefblau, der weiße Schriftzug sagt mit einem Wort, worum es geht. Im „Wasserladen“ am Rande der Kölner Altstadt werden Wasserfilter verkauft. Sie sollen das, was aus der Leitung kommt, noch besser machen. Die Inhaberin will nicht falsch verstanden werden: „Wasser aus der Leitung ist natürlich gesundheitlich unbedenklich. Aber von der Qualität her wie Fast Food. Und wer will schon sein ganzes Leben lang bei McDonald’s essen?“ Im Endeffekt bleibe einem nur die Wahl, teures Biowasser zu kaufen und Kisten schleppen zu müssen oder sich ein Filtersystem einbauen zu lassen.

          Davon gibt es in diesem Laden verschiedene. Bei einem davon wird das Wasser durch drei weiße Zylinder geleitet, drei Viertel verschwinden anschließend im Abfluss, übrig bleibt nur ein Rinnsal. Das Prinzip nennt sich Umkehrosmose. Daneben gibt es Aktivkohlefilter, aber auch Metallaufsätze, die man auf den Hahn schraubt, um das Wasser zu „beleben“, wie es heißt. Ein eiförmiger Verwirbeler zur „Energetisierung“ kostet knapp 150 Euro.

          Nur unnötige Kosten

          Fragt man die Verbraucherzentrale Hessen, ist das alles vollkommen überflüssig. „Unser Leitungswasser hat eine hohe Qualität, man braucht in Deutschland in der Regel keine Wasserfilter“, sagt Wiebke Franz aus der Fachgruppe Lebensmittel. Solche Vorrichtungen würden nur unnötige Kosten verursachen. Und wenn man sie falsch nutze, könne das sogar negative Folgen haben.

          Tischkannenfilter beispielsweise, die das Wasser über Ionenaustauscher enthärten, Küchengeräte schonen und Tee und Kaffee schmackhafter machen sollen, enthalten zudem Aktivkohlefilter, die Geruchsstoffe und Schwermetalle binden. Diese Filter müssen regelmäßig ausgetauscht werden. Weil die Geräte aber häufig nicht akkurat anzeigen, wann ein neuer Wechsel ansteht, können sich die unerwünschten Stoffe, die eigentlich aus dem Wasser entfernt werden sollen, wieder aus dem Filter lösen und noch höher konzentriert im Trinkwasser landen. Die größte Gefahr aber besteht darin, das Wasser längere Zeit in den Filtern stehen zu lassen. Dann können sich die Keime darin fröhlich vermehren.

          In den Umkehrosmose-Filtern wird das Wasser durch winzige Poren gepresst. Weil sie zusammen eine riesige Oberfläche bilden, müsste das Wasser eigentlich durchgehend laufen. Ansonsten droht auch hier eine Verkeimung. Zudem wird der Großteil des Wassers verworfen. So entstehen Strom- und Wasserkosten, die man zu den mehreren hundert bis tausend Euro hinzuaddieren muss, die eine solche Anlage kostet.

          Die vielen Kunden, die sich dennoch für den Einbau eines Wasserfilters entscheiden, ließen sich von völlig abwegigen Versprechen locken, sagt Wiebke Franz. So soll das gefilterte Wasser beim Entschlacken helfen oder „energetisiertes“ Wasser vitaler machen. „Die Verbraucher befürchten außerdem Belastungen wie Blei, Pestizide, hormonelle Rückstände, Uran oder Arzneimittel.“

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          Letzteres ist nicht ganz unberechtigt. Tatsächlich fand man in den vergangenen Jahren immer wieder Rückstände solcher Stoffe im Trinkwasser. Für die meisten von ihnen, wie Nitrat oder Quecksilber, gelten jedoch strenge Grenzwerte. Anders sieht es mit Arzneimittelrückständen aus. 2011 legte das Umweltbundesamt eine entsprechende Liste vor: 23 verschiedene Wirkstoffe waren an diversen Orten in Deutschland im Trinkwasser nachgewiesen worden, darunter Röntgen-Kontrastmittel, Stoffwechselprodukte von Schmerzmitteln und Cholesterinsenker. Die Entwarnung folgte jedoch auf dem Fuß: Die Konzentrationen sind so gering, dass sie nicht schaden.

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