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Kanadische Klimaforschung : Arktische Eisproben schmelzen in Kühlkammer

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Die Kongsfjord-Gletscherfront im Polarmeer (Symbolbild) Bild: dpa

Statt eines wertvollen Gletscherkerns aus der Arktis war da nur noch eine Pfütze: Wie eine defekte Tiefkühlkammer einem kanadischen Wissenschaftler fast 22.000 Jahre Klimageschichte geraubt hätte.

          „Ich hatte schon einmal bessere Tage“, resümiert Gletscherforscher Martin Sharp über seine geplanten Untersuchungen. 22.000 Jahre Klima wollte der kanadische Wissenschaftler mit seinem Team von der „University of Alberta“ in Edmonton erforschen. Dafür hatte er aus verschiedenen Gletschern, wie zum Beispiel der Penny-Eiskappe in Kanada, sogenannte Eisbohrkerne entnommen.

          Eisbohrkerne sind Proben, die aus dem Inneren eines Gletschers abgetragen werden und winzige Luftblasen enthalten, die Aufschluss darüber geben, welches Klima zu welcher Zeit vorherrschend war. Sie ermöglichen so einen direkten Nachweis über die Zusammensetzung der Atmosphäre in der Vergangenheit.

          Doch so weit kam es nicht: Die erst neu installierte vier Millionen Dollar teure Kühlkammer hatte eine Fehlfunktion – und kühlte das Eis nicht, sondern wärmte es auf und das Eis schmolz. Das Ergebnis: Knapp 13 Prozent der zwölf Proben sind verloren gegangen. „Von einigen Eisstücken kann ich klar sagen, dass sie nicht mehr zu gebrauchen sind. Andere konnten gerettet werden.“, sagt Sharp der britischen Tageszeitung „The Guardian“. Dabei handelt es sich um „puren Zufall“, erzählt der Wissenschaftler weiter. Die restlichen Proben seien nämlich in einer anderen Kammer untergebracht worden, weswegen sie nicht beschädigt worden sind.

          Tiefgreifende Einschnitte wird der Vorfall auf die Analyse nicht haben, so der Gletscherforscher. „Es ist nur frustrierend, wenn bei diesem großen Aufwand ein Teil unseres Materials wegen eines einfachen technischen Fehlers verloren geht.“

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