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Einmaliges Naturphänomen : Bizarre Säulengärten am See

  • -Aktualisiert am

Aus Vulkanasche geboren? Bild: Horst Rademacher

Die kalifornische Dürre lässt die Wasserstände sinken. Am Ufer des Lake Crowley sind jetzt fünf Meter hohe Säulen sichtbar geworden. Noch ist unklar woraus sie genau bestehen.

          Wegen der seit Jahren anhaltenden Dürre sind die Wasserstände in vielen Seen Kaliforniens auf sehr niedrigem Niveau. Daran hat auch der reichliche Niederschlag des vergangenen Winters nicht viel geändert. Das gilt insbesondere für die vielen Talsperren, hinter denen Trinkwasser sowie Wasser für die Landwirtschaft gespeichert wird.

          Auch der Lake Crowley, ein Stausee am Ostrand der Sierra Nevada, aus dem Los Angeles mit Trinkwasser versorgt wird, ist auf dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. Der fallende Wasserspiegel hat nun ein auf der Welt wahrscheinlich einmaliges Naturphänomen zu Tage treten lassen.

          Entlang des Südostufers des in knapp 2100 Meter oberhalb des Meeresspiegels liegenden Sees sind nun Tausende, mehr als fünf Meter hohe Säulen sichtbar geworden, welche die Uferböschungen wie einen griechischen Tempel erscheinen lassen. Obwohl in diesem Sommer schon mehrere Gruppen von Geologen die eigenartigen, nur vom Wasser aus erreichbaren Säulengärten untersucht haben, gibt es über deren Ursprung gegenwärtig nur Spekulationen.

          Säulen aus Vulkanasche

          Eine recht elegante Hypothese haben nun Noah Randolph-Flagg und Michael Manga von der University of California in Berkeley vorgelegt. Danach sind diese Säulen vor knapp einer Dreiviertel Million Jahren entstanden, als sich bei einem gewaltigen Vulkanausbruch die Caldera von Long Valley bildete. Die Eruption war so heftig, dass sich die Vulkanasche, der sogenannte Bishop-Tuff, über mehrere hunderttausend Quadratkilometer bis in den heutigen Bundesstaat Nebraska ausbreiten konnte.

          Kalksäulen in der von Dürre geplagten Sierra Nevada.

          In der Nähe des Ausbruchszentrums war die Asche noch heiß, als sie auf der Erdoberfläche niederging. Die Hitze buk sie zu einem Sintertuff zusammen, dem sogenannten Ignimbrit. Wegen der schlechten Wärmeleitfähigkeit von Vulkanasche blieb dieser Tuff jahrtausendelang so warm, dass sich in ihn eindringendes Regen- und Grundwasser bis über den Siedepunkt erhitzen konnte.

          Freigelegter Säulengarten

          Das heiße Wasser konnte dann durch mikroskopisch kleine Öffnungen des Sintertuffs zirkulieren. Dabei habe es, so die beiden Forscher, in dem Tuff chemische Reaktionen ausgelöst. Bei diesen hydrothermalen Veränderungen der Vulkanasche entstanden unter anderem Zonen im Tuff, in denen sich das Mineral Mordenit anreicherte. Das wiederum führte zu einer Verhärtung des Tuffs.

          Im Laufe der Jahrtausende bildete sich in der Caldera von Long Valley ein See, der Mitte vergangenen Jahrhunderts endgültig zum Lake Crowley gestaut wurde. Im Laufe der Zeit löste das Seewasser nun die nicht verfestigten Tuffe und spülte sie hinweg, während die vom Mordenit verfestigten Zonen dem Wasser standhielten. Dabei entstanden im Laufe der Zeit unter Wasser die Säulengärten, die nun freiliegen, nachdem die Dürre den Seespiegel hat sinken lassen.

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