http://www.faz.net/-gwz-76dmc

Dinosauriersterben : Es war tatsächlich der Asteroid

Die Erde ist auch heute noch von Asteroiden bedroht. Am 15. Februar 2013 wird der Asteroid 2012 DA14 knapp an der Erde vorbeischrammen, Das Objekt nähert sich bis auf knapp 28 000 Kilometer und kreuzt dabei die Bahnen von Kommunikations- und Erdbeobachtungssatelliten. Eine Kollision schließt die amerikanische Weltraumbehörde Nasa aber aus. Bild: dpa

War es ein plötzlicher Klimawandel, ein heftiger Vulkanausbruch oder der Einschlag eines gigantischen Himmelskörpers? Neue Verfahren stärken die These zum Tod der Dinosaurier.

          Die These, die Dinosaurier seien am Ende der Kreidezeit nach einem Asteroideneinschlag auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán ausgestorben, hat eine internationale Forschergruppe unter der Leitung von Paul Renne von der Universität von Kalifornien in Berkeley jetzt untermauern können. Mit großer Genauigkeit bestimmten sie das Alter verschiedener Materialproben aus  der Zeit, als die Dinosaurier ausstarben, und von Glasobjekte  (sogenannte Tektite), die  beim Einschlag des Asteroiden in Mexiko entstanden waren. Das Ergebnis der Analysen: Beide Ereignisse  hatten sich - im Rahmen der Messfeher -  etwa zur gleichen Zeit abgespielt. Für das Artensterben haben die Forscher um Renne einen Wert von 66,043 Millionen Jahren, für den Asteroiden-Einschlag einen Wert von 66,038  Millionen Jahren erhalten  - mit einer Ungenauigkeit von 32000 Jahren.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Schon im Jahr 1980 hatten die amerikanischen Forscher Luis und Walter Alvarez das Aussterben der Dinosaurier mit einem gewaltigen Asteroideneinschlag auf Yucatán in Verbindung gebracht. Doch für ihre Hypothese fehlten bislang stichhaltige Beweise. Die bisherigen Altersdatierungen der Proben waren mit einer Fehlertoleranz von einem Prozent zu ungenau für eindeutige Aussagen. Bei 66 Millionen Jahren beläuft sich die Unsicherheit auf 660 000 Jahre. Die Ungenauigkeit des Verfahrens, das Renne und seine Kollegen nutzten, liegt merklich darunter

          Paul Renne sammelt Ascheproben eines Vulkans aus der Urzeit.
          Paul Renne sammelt Ascheproben eines Vulkans aus der Urzeit. : Bild: dpa

          .

          Insbesondere gab es Hinweise, dass der Chicxulub-Krater auf Yucatán schon 300 000 Jahre vor dem Aussterben der Saurier entstanden war. Als mögliche Ursache bevorzugten deshalb einige Wissenschaftler den Ausbruch von Vulkanen in der Region Dekkan (im Westen Indiens), der sich vor etwa 65 Millionen Jahren ereignet hatte.

          Geschwächte Dinos vor dem Ende

          Mit den genauen Datierungen  von Renne und seinen Kollegen werden andere Ursachen des Massensterbens wie heftige Vulkanausbrüche oder plötzliche Klimaveränderungen zunehmend unwahrscheinlich, wie Renne und seine Kollegen in der Zeitschrift „Science“ (doi: 10.1126/science.1230492)   berichten. Die Forscher glauben aber, dass die Dinosaurier zuvor bereits recht geschwächt waren, möglicherweise infolge von Klimaschwankungen, die mit kühleren Phasen einhergingen. Der Asteroid habe ihnen dann endgültig den Rest gegeben.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Ein Impfstoff gegen Ebola Video-Seite öffnen

          Hoffnung aus Deutschland : Ein Impfstoff gegen Ebola

          In der Rekordzeit von vier Jahren gelang es Forschern einen Impfstoff gegen das Ebola-Virus zu entwickeln. Die Massenproduktion des Impfstoffes soll in Deutschland starten. F.A.Z.-Wirtschaftskorrespondent Andreas Mihm war in Burgwedel vor Ort.

          Wer weiß, wen wir wählen? Video-Seite öffnen

          Livestream „Die Debatte“ : Wer weiß, wen wir wählen?

          Zuletzt wurde das Wahlverhalten großer Menschenmengen oft falsch eingeschätzt. Was ist der Grund dafür? Auf einer Podiumsdiskussion diskutieren Forscher über die Unberechenbarkeit des Wählers. Verfolgen Sie die Debatte im Livestream.

          Topmeldungen

          Emmanuel Macron hält heute seine Grundsatzrede zu seinen Europaplänen in Paris.

          Umbau der EU : Kommt heute Macrons großer Wurf?

          Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron skizziert an diesem Dienstag, wie er sich die Zukunft der Europäischen Union vorstellt. Den Redetermin – einen Tag nach der Wahl in Deutschland – hält er für genau richtig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.