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Veröffentlicht: 30.11.2016, 20:01 Uhr

Gefährliche Trendwende Brasilien holzt den Regenwald massiv ab

Dreimal die Fläche des Saarlands in zwölf Monaten: Das ist die traurige Bilanz der Entwaldung im brasilianischen Amazonasgebiet. Es ist der größte Waldverlust seit 2008.

© dpa Abholzen in Südamerika: Brasiliens Regenwald wird zunehmend kleiner.

Die Regenwald-Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet hat seit vergangenem Jahr um 29 Prozent zugenommen. Von August 2015 bis Ende Juli diesen Jahres sei eine Regenwaldfläche von 7989 Quadratkilometern zerstört worden, heißt es in einem von dem staatlichen Umweltforschungsinstitut INPE veröffentlichten Bericht. Die Entwaldung entspricht rund dreimal der Fläche des Saarlands.

Es handelt sich um den größten Waldverlust seit 2008. Dadurch seien 130 Millionen Tonnen CO2 verursacht worden, das entspreche zweimal den jährlichen Emissionen von ganz Portugal, erklärte Tasso Azevedo, von der brasilianischen Beobachtungsstelle für Treibhausgase.

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Gründe für die Abholzung sind der Flächenbedarf für Viehzucht und Sojaanbau, zudem werden viele Tropenbäume illegal gefällt, um mit dem edlen Holz viel Geld zu verdienen. Vor einem Jahr betrug die Abholzung 6207 Quadratkilometer, mit einem Anstieg von 24 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr. Die Umweltstiftung WWF wertete die Zahlen als gefährliche Trendwende. „Die Abholzung nimmt seit dem historischen Tiefstand in 2012 mit 4571 Quadratkilometern wieder zu. Angesichts der politischen Lage in Brasilien könnte die neue Statistik zudem nur ein Vorzeichen sein für weit größere Zerstörungen“, erklärte Christoph Heinrich vom WWF Deutschland.

43620389 © dpa Vergrößern Nutzfläche statt Regenwald: Die Abholzung hat um 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen.

Präsidentin Dilma Rousseff wurde Ende August des Amtes enthoben. Das Amt übernahm ihr konservativer Vizepräsident Michel Temer. Für viel Kritik sorgte, dass mit Blairo Maggi einer der größten Sojaproduzenten neuer Agrarminister wurde. Es gibt starken Druck, Schutzgebiete aus ökonomischen Interessen weiter aufzuweichen.

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