15.10.2007 · Beim Güterverkehr liegt die Eisenbahn im Umweltvergleich vorn. Das Verbrauchsäquivalent eines Güterzugs sind 1,8 Liter Dieselkraftstoff pro Tonne Güter und 100 Kilometer Transportweg - pro 100 „Tonnenkilometer“, wie man auch sagt.
Beim Güterverkehr liegt die Eisenbahn im Umweltvergleich vorn. Das Verbrauchsäquivalent eines Güterzugs sind 1,8 Liter Dieselkraftstoff pro Tonne Güter und 100 Kilometer Transportweg - pro 100 "Tonnenkilometer", wie man auch sagt. Verbrauch durch Umwege und in Anlagen ("stationäre Energie") sind darin enthalten.
Damit verbraucht die Bahn nicht einmal 40 Prozent dessen, was der Lkw benötigt: Bei ihm sind es 4,8 Liter Diesel nach den Zahlen des Heidelberger Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu).
Hinkender Vergleich
Der Vergleich hinkt allerdings: Der Verbrauchswert der Lastwagen wird über alle Größen (3,5 bis 40 Tonnen) und über alle Fahrtweiten gemittelt. Mit der Nah- und Regionalzustellung konkurriert die Güterbahn aber nicht, nur mit dem Lkw-Fernverkehr.
Der Fünftonner, der eine Tonne luftige Päckchen transportiert, steckt in der Rechnung leider drin - er verbraucht gut zehn Liter Primärenergie pro 100 Tonnenkilometer, ohne Rückfracht sogar 20 Liter. Enthalten ist aber genauso der Vierzigtonner, der bis zur höchstens erlaubten Nutzlast mit 28 Tonnen Bandstahl beladen wurde und der eine gleich ergiebige Rückfracht einwirbt - er braucht weniger als 1,5 Liter Diesel pro 100 Tonnenkilometer.
Energiefresser ersten Ranges
Die Bahn wäre unschlagbar, wenn der Güterverkehr auf der Schiene anders betrieben würde. Der Transport auf der Schiene ist nämlich hoch effizient, wo er langsam - etwa bis 80 Kilometer pro Stunde - und ohne Halt rollt. Wenn er jedoch so schnell fährt wie manche Nachtgüterzüge heute, zum Beispiel 160 Kilometer pro Stunde auf der ICE-Strecke Hannover-Würzburg, dann benötigt er das Zweieinhalbfache an Energie, weil der Luftwiderstand so zunimmt (siehe das Diagramm). Im schlechten Fall folgt nach jedem Container auf dem Zug stets ein leerer Container-Platz - die ausgelöste Luftverwirbelung ist ein Energiefresser ersten Ranges. Wenn Güterzüge irgendwo halten müssen, um schnelleren Verkehr vorbeizulassen, kostet das neuerliche Beschleunigen ihrer enormen Masse aber auch viel Energie.
Fazit: Wirklich umweltfreundliche Güterzüge brauchen Priorität auf ihren Schienen.