29.06.2004 · Der Saturn hat einen neuen, künstlich geschaffenen Trabanten. Zu den Ringen und Monden gesellt sich ein Forschungssatellit von der Erde, der für vier Jahre zum Bestandteil des Saturnsystems wird.
Die von der Nasa, der Esa und der italienischen Raumfahrtagentur Ansi gemeinsam realisierte Cassini-Huygens-Mission gilt als eines der ehrgeizigsten Projekte der unbemannten Raumfahrt. Nach einer siebenjährigen Reise über 3,5 Milliarden Kilometer wird die Forschungssonde, eine der schwersten und komplexesten der Raumfahrtgeschichte, vier Jahre lang den Saturn, seine Ringe und seine 31 bisher bekannten Monde erforschen. Die Wissenschaftler erhoffen sich zahlreiche neue Entdeckungen und Erkenntnisse über die Natur des Gasplaneten.
Die Mission besteht aus zwei Soden. Der Orbiter „Cassini“ ist primär das Projekt der amerikanischen Raumfahrtagentur Nasa. Mehr als 70mal wird die Forschungssonde den Saturn umrunden. Dabei wird er dem Ringensystem, das nach bisherigen Erkenntnissen aus etwa 1000 einzelnen Ringen besteht, und mindestens fünf Monden auf seiner Bahn nahekommen. Nicht ausgeschlossen ist, daß Cassini auf seiner Reise durch das Saturn-System neue Begleiter des Gasplaneten findet.
Landung auf einer Art „Urerde“?
Bei der zweiten Sonde handelt es sich um den primär europäischen Beitrag zur Mission. „Huygens“ ist ein Lander, dessen Ziel Titan, der größte Mond des Saturn und des gesamten Sonnensystems ist. Der 1655 vom holländischen Astronomen Christiaan Huygens entdeckte Himmelskörper besitzt eine eigene Atmosphäre, die der Lander bei seinem Flug analysieren soll. Rund zweieinhalb Stunden, so die Schätzung, wird „Huygens“ durch die Titan-Atmosphäre fliegen. Wenn möglich soll die Sonde auch landen, wobei allerdings die Beschaffenheit der Oberfläche nicht bekannt ist. Ziel des Besuches ist herauszufinden, ob Titan der Urerde tatsächlich so ähnlich ist wie vermutet wird.
Die beiden Sonden sind mit zahlreichen Meßinstrumenten sowie Kameras ausgestattet. Rund 260 Wissenschaftler aus aller Welt sind an den Experimenten beteiligt. Sie erhoffen sich neben Erkenntnissen über den Saturn selbst Entdeckungen, die Aufschluß gegebn über die Entwicklung des Sonnensystems, seiner Himmelsköprer und des Lebens.