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Die Debatte: Digitale Kindheit : Wie früh ist eigentlich zu früh?

  • -Aktualisiert am

Ein Viertklässler während des Programmier-Unterrichts. Bild: dpa

Smartphones, Konsolen und Computer sind in allen Altersklassen präsent. Trotzdem scheint der Medienkonsum von Kindern nicht so hoch wie oft befürchtet. Kann uns das beruhigen? „Die Debatte“ beschäftigt sich im Livestream mit der digitalisierten Kindheit.

          Wann schadet Medienkonsum eher und wo bietet er Chancen? Was können Eltern richtig und falsch machen? Wie und ab welchem Alter sollten digitale Medien in Kindergärten und Schulen eingesetzt werden? Diese und auch Ihre Fragen rund um das Thema „Digitalisierte Kindheit” diskutieren wir bei „Die Debatte“. Auf dem Podium zu Gast sein werden die Medienpädagogin Prof. Dr. Paula Bleckmann von der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, der Neurowissenschaftler Prof. Dr. Martin Korte von der Technischen Universität Braunschweig und der Medien- und Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Peter Vorderer von der Universität Mannheim. Christoph Koch und Dr. Mai Thi Nguyen-Kim moderieren die Veranstaltung. Die im Haus der Wissenschaft in Braunschweig  stattfindende Live-Debatte übertragen wir an diesem Donnerstag ab 19 Uhr im Livestream.

          Bild: www.die-debatte.org

          Im Bett schnell die Nachrichten des Tages in  einer App lesen, am Frühstückstisch auf dem Tablet die ersten Mails beantworten und am Abend auf dem Sofa bei Facebook oder WhatsApp noch schnell ein paar soziale Kontakte pflegen – so oder so ähnlich sieht unser Alltag in der digitalen Gesellschaft aus. Immer dabei und mittendrin – zumindest, wenn man welche hat – unsere Kinder.

          Immer früher Kontakt

          Ganz gleich ob Smartphone, Tablet, Computer oder Spielkonsole – Kinder kommen heutzutage immer früher direkt oder indirekt mit digitalen Medien in Kontakt. Doch ist der frühe Umgang mit digitalen Medien schädlich für Kinder? Oder eröffnet er neue Chancen im Bildungsbereich? Oder sollte gar das Prinzip gelten: je früher, desto besser, um in der Zukunft bestehen zu können?

          Mediennutzung unter Aufsicht: Besser für Mutter und Tochter?
          Mediennutzung unter Aufsicht: Besser für Mutter und Tochter? : Bild: dpa

          Klare und eindeutige Antworten gibt es bisher kaum. „Die Technologien und ihre extreme Verbreitung sind noch relativ neu. Es fehlt uns an Langzeitstudien, um klare wissenschaftlich belastbare Aussagen zu treffen. Wir können deshalb noch nicht eindeutig sagen, welche Wirkungen die verstärkte Nutzung digitaler Medien auf Kinder hat”, sagt Professor Christian Montag, Leiter der Abteilung Molekulare Psychologie an der Universität Ulm.

          Konzentrationsstörungen wegen Medien?

          Zwar geben Studien wie die BLIKK-Studie Hinweise darauf, dass ein Zusammenhang zwischen Entwicklungsrückständen und einem hohen Medienkonsum besteht, einen kausalen Zusammenhang können sie jedoch nicht feststellen. „Wir können zwar sagen, dass Kinder mit hohem Medienkonsum häufig Konzentrationsstörungen haben und zappelig sind. Wir können aber nicht sagen, ob Eltern ihre Kinder vor den Fernseher oder das Tablet setzen, weil sie zappelig sind oder ob die Kinder zappelig werden, weil sie zu viel Zeit vor dem Medium verbringen”, sagt Dr. Uwe Büsching, Kinder- und Jugendarzt und Vorstandsmitglied des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), einer der Mitwirkenden an der BLIKK-Studie. Diese erhielt im vergangenen Frühjahr eine große mediale Aufmerksamkeit, im Detail veröffentlicht ist die Studie allerdings bis heute nicht. Auch deshalb fordert Büsching ebenso wie Christian Montag weitere Studien, um den Zusammenhang eindeutiger belegen zu können.

          Kinder brauchen soziale Interaktion

          Trotz der nicht eindeutigen Studienlage hat Christian Montag eine klare Position, wenn es um die Nutzung digitaler Medien im Kleinkindalter, also bei Kindern zwischen drei und fünf Jahren, geht: „Meines Erachtens haben diese Geräte bei Kleinkindern nichts verloren. Kleinkinder haben Grundbedürfnisse, die durch eine Interaktion mit einem Bildschirm nicht befriedigt werden”, sagt Montag. „Sie brauchen soziale Interaktionen, Fürsorge und Aufmerksamkeit von den Eltern und müssen die Welt entdecken, um sich zu entwickeln.” Auch Büsching teilt diese Ansicht: „Kleinkinder sind einfach noch nicht soweit, Medienkompetenz zu erlernen. Sie brauchen für ihre Entwicklung andere Reize, als sie durch Medien bekommen. Gerade weil wir oft noch keine eindeutigen wissenschaftlichen Antworten auf die großen Fragen zu diesem Thema haben, sollten wir unsere Kinder eher schützen, als sie zu früh digitalen Medien auszusetzen”.

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