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Die Crew Vertrauen in die Technik

12.07.2005 ·  Sie haben Vertrauen in die Sicherheit der Shuttles, die sieben Astronauten der Discovery-Crew. Neben erfahrenen Leuten mit Kommandant Eileen Collins ist auch ein Neuling im All dabei.

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An Bord der Discovery sind beim ersten Shuttle-Start nach zweieinhalb Jahren nicht nur sieben Astronauten und 15 Tonnen Material für die Internationale Weltraumstation ISS. Die „Discovery“ trägt auch die Hoffnungen auf ein neues Kapitel in der Weltraumgeschichte ins All und soll das Selbstvertrauen der Raumfahrernation Vereinigte Staaten wieder herstellen.

Die siebenköpfige Crew unter Kommandantin Eileen Collins trainiert seit Jahren für den Einsatz und ist eingespielt wie das beste Pfadfinderteam. Als erste Flieger nach dem Columbia-Unglück sind sie bekannter als fast alle Astronauten vor ihnen. Collins (48), Rufname „Mom“, weil sie sich wie eine Glucke um ihre Crew kümmert, gilt unter Streß als absolut cool. Nur vor Achterbahnen hat sie Angst. Pilot James Kelly (41) hört als unschlagbarer Pokerspieler auf den Namen „Vegas“.

Beethoven, Bach und Beatles

Stephen Robinson (49) ist „Stevie Ray“, weil er in einer Rockband Gitarre spielt. Wendy Lawrence (46) heißt „Too Short“ (zu kurz), weil sie vor Jahren von der russischen Raumfahrtbehörde mangels drei Zentimetern Körpergröße für einen Einsatz abgelehnt worden war. Andy Thomas (53) war für die Musikauswahl zuständig („Beethoven, Bach und Beatles“), Soichi Noguchi (40) genießt in Japan Rockstarstatus und Charles Carmada (52) ist auf seinem Jungfernflug.

Die sieben haben ihr Vertrauen in die Sicherheit des Shuttles in zig Interviews beteuert. Die Weltraumbehörde Nasa hat umfangreiche Verbesserungen vorgenommen. „Wir wollen keine dummen Risiken eingehen. Aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, ins All zurückzukehren“, sagt Collins. „Ich bin sicher, das Shuttle ist sicherer als je zuvor“, sagte der Leiter der Unfalluntersuchung, Harold Gehman. Eine 100prozentige Garantie gebe es aber nicht.

Mit Kittspachtel und Kleber ins All

So ist das Risiko, daß sich beim Start wie bei Columbia im Januar 2003 Schaumstoff vom Tank löst und den Tragflügel fatal beschädigt, durch neues Design und Material zwar stark verringert worden. Auszuschließen ist ein solcher Zwischenfall aber nicht. Und obwohl die Astronauten und die beiden Bewohner der ISS etwaige Schäden mit Kameras und Lasern erstmals schon im Flug in Augenschein nehmen werden, gibt es keine erprobte Reparaturmöglichkeiten im All.

Zwar hat Noguchi Kittspachtel und Klebematerial im Gepäck, ob damit im Weltraum aber tatsächlich Risse in den Hitzekacheln zu kitten wären, ist fraglich. Wenn alle Stricke reißen, müssen die Raumfahrer in der ISS bleiben und auf die Rettung mit der nächsten Fähre warten. Die Astronauten nehmen es gelassen. „Ich habe meinen Frieden gemacht. Ich hatte eine fantastische Karriere und bin ein Mensch, der sehr viel Glück hat.“

An Bord sind auch Erinnerungsstücke an die sieben Astronauten, die nach dem letzten Start in Cape Canaveral nicht lebend zur Erde zurückkehrten. Darunter ist ein Ring, den der damalige Pilot William McCool seiner Frau geschenkt hatte. „Hope“ - Hoffnung - ist darin eingraviert. Es sei schwer gewesen, den Ring abzunehmen, sagte Lani McCool in einem Interview. „Daß das Wort Hoffnung um die Erde kreist, hat aber doch tiefere Bedeutung.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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