Home
http://www.faz.net/-gwz-7bhbw
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Cassini und Messenger Ferner Blick auf die Erde

Dieser Anblick bietet sich selten: Unser Heimatplanet und sein Mond geschrumpft auf zwei kleine Flecken. Die Aufnahmen zeigen eindrucksvoll, wie winzig unser blauer Planet Planet in der Weite des Weltalls ist.

© dpa Vergrößern Die Erde unter den Saturnringen von der Raumsonde Cassini aufgenommen.

Unser Heimatplanet aufgenommen aus einer Entfernung von 1,5 Milliarden Kilometer. Die amerikanische Raumsonde Cassini, die den Planeten Saturn seit Juli 2004 umkreist, hat am 19. Juli ihre Bordkamera auf die Erde gerichtet und unter anderem dieses Farbbild geschossen. Die Erde ist unter den mächtigen Saturnringen als kleiner blauer Fleck zu erkennen. Am selben Tag schoss die amerikanische Raumsonde Messenger, die den Planeten Merkur umrundet, ebenfalls eine Aufnahme von der Erde aus einer Entfernung von 98 Millionen Kilometern. Unsere kosmische Heimat ist darauf als weißer Punkt zu erkennen.

Insel in der Weite des Alls

Details sind auf den beiden Aufnahmen zwar nicht zu erkennen, „die Aufnahmen erinnern uns aber daran, wie klein unser Planet in der Unendlichkeit des Weltalls ist“, sagt Linda Spilker vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa. Es gibt nur wenige Aufnahmen von unserem Heimatplaneten, die aus solch großen Entfernungen im äußeren Sonnensystems aufgenommen wurden. Der Grund: Aus dieser Perspektive befindet sich die Erde recht nahe an der Sonne. Ein direkter Blick in die Sonne könnte die Kameras der Raumsonden zerstören. Die Instrumente benötigten deshalb einen schattigen Platz. Und dieser bot sich in der vergangenen Woche für Cassini, da die Sonne durch den Saturn verdeckt wurde. Auf einigen Aufnahmen ist sogar noch der Mond als weißer Fleck zu sehen.

Erde und Mond vom Saturn aus gesehen © Nasa, JPL Vergrößern Erde und Mond wie sie Cassini aus 1,5 Milliarden Kilometer Entfernung sieht.

Mondloser Merkur

Die Cassini-Aufnahmen sollen Teile eines Mosaiks werden, die man von den Saturnringen anfertigen will. Die Bilder von Messenger entstanden im Rahmen einer Kampagne, bei der man nach Monden des Merkurs sucht. Bislang hat man keine Trabanten gesichtet. Möglicherweise sind diese besonders lichtschwach und deshalb schwer aufzuspüren.

Erde und Mond aufgenommen von der Raumsonde Messenger  am 19. Juli © JPL, Nasa Vergrößern Erde und Mond aufgenommen von der Raumsonde Messenger am 19. Juli

Winkt alle dem Saturn!

Die amerikanische Raumfahrtbehörde hatte im Vorfeld angekündigt, dass Cassini die Erde fotografieren würden. Unter dem Motto „Wave at Saturn“ hatte sie die Menschen auf der zum Zeitpunkt der Aufnahme beleuchteten Seite der Erde aufgefordert, die Position des Ringplaneten am Himmel auszumachen und in die Richtung des Saturn  zu winken. Mehr als 20 000 Menschen nahmen an der Aktion teil.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Spuren von Außerirdischen Kosmische Schmutzfinken

Irgendwo dort draußen existieren sie, E.T. & co. Da sind sich viele professionelle Sternengucker sicher. Einige wollen die Außerirdischen nun anhand ihrer Umweltsünden aufspüren. Mehr

31.07.2014, 10:13 Uhr | Wissen
Rosetta-Mission Der Komet Tschuri dampft

Weniger als zweitausend Kilometer und eine Woche trennen die Raumsonde Rosetta noch von ihrem Ziel, den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko. Jüngste Bilder des Schweiferns zeigen deutliche Anzeichen einer Koma. Mehr

31.07.2014, 15:41 Uhr | Wissen
Heute in der Zeitung Rosettas Coup

Von der Kometen-Mission Rosetta, der Welt-Aids-Konferenz in Melbourne und von außerirdischen Umweltsündern sowie von Knüpfarbeiten in der Nanowelt und vom sensiblen Umgang mit Demenzkranken berichten wir in der heutigen F.A.Z.-Beilage „Natur und Wissenschaft“. Mehr

30.07.2014, 06:00 Uhr | Wissen